Marcel Berndt hat in der Saison 2015 ganz neue Erfahrungen im Motorsport gemacht. Statt einen Late Model, fuhr er in der Formel Toyota und Formula Student um Rennsiege mit. Es war eine ganz neue, besondere Erfahrung für den jungen Berliner. Ich habe mit Marcel Berndt gesprochen.

Marcel Berndt #99 vs. Derk Siebers #77 © Arno van Heijster (senseofspeed.nl)

Marcel Berndt #99 vs. Derk Siebers #77 © Arno van Heijster (senseofspeed.nl)

Andre: Hallo Marcel. Nachdem wir uns im vergangenen Jahr bereits über deine bisherige Laufbahn im aktiven Rennsport unterhalten haben, würde ich dir nun gern einige Frage stellen zu der abgelaufenen Saison 2015.

Marcel: Hey Andre. Ja, sehr gern, schieß los.

Andre: Mir ist zu Ohren gekommen, dass du in deiner ersten Saison im Formelfahrzeug, erste Erfolge feiern konntest und für positive Überraschungen sorgen konntest?

Marcel: Ja, das könnte man so sagen. 2015 war ein erfolgreiches Jahr für mich. Ich nahm an der internationalen Formel Toyota Meisterschaft teil, fuhr die Europameisterschaft und spulte das komplette Programm zur Bahnmeisterschaft in Posterholt ab. Zudem war ich für das Motorsportteam der technischen Universität Berlin unterwegs und nahm an 3 Läufen zur Formula Student Weltmeisterschaft teil, in Hockenheim, Ungarn und Tschechien. Durchweg lief das Jahr sehr erfolgreich. Zu Beginn der Saison hatte ich mit der Umstellung vom Fahrzeug mit Dach auf den, für mich absolut neuen, Monoposto, einige Schwierigkeiten. Es sind vollkommen unterschiedliche Fahrzeuge und Antriebskonzepte, die natürlich auch komplett verschieden bewegt werden wollen. Das alles in kürzester Zeit zu lernen, zu verstehen und umzusetzen, war hierbei mein größtes Handicap. Dennoch konnte ich von der Erfahrung meiner Teammitglieder Derk und Franz hochgradig profitieren und konnte wertvolle Tipps schnellstens umsetzen. Die Erfolge ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Je mehr Rennkilometer ich sammeln konnte, desto mehr war ich bei der eigentlichen Musik mit dabei. Platz um Platz konnte ich mich Rennen für Rennen nach vorn kämpfen. Die zumeist fairen, aber hart geführten Zweikämpfe machten enormen Spaß. Mit dem ersten Laufsieg Mitte der Saison war natürlich einer der Saisonhighlights abgehakt. Ich konnte die Saison mit den Rookie-Titeln in der Bahnmeisterschaft, der niederländischen Meisterschaft und dem EuroCup erfolgreichen beenden. Im Gesamt konnte ich mich durch meine konstanten Platzierungen auf Platz 3 der niederländischen Meisterschaft und der Bahnmeisterschaft vorarbeiten. Die Formula Student WM (die Fahrzeuge werden ausschließlich von Studenten entwickelt, entworfen und gebaut) konnten wir in Ungarn Platz 9 einfahren und in Tschechien sogar auf die kleinste Stufe des Podests klettern. In Hockenheim fielen wir mit einem technischen Defekt am Drosselklappensystem leider aus. Bei bis zu 180 Fahrzeugen von allen Kontinenten war auch das für das erste Jahr (für mich, und das zehnte Jahr für das Team, wobei die Teammitglieder nach 2 bis max. 3 Jahren wechseln) eine hoch anzurechnende Leistung.

Andre: Mensch, herzlichen Glückwunsch Marcel. Ich freue mich, dass du nach dem Desasterjahr 2014 wieder zu deiner alten Form gefunden hast und voll abräumen konntest. Jetzt interessiert mich natürlich, wie es 2016 weiter geht. Hast du Pläne oder vielleicht schon Fahrerverträge, die unterschrieben wurden?

Marcel: Vielen Dank Andre. Ja, es gibt sowohl Pläne, als auch Fahrerverträge. Das schöne ist, ich kann den Jahreswechsel ruhig einleiten, da die meisten Sachen schon in Sack und Tüten sind, wie man so schön sagt. Allerdings werde ich dies erst in 6-8 Wochen bekannt geben dürfen. Du musst dich also noch ein wenig gedulden. Aber ich kann sagen, es wird wieder abwechslungsreich, ich werde wieder viel unterwegs sein und jede Menge Spaß haben.

Andre: Gut, ich hoffe auf baldiges Erscheinen der Termine und wünsche dir eine erfolgreiche und unfallfrei Saison 2016.

Warm-Up von Marcel Berndt © Arno van Heijster (senseofspeed.nl)

Warm-Up von Marcel Berndt © Arno van Heijster (senseofspeed.nl)