Patrick Heckhausen, 27 Jahre alt aus Krefeld, sitzt in dieser Saison zum ersten Mal in einem richtigen Rennwagen. Als Einstieg hat er sofort die schnellste Rennklasse auf dem Raceway Venray gewählt, den Late Model V8 Supercup. Die 2015er Saison ist seine erste Fulltime-Rennsaison überhaupt. Der Ostermontag, der erste Renntag dieser Saison, lief für Patrick noch nicht ganz rund. An Pfingsten dieses Jahres hat Patrick die Zuschauer jedoch sehr überrascht. Mit einem Doppelstart ging es für den jungen Krefelder ins Wochenende. Im Rahmenprogramm der Nascar Whelen Euro Serie nahm er an der V6 Pickup Truck Demo teil und konnte so wichtige Tracktime sammeln. Am Montag ging es dann im LMV8 Supercup wieder um Punkte. Mit neuem Setup und großen Selbstvertrauen ging es auf die halbe Meile des Raceway Venrays. Ich habe mit Patrick über seine Erlebnisse gesprochen.

Patrick Heckhausen lässt mich in seinem LMV8 Probesitzen © André Wiegold

Patrick Heckhausen lässt mich in seinem LMV8 Probe sitzen © André Wiegold

André: An Pfingsten bist du im Pickup Truck gestartet, wie war es für dich?

Patrick:  Es war für mich eine positive Erfahrung in dieser Tollen Serie fahren zu dürfen. Es waren zwar Demo-Fahrten und es ging sich um nichts, aber diese Pickup Serie mit den starken V6 Motoren ist schon eine sehr schöne Klasse.

André: Was sind die gravierenden Unterschiede zwischen den Pickup Trucks und einem LMV8?

Patrick: Es sind zwei verschieden Arten von Rennwagen, aber ich finde beide Klassen echt super. Grade die Pickup Klasse mit dem sequentiellen Schaltgetriebe und ohne Servolenkung macht richtig Spaß, da man schon etwas mehr zu arbeiten hat.

André: Am Sonntag konntest du im LMV8 Supercup ganze 24 leadlaps einfahren, das Auto lief scheinbar viel besser, warum?

Patrick: Wir hatten das Setup des Wagens noch etwas besser für mich angepasst, wussten selber aber nicht ob es gut für mich ist. Wie man sehen konnte hatten wir mit diesem Setup eine gut Wahl getroffen. Der Wagen lief Klasse.

André: Wie hat sich das neue Setup auf der Strecke ausgewirkt?

Patrick: Der Wagen lief einfach besser. Vorher war er schon echt gut, aber lief noch etwas unruhig. Dieses mal hab ich von Runde zu Runde immer mehr vertrauen entwickeln können, da der Wagen einfach super lief, trotz der anfänglichen Probleme mit der Lenkung.

Patrick konzentriert im Rennwagen © André Wiegold

Patrick konzentriert im Rennwagen – die Handschuhe vom Vorbild aus den USA (#88 Earnhardt Jr) © André Wiegold

André: Um Platz 1 bist du in einem heftigen Kampf mit Barry Maessen geraten, wie war das?

Patrick: Das 2. Rennen lief bis zur Gelblichtphase echt Klasse für mich, als ich dann noch in der Caution zwei mal von hinten angetitscht wurde und dann bei Green-Flag von Barry zwei mal von der linken Seite gut angestoßen wurde und dadurch auch leichten Kontakt mit der Mauer hatte, lief der Wagen nicht mehr so ideal und ich verlor leider gute Plätze. Ich fand diese Fahrweise von Barry nicht ganz korrekt, aber es war für mich keinen Grund mir ins Höschen zu machen.

André: Mit dem 5. Platz hast du deinen persönlichen Rekord aufgestellt. Was können wir in der Saison noch von dir erwarten? Hat sich deine Erwartungshaltung aufgrund der guten Ergebnisse an Pfingsten verändert?

Patrick:  Ich hoffe das es weiter gut für mich läuft und versuche natürlich diese Position zu halten und zu verbessern. Ich werde mein bestes geben und hoffe das ich weiterhin Glück habe und die Rennen, trotz vielleicht einmal leichten Kontakt, gut für mich verlaufen.

André: Du bist im Rahmenprogramm der Nascar Whelen Euro Serie gestartet. Wie lautet dein Fazit zu dem europäischen Ableger?

Patrick: Ich finde es ist eine tolle Klasse, grade weil ich unheimlich auf V8 Boliden stehe. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich etwas mehr Spektakel drumherum erwartet hätte.

Abschließend: Wie lautet dein Fazit zu den drei Tagen Motorsport pur?

Patrick: Die drei Renntage waren für mich eine sehr Positive Erfahrung und haben mich in meiner Rennkarriere, die ja noch ganz am Anfang ist, einiges gelehrt. Ich hoffe, dass die LMV8 Serie weiterhin positiv entwickelt und die Fanbasis weiter ansteigt.

Patrick auf dem Weg zurück ins Fahrerlager © André Wiegold

Patrick auf dem Weg zurück ins Fahrerlager © André Wiegold

Patrick ist der Sohn eines Rennfahrers, der bereits viel Autospeedway-Erfahrung besitzt. Wie so oft, wirkt die nächste Generation im Motorsport mit. Im LMV8 Supercup macht Patrick im Jahr 2015 eine gute Figur. Die Fans der #88 (im Stile eines Dale Earnhardt Jr.) können sicherlich noch einiges erwarten. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass diese Saison die Rookie-Saison des Rennfahrers vom Niederrhein ist. Ich werde mit leadlap.de weiterhin ein Auge auf die Karriere von Patrick Heckhausen werfen. Am 28.06.2015 wird er am Eurocup des LMV8-Supercups teilnehmen und dann heiß es wieder „Green flag, we are racing!“

Heckhausen überrascht am Pfingstmontag © André Wiegold

Heckhausen überrascht am Pfingstmontag © André Wiegold