Die Teilnehmerzahlen in der Klasse der National Hotrods sind im Jahr 2017 so hoch wie schon lange nicht mehr. Erlebt die beliebte Oval-Tourenwagenklasse ihren 2. Sommer?

Während am 1. Renntag am Raceway Venray im Jahr 2016 14 Piloten am Start standen, pilgerten beim Saisonauftakt 2017 sogar 19 Fahrer nach Ysselsteyn. Eine Entwicklung, die erfreulich und überraschend zugleich ist.

Mit Mario Daum, Jeffrey Roeffen und Patrick Simon hat die Rennserie 3 junge, talentierte Fahrer dazubekommen. Während Daum und Roeffen im Jahr 2017 ihre Debüts gaben, ist Simon schon länger in der Rennklasse unterwegs. Das ist sehr wichtig, um die National Hotrods auch in den kommenden Jahren am Leben zu halten.

Dieter Goldhausen, der Chef der Nederlandse Hotrod Rijders Gemeenschap (NHRRG), sagte gegenüber leadlap.de: „Ein wichtiger Schritt war, dass die NNO Ter Apel die Hotrods fest in ihr Programm aufgenommen hat. Auch der NOV Lelystad hat großes Interesse, die Rennserie regelmäßig starten zu lassen. Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung war, dass wir das Reglement zwischen 2010 und 2015 eingefroren haben, um die Kosten zu senken. Es gibt aber noch weitere zahlreiche Gründe für die gute Resonanz.“

Laut Goldhausen würde aber auch die Arbeit der NHRRG endlich Früchte tragen. Dass die Fahrer durch die Gemeinschaft direkten Einfluss nehmen und ihre Interessen vertreten können, würde sich ebenfalls positiv auf die Teilnehmerzahlen auswirken. Zudem würde der Vorstand genau auf die Einhaltung der Regeln achten.

Der Kampf um den Nachwuchs

Gerade für junge Piloten ist es eine Hürde, den Einstieg in die National Hotrods zu wagen, da die Rennserie im Vergleich zu anderen Autospeedway-Klassen ein relativ hohes Budget verschlingt.

Daum, Roeffen und Simon sind Musterbeispiele dafür, dass in der Klasse trotzdem neue Talente nachkommen. Es wird in Zukunft schwierig, wenn einige Routiniers den Helm an den Nagel hängen, die Teilnehmerzahlen hochzuhalten. Mit Uwe Mündelein hat sich nach der Saison 2016 ein guter Rennfahrer in den Ruhestand verabschiedet. Als Ehrenmitglied des NHRRG geht er der Serie aber nicht völlig verloren.

Goldhausen betonte: „Ohne die Unterstützung von Sponsoren, ist es jungen Fahrern nicht möglich, in die Rennklasse einzusteigen. Daher sind wir für jegliche Unterstützung für unseren Nachwuchs dankbar.“

Die NHRRG würde zudem alles tun, um seinen Teil für die Nachwuchsförderung beizutragen. Um die Serie für potenzielle Sponsoren interessant zu machen, würde die Gemeinschaft regelmäßig versuchen, die Rennklasse zu bewerben.

Die National Hotrods müssen ins Rampenlicht

Wie so oft arbeiten die Verantwortlichen der Serie ehrenamtlich. Ein Werbebudget ist ebenfalls kaum vorhanden. Daher sei die NHRRG auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. Jedoch sei es nicht so einfach, Unterstützung zu erhalten, verriet Goldhausen.

„Ich führe immer wieder Gespräche mit Leuten, die für das Fernsehen und Radio arbeiten. Manchmal klappt es, die Serie in den Formaten zu platzieren. Oftmals erhalten wir aber eine Absage.“

„Unser Ziel ist es, mehr Interesse für die Klasse zu generieren und unseren Sport für Sponsoren attraktiv zu machen. Dazu gehört auch, dass wir in Zukunft wieder in Posterholt starten. Daran arbeiten wir zurzeit sehr hart. Ein weiterer Wunsch der Gemeinschaft ist, die Teilnehmerzahlen in Ter Apel zu erhöhen, denn wir wollen den Fans dort spannendere Rennen bieten.“

Meckern auf hohem Niveau

Nach einigen Jahren Talfahrt, ist die Tourenwagenklasse wie der Phönix aus der Asche auferstanden. Die Rennen sind spannend und die Teilnehmerlisten gut gefüllt. Das Jahr 2017 hat das Potenzial zu einem der besten für die National Hotrods in den vergangenen 10 Jahren zu werden.

Die NHRRG ruht sich auf diesem Erfolg richtigerweise nicht aus und arbeitet bereits daran, diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren zu sichern. Dafür muss die Gemeinschaft alle Register ziehen und sich richtig reinhängen. Mit ein wenig Glück und Geschick kann die populäre Rennserie auch in Zukunft tolle Rennen auf höchstem Niveau bieten. Dafür müssen aber Piloten, Teams und die NHRRG hart arbeiten und alles geben.