Als ich mich verstärkt für den Autospeedway interessiert habe und in einigen Foren aktiv war, stieß ich immer auf einen Namen: Sascha Paar. Der 39 Jahre alte Krefelder ist ein fester Bestandteil der deutschen Autospeedway-Szene. Egal ob mit zustimmenden Kommentare oder in hitzigen Diskussionen, Sascha vertrat immer seine Meinung und gibt auch heute noch viel für den Autospeedway-Sport. Selbst auf der Kartbahn, bei einem Rennen des Ovalrace.com – Winterpokals, kämpften Sascha und ich Runde für Runde um einen Platz. Ich habe ihn noch als Fotograf kennengelernt. Heute fährt Sascha in der Stockrods-Klasse auf dem JaBa Circuit in Posterholt. Seine ersten Rennen bestritt er beim deutschen Akkaraze. Ich habe mit Sascha ein ausführliches Interview gehalten, in dem er seine Stellung zum Sport, seiner Passion zum Rennen fahren und seine Pläne für die Zukunft beschreibt.

Sascha Paar 2013 Stan Libuda

Sascha Paar 2013 © Stan Libuda

André: Wie und wann bist du auf den Autospeedway aufmerksam geworden?

Sascha: Der Autospeedwaysport wurde mir durch meine Familie in die Wiege gelegt. Mein Onkel war der Veranstalter der leider 1987 geschlossenen Bahn in Kaldenkirchen wo ich praktisch aufgewachsen bin. Meine Mutter und meine Patentante haben dort den Eintritt kassiert und mein Patenonkel und mein Vater waren Starter.  Dadurch und vor allem weil mein Vater auch auf anderen Strecken als Starter tätig war habe ich bereits in frühster Kindheit viele verschiedene Strecken besuchen können wie z.B. Posterholt, Recklinghausen und Tilburg und 1977 ging es dann auch bereits zum ersten Mal zur Hot Rod WM nach Ipswich in England. Nach der Schließung von Kaldenkirchen habe ich den Kontakt zu diesem Sport verloren bis ich 1996 ein Plakat von Venray gesehen habe. Daraufhin habe ich wieder angefangen dem Sport auf den diversen Strecken zu folgen.

André: Welche ist deine liebste Rennstrecke und warum?

Sascha: Posterholt auch wenn das nun vielleicht engstirnig klingen mag. Es liegt aber nicht daran das ich selber dort fahre sondern weil mir die Strecke von der Größe her gefällt. Sie ist von den Asphaltbahnen hierzulande halt die „englischste“. Aber auch Emmen gefällt mir sehr gut.

André: Warum hast du dich für dich Stockrods entschieden?

Sascha: Die Entscheidung wurde mir eigentlich von meinem Team-Kameraden Frank Kühnen abgenommen weil er mir die Grundlage in Form eines Autos angeboten hat. Dazu gab es für die erste Saison noch einen Leihmotor von dem niederländischen Sprint 1300 Fahrer Ard Hermanns und dann war das Auto schon fast rennfertig. Es ist aber natürlich auch eine Frage der finanziellen Mittel und auch wenn die Stockrod-Klasse natürlich ebenfalls ein gewisses Budget voraussetzt denke ich ist sie von den in Posterholt fahrenden Klassen noch eine der günstigeren.

André: Was sind die technischen Grundlagen dieser Klasse?

Sascha: Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen ist die Klasse auf 8 Ventil-Motoren mit 1400 Kubikzentimeter begrenzt. Da wir alle Opel fahren, aufgrund der Einfachheit des Tunings, nehmen wir als Grundlage zumeist den C14SE Motor. Die Nockenwelle ist freigestellt und die Hydraulikstößel werden z.B. durch verschweißen fest gesetzt da sie sonst den Drehzahlen von 8000+ Umdrehungen pro Minute nicht folgen könnten. Man darf die Verdichtung erhöhen und ein leichtes Schwungrad verbauen. Daneben sperrt man das Differential zu 100% durch verschweißen. Neben Übermaßkolben maximal 1mm in die man Ventiltaschen fräsen darf und dem Pierburg 2E Vergaser war es das schon im Groben. Die Leistung wird von 82PS Serie somit auf ca. 120 PS gesteigert. Durch den Einheitsreifen, dem Ausschluss von teureren Fahrwerkteilen und die einfache Verwendung bzw. Bearbeitung vieler Serienteile kann man in dieser Klasse noch recht viel selber tun, etwas technischem Verständnis und handwerklichem Können vorausgesetzt.

Sascha Paar 2013 © Stan Libuda

Sascha Paar 2013 © Stan Libuda

André: Was unterscheidet die Stockrods von anderen Klassen?

Sascha: Da es „eigentlich“ eine Non-Kontakt Klasse mit Karosserieautos ist vergleiche ich sie mal kurz mit Posterholts PAC Standart und Sprint 1300. Die Standartklasse ist wahrscheinlich kostentechnisch ähnlich aber finde die Fahrzeuge leistungstechnisch doch zu verschieden für Standart wobei dies je nach Renntag mal mehr oder weniger groß zu sehen ist. Bei der Sprintklasse kosten alleine die Reifen schon ein Mehrfaches von unseren. Die Klasse hat zwar ihren Reiz aber leider mit zu wenigen Teilnehmern zu kämpfen. Bei den Stockrods gefällt mir vor allem das größte Starterfeld der genannten Klassen welches tolle Zweikämpfe durch das ganze Feld ergibt. Die komplette Blechhaut vergibt auch den ein oder anderen Feindkontakt aber dieser soll vom Veranstalter weitestgehend unterbunden werden.

André: Gibt es einen Traum, den du dir bezüglich Autospeedway noch erfüllen willst?

Sascha: Wenn es finanziell möglich wäre gäbe es sicherlich auch andere Klassen die reizen würden wie zum Beispiel BriSCA F1 oder F2 und auch bei den 2ltr Hot Rods mitzufahren würden mir sehr gefallen aber ich fühle mich zur Zeit in der Stockrod Klasse wohl und hoffe das bleibt auch so bei weiterhin steigender Teilnehmerzahl.

André: Wie verlief die Saison 2014 für dich?

Sascha: Die Saison war für mich eher durchwachsen. Zuerst bin ich natürlich auf mein neu gebautes Auto stolz jedoch hat dieses noch diverse Kinderkrankheiten aber der letzte Renntag lief nun doch ganz gut. Der Motorschaden im Juni war natürlich ein großer Dämpfer aber ich hoffe mit dem neuen Motor habe ich länger Glück.

André: Was sind deine Pläne für die neue Saison 2015?

Sascha: Nachdem ich mich seit meinem Start bei den Stockrods 2011 jedes Jahr in der Meisterschaft verbessern konnte wird das 2014 leider nichts. Daher hoffe ich auf eine Top 5 Platzierung in 2015 und mal wieder einen Pokal mitzunehmen. Daneben hoffe ich auf noch mehr Teilnehmer in der Klasse um z.B. dann vielleicht mal diese Klasse bei einem Gastauftritt in Ter Apel zu präsentieren.

Vielen Dank Sascha für das ausführliche Interview!

Offizielle Seite: mafra-racing.de