NASCAR Whelen Euro Series

Alex Sedgwick über seine „herzzerreißende“ EuroNASCAR-Saison 2019

Michael Großgarten

Alex Sedgwick berichtet exklusiv bei ‚Leadlap.de‘ über seine Schwierigkeiten in der NWES-Saison 2019 und wie ein Virus sein Comeback in Zolder erschwerte

Der 20-jährige Brite aus Brighton ging mit großen Erwartungen in das Jahr 2019. Nach einer starken Rookie-Saison 2018 in der NASCAR Whelen Euro Series (NWES), in der er ständig um die vorderen Ränge kämpfte, sollte der nächste Schritt gelingen. 

Mitte der Saison 2019 kam es jedoch zu Umständen, die ihn vorerst außer Gefecht setzten. Sedgwick ließ sich nicht unterkriegen und kämpfte für sein Comeback beim Saisonfinale in Zolder, wo er sich auf Anhieb einen beeindruckenden Sieg in der Junior Trophy sicherte.

‚Leadlap.de‘ sprach mit dem Braxx-Racing-Fahrer über seinen Kummer im Jahr 2019, sein außergewöhnliches NWES-Comeback in Zolder und seine Ziele für die Saison 2020.

Chris Liemann (CL): „Es war schön, dich in Zolder wiederzusehen. Was bedeutete es für dich, noch in diesem Jahr zurück in die EuroNASCAR zu kommen?“

Alex Sedgwick (AS): „Es war toll, in Zolder wieder im Auto gesessen zu haben. Es ist kein Geheimnis, dass dieses Jahr wirklich hart für mich war. Nachdem wir eine starke Rookie-Saison 2018 hatten, hatten wir erwartet, dieses Jahr an der Spitze mitzukämpfen. Dann aber von Faktoren zurückgehalten zu werden, die außerhalb meiner Kontrolle liegen, war herzzerreißend.” 

“Vor allem, wenn man an all die Arbeit denkt, die man reingesteckt hat, um überhaupt an diesen Punkt zu kommen. Mitte des Jahres war ich sehr demotiviert und unsicher, wie ich weitermachen soll.” 

“Es war also fantastisch, zurückzukehren und auf dem Podium zu stehen, besonders nach einer so langen Pause. Es hat mich wirklich neu aufblühen lassen und meine Motivation für 2020 zurückgebracht!”

Foto: Michael Großgarten

Sieg in der Junior Trophy trotz Viruserkrankung

CL: „Am Zolder-Wochenende warst du von einem Virus geschwächt. Es muss heftig für dich gewesen sein, in diesem Zustand und bei so schlechtem Wetter zu fahren, besonders während des Sonntagsrennens in Zolder, wo du schließlich die Junior Trophy gewonnen hast?“

AS: „So toll es auch war, wieder im Auto zu sitzen und vorne zu fahren, ich hätte es viel lieber ohne den Virus gemacht! Ich habe mit Sicherheit darunter gelitten. Ich konnte nicht essen, kaum trinken, kaum im Auto über den Funk sprechen!” 

“Infolgedessen war ich am Wochenende wirklich körperlich am Ende. Der eigene Körper, der versucht, das Virus abzuwehren und das Auto ohne Essen und Trinken zu steuern: Das ist nichts, was ich so schnell wiederholen möchte!” 

“Glücklicherweise schien es mich auf der Strecke nicht allzu sehr zu hindern und wir hatten einige gute Ergebnisse, was das Wochenende für mich dafür umso besser macht.“

Ein Schritt zurück führt zu zwei Schritten vorwärts

CL: „So schwer es auch für dich war, im Sommer eine NWES-Pause einlegen zu müssen.  War es rückblickend die richtige Entscheidung?“

AS: „Ich denke, es war die richtige Entscheidung, nach Brands Hatch eine Pause zu nehmen. Wie bereits erwähnt, war ich nach den ersten Rennen der Saison sehr demotiviert und ausgebrannt. Ich denke, hätten wir einfach so weitergemacht, wären wir in einem Trott gefangen geblieben.” 

“Die Pause bedeutete, die zugrunde liegenden Probleme aufarbeiten zu können. Es erlaubte mir außerdem, an anderen Projekten zu arbeiten. Letztlich in Zolder zurückzukehren, ließ mich aber erkennen, wie sehr ich in der NWES weiterfahren will.“

Foto: Michael Großgarten

CL: „An welchen Projekten hast du in der Zwischenzeit gearbeitet?“

AS: „Ich war damit beschäftigt, hier in Großbritannien Veranstaltungen mit Privatkunden sowie Ferrari, Alpine und Peugeot zu betreuen. Ich habe auch mein neues Unternehmen, Vertex Sports Management, gegründet. Es spezialisiert sich auf Management, Marketing, Berufsberatung, Coaching und ‚Motorsport Concierge‘ für Nachwuchs- und Gentlemen-Rennfahrer.“

Nächstes Ziel: Debütsieg in der NWES ergattern

CL: „Du hast bereits erwähnt, dass deine Motivation für 2020 wieder neu entfacht ist. Werden wir Alex Sedgwick im EuroNASCAR-Grid 2020 wiedersehen?“

AS: „Das ist der Plan! Es besteht kein Zweifel daran, dass ich langfristig NASCAR fahren möchte. Die nächste Herausforderung ist, in der Euro Series zu gewinnen. Ich arbeite an einigen spannenden Plänen für das nächste Jahr, die mich hoffentlich in die Lage versetzen, genau das zu tun. Haltet Ausschau nach weiteren Neuigkeiten!“

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