In seiner neusten Kolumne für leadlap.de spricht Marcel Berndt über seinen ersten Start in der australischen Legend-Cars-Serie – Außerdem blicken wir auf seine Pläne im Jahr 2018

Die Vorfreude auf meine erste interkontinentale Saison war natürlich riesig. Umso bitterer für uns, dass gleich das Auftaktrennen im Jahr 2017 aufgrund der Wetterbedingungen abgesagt werden musste. Die lange Reiserei, die Vorbereitung, die Vorfreude waren gar nicht einmal das Problem. Das Problem war, dass ich diesmal auf dem noch nie zuvor getesteten Untergrund (Dirt-Oval) von vornherein nur sechs Events Zeit habe.

Das sechste Event ist jedoch hierbei schon das australische  Titel-Wochenende. Mit stark besetztem Feld von rund 50 Fahrzeugen und über 200 Fahrzeugen am National Wochenende im April ist die Klasse der Australian Dirt Legends extrem gut gefüllt. Ohne jegliche fahrerische Vorbereitung ist es hier nahezu unmöglich, einen der vorderen Plätze zu ergattern. Umso wichtiger war diesmal wieder die visuelle Vorbereitung im Simulator. Dazu wurden stundenlang Onboard-Aufnahmen studiert und analysiert.

Die Intensität der Vorbereitung kam der aus dem Winter 2012/2013 nahe, als wir uns hochmotiviert auf die Saison in der grünen Hölle mit vw-motorsport.eu vorbereitet hatten. Aufgrund der fehlenden Erfahrung auf Dirt tat das erste ausgefallene Wochenende besonders weh.

Umso besser lief der zweite Renntag: Nach intensiver Aufarbeitung mit meinem Fahrercoach nach jeder Trainingssession ging es in die Vorläufe. Die Gesamtzahl der erfahrenen Punkte entscheidet hierbei über den Einzug ins A-, B- oder C-Finale. Mit zwei fünften und einen sechsten Platz schafften wir es direkt ins B-Finale. Von Startplatz vier ging es ins Rennen. Hierbei zu erwähnen ist noch, dass die ersten drei Plätze des B- und C-Finales ins jeweilig höhere Finale aufsteigen und dort von hinten starten.

Nach einer fehlerhaften Linienwahl zu Beginn des Laufes fiel ich von Platz vier auf Platz sechs zurück. Fehler erkannt, Fehler ausgemerzt! Stück für Stück arbeitete ich mich auf Rang drei vor und fühlte mich trotz fehlender Erfahrung auf Anhieb erstaunlich wohl auf dem neuen Untergrund. Mit meinem dritten Platz qualifizierte ich mich also direkt für das A-Finale. Ich denke, da kann man nicht meckern, wenn man die fehlenden Kilometer beachtet und den Erfahrungsvorsprung, den meine Kontrahenten haben.

Im A-Finale konnte ich mich dann aufgrund einiger Rangeleien von Rang 23 auf Rang 19 vorarbeiten und beendete meinen ersten kompletten Renntag auf einem Dirt-Oval auf Gesamtrang 19 – Rang sechs von 28 in der Klasse Semi Pro und als bester Rookie.

Euer Marcel Berndt

Die Motorsport-Saison von Marcel Berndt

Im Jahr 2018 wird Marcel Berndt interkontinental Rennen fahren. Mit dem Aufwind des Titelgewinns in der CAMSO V8 am Speedway unterschrieb der Berliner einen Vertrag bei Australian Legend Cars. Hier startet er als einziger Deutscher in der Saison 2017/18. Die Rennen der beliebten Dirt-Track-Serie werden auf dem Valvoline Speedway in Sidney ausgetragen.

Parallel dazu startet Berndt in Großbritannien in der Legend-Car-Serie. Im Jahr 2018 wird er alle Meisterschaftsläufe absolvieren. Die Rennen finden auf verschiedenen Rennstrecken auf der Insel statt. Außerdem bleibt eine weitere Konstante bestehen: Berndt wird wieder für die TU Berlin im Team FastTube an der Formula-Student-Meisterschaft teilnehmen. Hier plant der Berliner weiterhin mit einer langfristigen Kooperation.