Die LMV8-Ovalserie erlebte am Raceway Venray eine turbulente und spannende Saison 2017 – In unserer Analyse schauen wir, wie sich das Racing im Laufe der Saison entwickelt hat und was die Schlüsselfaktoren des Jahres waren

Zu Beginn der Saison gab es gleich einige Änderungen am Reglement, mit denen die LMV8-Ovalserie aufwartete. Zuerst wurde eine Leistungsüberprüfung der Motoren eingeführt. Dazu mussten alle Fahrer auf den Leistungsprüfstand, um die Leistung der Antriebe zu messen. Anschließend wurden die Motoren verplombt, damit die Rennteams während der Saison keine Anpassungen am Motor durchführen konnten. Eine gute Neuerung, die den Wettbewerb auf der Strecke fair gestaltet.

Außerdem neu war das Qualifikationssystem, das 2017 erstmals zum Einsatz kam. In den ersten Rennen starteten die schnellsten Piloten von vorne. Verschiedene Startgruppen gab es nicht. Ziel war es, so Unfälle zu reduzieren und besseres Racing zu bieten.

Zum WorldCup-Wochenende im August wurde das System wieder abgeschafft. Viele Piloten und auch Zuschauer wünschten sich, dass die besten Piloten wieder von hinten starten und sich durch das komplette Feld kämpfen müssen. Das alte, bewährte System lieferte auch prompt wieder einige spannende Läufe.

Autos werden immer schneller

Erfahrung macht bekanntlich den Meister. Das sehen wir auch in der LMV8-Ovalserie am Raceway Venray. Mit den Jahren haben sowohl die Teams als auch die Fahrer Wege gefunden, schnellere Rundenzeiten auf den Asphalt zu brennen.

Am NASCAR-Euro-Wochenende wurden gleich mehrere Rekorde gebrochen. Barry Maessen stellte im Freien Training mit einer Rundenzeit von 19,010 Sekunden einen neuen LMV8-Rundenrekord auf. Im Qualifying zeigte US-Amerikaner und Late-Model-Veteran Dennis Jay Sargent Jr. sein Können. Er fuhr eine Rundenzeit von 19,037 Sekunden und zeigte damit, was in Venray möglich ist.

Da mit den schnelleren Rundenzeiten auch ein Wettrüsten der Teams einhergeht, wollen die Regelmacher aber dafür sorgen, dass die Autos nicht noch schneller werden. Die LMV8-Ovalserie soll für Fahrer attraktiv und vor allem bezahlbar bleiben. Deshalb soll für die Saison 2018 am Reglement gefeilt werden, um eine Kostenexplosion zu verhindern.

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Konstanz zahlt sich aus

Die Saison 2017 beweist, dass in der LMV8-Serie eine konstante Leistung belohnt wird. Vereinzelte Siege gepaart mit Ausfällen reichen in der Regel nicht, um den Titel zu holen. Das zeigte vor allem Jos Kuypers. Der erfahrene Niederländer fiel nur in einem einzigen Rennen aus und sammelte insgesamt 1531 Punkte – mit nur insgesamt fünf Laufsiegen.

Maessen bekam hingegen zu spüren, wie schwierig es ist, nach Ausfällen zurück an die Spitze zu fahren. Am ersten Renntag beendete der Niederländer kein einziges Rennen, da sich sein Motor bereits im Training verabschiedet hatte. Im Laufe der Saison kamen noch zwei weitere Ausfälle hinzu, weshalb er sich mit Platz zwei in der Meisterschaft zufrieden geben musste. Neun Siege halfen ihm nicht, um den Rückstand auf Kuypers wieder aufzuholen.

Ein weiteres gutes Beispiel dafür, dass Konstanz in der LMV8-Ovalserie der Schlüssel zum Erfolg ist, ist der Rookie Philipp Bachor. Der junge Wattenscheider hatte zwar einige Crashs, wurde aber nur in einem einzigen Lauf nicht gewertet. In allen anderen Rennen sammelte er fleißig Punkte. Das Resultat: Bachor sicherte sich in seiner ersten LMV8-Saison gleich Platz fünf in der Gesamtwertung. Vor ihm landeten noch Marcel Dekker (Platz vier) und Neuling Jeroen Hermans (Platz drei).

Spannende ASCAR-Wertung

Besonders eng ging es im Jahr 2017 in der neuen ASCAR-Wertung zu. In dieser Meisterschaft werden alle Piloten zusammengefasst, die mit symmetrischen Chassis in der LMV8-Ovalserie antreten. Milou Mets sicherte sich erst am letzten Renntag die Krone in der gesonderten Wertung. Sie siegte nur knapp vor Ralph Verberkt, dem nur 54 Zähler auf die schnellere Niederländerin fehlten. Aber auch im Gesamtklassement haben die ASCAR-Piloten sehr gute Ergebnisse erzielt – Mets sicherte sich Platz sieben.

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Die Idee der ASCAR-Wertung ist, so vielen Piloten wie möglich Zugang zur LMV8-Ovalserie zu bieten. Die Autos sind in der Regel kostengünstiger als die Chassis von Lefthander, die asymmetrisch und damit explizit für das Oval gebaut sind. Auch für Teams bieten die ASCARs eine gute Möglichkeit, talentierte Rennfahrer an die Rennklasse heranzuführen.

Crashs und Kosten

Die LMV8-Piloten haben in der vergangenen Saison wieder eine Menge Schrott produziert. Das ist ein Punkt, den die LMV8-Ovalserie in Angriff nehmen möchte. Die Crashs waren der Grund, warum viele Teams ihr Budget nach oben korrigieren mussten. Doch wie könnten die Organisatoren hier entgegen wirken?

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Spotter sind und bleiben ein spannender Diskussionspunkt. Einige Fahrer nutzen bereits welche, andere wollen keine haben. In der Saison 2018 bleibt der Einsatz von Spottern voraussichtlich weiterhin freiwillig. Da es schwierig ist, gute Spotter zu finden, ist das sicherlich der richtige Ansatz.

Motorsport ist und bleibt ein Sport, in dem jeder Pilot an seine Grenzen geht – oder manchmal sogar darüber hinaus. Fehler passieren und Unfälle gehören dazu. Ob es also möglich ist, die Crashs auf der Strecke von außen zu reduzieren, ist fraglich. Die Regeln sind schon jetzt eindeutig und tragen dazu bei, dass weniger Schrott anfällt. Es liegt also hauptsächlich an den Fahrern, denn sie haben letztendlich die Kontrolle über ihre Boliden.