Jennifer Maas steht kurz vor ihrem ersten Start in der Stockcar F2 in den Niederlanden – Die deutsche Piloten war in Lelystad, um erstmals ihr Fahrzeug zu testen – Ihr Mechaniker „Jimi“ rettete mit einer kreativen Lösung den Trainingstag

Der erste Trainingstag von Jennifer Maas in Lelystad hätte besser laufen können: Nur wenige Tage vor der ersten Fahrt hat die deutsche Piloten ihr Fahrzeug erhalten. Ihr Team musste das Auto in kürzester Zeit für den ersten Einsatz optimieren. Am Testtag machte Maas erst ein kaputter Schalthebel einen Strich durch die Rechnung. Einer ihrer Mechaniker rettete den Test aber mit einer kreativen Lösung.

„Auf der Strecke habe ich mich anfangs zurückgehalten, um für das Auto und den Kurs ein Gefühl zu bekommen“, so Maas gegenüber leadlap.de. „Das klappte aber nicht, da ich plötzlich spürte, dass der Schalthebel locker war. Nur wenige Sekunden später hatte ich ihn komplett in der Hand.“ Maas dachte, sie müsse nur eine Schraube nachziehen, um das Problem zu lösen. Dem war aber nicht so.

„Ein Gummi war poröse und ist einfach zerfallen“, erklärt Maas. Die Mechaniker versuchten, das Problem mit Tape und Bändern zu lösen. Das klappte jedoch nicht. Außerdem habe keines der anwesenden Teams das nötige Ersatzteil dabei gehabt. „Dann zerlegte Jimi wie MacGyver einen Schraubenzieher und funktionierte den Griff zu einem Gelenk um. Hätte er das nicht gemacht, hätten wir einpacken können.“

Die Notlösung funktionierte und deshalb konnte Maas doch noch für viele Runden auf die Strecke, um ihr Testprogramm abzuspulen. „Es war wirklich eine Meisterleistung, was Jimi da gebaut hat“, sagt Maas. „In diesem Moment ist mir der ganze Stress von den Schultern gefallen.“ Nach einigen Runden verließ Maas wieder das Oval. Sie erklärt, dass das gesamte Team mit ihrer Leistung zufrieden gewesen sei.

„Ich habe es geschafft, zwei Fahrer zu überholen“, strahlt sie. „Es hat sich verdammt gut angefühlt.“ Jetzt müsse sich die deutsche Rennfahrerin aber noch an einige Dinge in der Stockcar F2 gewöhnen: Ein Punkt sei die eingeschränkte Sicht, die Manöver erschweren würde. „Ich wollte in den letzten Runden etwas probieren, bin direkt von der Strecke abgekommen und sogar kurz abgehoben. Von außen sah es wohl sehr spektakulär aus, denn die Jungs meinten, ich sei rund einen halben Meter in der Luft gewesen.“

Maas betont, dass sie sich in dem Fahrzeug sehr sicher fühlen würde. „Glücklicherweise gab es noch keinen Vollkontakt mit meinen Konkurrenten“, scherzt Maas. „Hier und da ist mein Auto mal ausgebrochen, aber ich habe es immer geschafft, es wieder einzufangen.“ Insgesamt würde das Auto aber sehr gut liegen, was Maas sehr freut. Nun wolle sie an ihrer Fahrlinie und an ihrem Fahrstil feilen, um noch schneller zu werden.

Bis zum Saisonstart plant Maas weitere Testtage: Bevor es am 24. März zum Training am Raceway Venray geht, will die Rheinländerin noch zweimal das Oval in Lelystad besuchen, um an ihren Fähigkeiten und am Setup des Fahrzeugs zu arbeiten. „Das Team hat vor dem ersten Test rund um die Uhr am Auto gearbeitet“, so Maas. „Jeder hat natürlich einen richtigen Beruf. Deshalb danke ich allen für ihren Einsatz! Es ist unglaublich, was meine Mannschaft in den wenigen Tagen auf die Beine gestellt hat.“