In seiner Kolumne für leadlap.de berichtet der Berliner Marcel Berndt über den 4. Renntag in der European Late Model Serie (ELMS) im belgischen Warneton.

Schon bei Ankunft in Brüssel am Samstagmorgen erahnte ich, dass es am Rennsonntag eine Hitzeschlacht werden sollte. Dies war dann auch der Fall, sowohl Samstag in den Trainingssitzungen, als auch am Renntag.

Nur von Platz 9 in den ersten Lauf des Tages gestartet, kämpfte ich von Beginn an etwas mit Untersteuern, hielt dennoch die Punktejagd aufrecht. 10 Runden vor dem Ende des ersten Laufes, derzeit auf Rang 5 liegend, liefen wir, Arthur Lehouck und ich, auf den Niederländer Dave van Haarlem auf.

Aufgrund der höheren Pace von Arthur wäre es für mich schwer geworden, nach dem Überholvorgang von Dave, die Position nicht an Arthur zu verlieren. Also entschied ich mich 9 Runden vor Schluss, auf die Außenbahn zu gehen und nicht zu versuchen, van Haarlem zu überholen. Vielmehr blieb ich 8 Runden lang auf gleicher Höhe, sodass Arthur keine Möglichkeit hatte, auch nur einen von uns beiden zu überholen.

Circa 1,5 Runden vor Rennende erhöhte ich dann die Rennpace und setzte mich leicht (0,75 Wagenlängen) vor Dave und beendete das Rennen auf Rang 4, dicht gefolgt von van Haarlem auf Rang 5 und meinem härtesten Meisterschaftskonkurrenten aus Frankreich auf Rang 6. Gewonnen hat diesen ersten Heat des Tages ein anderer Franzose: Jean Vasseur. Somit machte ich 2 wichtige Punkte auf Arthur gut, denn in dieser Phase der Meisterschaft kann bekanntlich jeder Punkt ausschlaggebend sein.

Lauf 2 begann für uns wieder von Startposition 9, diesmal, nach kleineren Setupumstellungen, ging das Auto wie Hölle. Man hört von einem Rennfahrer selten die Worte “perfektes Auto”. In diesem 2. Lauf traf es allerdings voll und ganz zu.

Wir traten in diesem Lauf einen glatten Durchmarsch an, kämpften uns von Startposition 9 auf Rang 2 vor und schlossen sogar auf den Führenden, Vasseur, auf. Der Franzose war an diesem Wochenende das Maß aller Dinge. Leider gilt nun einmal im Motorsport “dran nicht vorbei” und so reichten mir die verbleibenden 2 Runden nicht aus, um noch einen ernsthaften Angriff zu starten. Den Lauf beendeten wir als auf Gesamtrang 2. Arthur lief auf Position 4 ein.

Das Finale, bestehend aus 60 Runden, der “Camso Cup”, begann für mich auf Rang 10. Nach Rennhälfte befanden wir uns schon auf Platz 4, mit nicht allzu großem Abstand auf Wim Moonen, der auf Position 3 lag. Die beiden Franzosen machten das Rennen vorn unter sich aus. Ab Runde 30 fiel dann leider in meinem Toyota Camry V8 das Bremspedal durch und ich musste mehrmalig das Bremspedal aufpumpen, um eine Art Verzögerung zu erhalten. Dennoch konnte ich meine Position und die so wichtigen Meisterschaftspunkte sichern, dicht gefolgt von Wim Verloo.

Nun kann es in der Meisterschaft glaube ich nicht spannender sein, denn es gibt nun 2 Tabellenführer: Arthur und ich führen die Meisterschaft nun mit 161 Punkten an, dicht gefolgt vom zweiten Franzosen Jean Vasseur mit 141 Punkten. Auf Gesamtrang 4 liegt nun der Südafrikaner Arnout Kok.

Nun folgt eine kleine ELMS-Pause, denn weiter geht es erst im August. Da für mich keine Langeweile aufkommen soll, werde ich mein Glück in der Zwischenzeit in England beim Shootout-Lauf in einem Legend Car im britischen RCD Team versuchen. Zudem findet im Juli der Auftakt zur Formula Student Weltmeisterschaft in Italien statt, wo ich wieder mit dem Berliner Team, Fasttube der TU Berlin, antreten werden.

Euer Marcel Berndt