Am 2. Renntag der LMV8-Ovalserie 2017 boten die Piloten den Zuschauern spannende Rennen. Jeroen Hermans und Barry Maessen teilen sich den 1. Platz in der Tageswertung. Jedoch wurden die Läufe auch von schweren Unfällen überschattet.

Die Pole-Position sicherte sich Jos Kuypers, der als Tabellenführer zum 1/2-Meilen-Oval im niederländischen Ysselsteyn reiste. Er umrundete den Kurs in 19,379 Sekunden. Barry Maessen, der nach seinem Motorschaden beim Saisonauftakt zurückkehrte, fuhr die zweitschnellste Zeit. Rookie Jeroen Hermans komplettierte die Top 3 mit einer Rundenzeit von 19,519 Sekunden.

Bester deutscher Pilot war Hans-Jürgen Hummen. In seinem Camaro mit der Startnummer 99 fuhr er eine Bestzeit von 19,945 Sekunden. Für die anderen Fahrer aus Deutschland verlief das Qualifying alles andere als optimal. Marko Stipp landete nur auf Rang 11. Patrick Heckhausen sicherte sich vor Stefan Oberndorfer Startplatz 13. Bachor musste sich nur mit Position 16 zufrieden geben. Christoph Kragenings konnte gar nicht am Zeittraining teilnehmen, da zuvor ein Servoschlauch im Motorraum des Racing-Total-Mustangs geplatzt war.

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Im 1. Lauf des Tages krachte es nach nur wenigen Kilometern zum 1. Mal. In den Unfall war unter anderem Hans-Jürgen Hummen verwickelt. Er musste sein Fahrzeug anschließend im Infield parken. Das Rennen gewann Tabellenführer Kuypers. Der Niederländer musste für diesen Sieg aber hart arbeiten, da ihn Maessen und Hermans dicht auf den Versen waren. Immerhin trennten die Top 3 bei der Zieleinfahrt nur 0,749 Sekunden. Stipp kämpfte sich in seinem ASCAR des Teams Racing Total auf Rang 9 vor. Auch Bachor machte einige Positionen gut und sicherte sich Platz 12. Heckhausen kam vor Oberndorfer auf Position 14 ins Ziel. Kragenings, dessen Auto sein Team vor dem Start des Rennen noch repariert hatte, beendete das Rennen auf Platz 18.

Im 2. Rennen der LMV8-Ovalserie kam es zu einer Schrecksekunde: Stipp fuhr auf der Start-Ziel-Geraden innen neben Roald Severens. Plötzlich berührten sich die Fahrzeuge, sodass Stipps Camaro abhob. Anschließend knallte der Racing-Total-Bolide nahezu ungebremst in die Mauer von Turn 1. Stipps Auto kam erst in Turn 2 zum Stehen. Sofort waren die Rettungskräfte vor Ort, um Stipp zu helfen. Aufatmen: Der erfahrene Rennfahrer verließ das Fahrzeug aus eigener Kraft, war aber ersichtlich verletzt. Gegenüber leadlap.de sagte Stipp, dass ihm sein Arm und das Knie schmerzen würden, aber alles halb so wild sei. Er würde sich aber am Folgetag sofort von einem Arzt durchchecken lassen. Wie hart der Crash war, beweist der Schaden am Fahrzeug: Der Rohrrahmen des Stockcars war nämlich an einer Stelle gebrochen.

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Nach den Aufräumarbeiten wurde das Rennen wieder aufgenommen. Maessen siegte nach einem harten Kampf vor Hermans, dem nur 0,468 Sekunden auf die Spitze fehlten. Kuypers komplettierte die Top 3. Bester deutscher Pilot war Bachor, der in seinem Chevrolet auf Platz 9 ins Ziel kam. Heckhausen verpasste die Top 10 und landete nur auf Platz 13. Hummen, dessen Fahrzeug vom Team wieder auf die Strecke gebracht wurde, überquerte die Ziellinie auf Rang 15. Kragenings, der sich wieder aus allen Scherereien raus hielt, krönte ein fehlerfreies Rennen mit Platz 16.

Auch im Final-Rennen kam es zu einem heftigen Unfall. Zwischen Turn 3 und 4 kam Bachor kurz vor Rennende ins Schleudern und krachte heftig in die Wand. Auch bei ihm mussten die Rettungskräfte tätig werden. Nach kurzer Zeit verließ Bachor das völlig zerstörte Auto und stieg für weitere Untersuchungen in den Krankenwagen. Der 19-Jährige hat einige Prellungen erlitten, ist aber wohlauf. Immerhin scherzte er, als er wieder in die Boxengasse zurückkam und fragte sein Team, ob es das Fahrzeug für einen weiteren Einsatz bereits repariert habe. Zudem erklärte er, er habe die Ideallinie verlassen, um den anderen Piloten um sich herum mehr Platz zu bieten. Aufgrund der schmutzigen Fahrbahn abseits der Linie habe er dann die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren.

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Da das Rennen nach dem Unfall abgebrochen wurde, zählte die Reihenfolge zum Zeitpunkt der gelben Flagge. Hermans holte seinen 1. LMV8-Sieg, da er Maessen erfolgreich hinter sich hielt. Kuypers landete erneut auf Platz 3. Heckhausen verpasste die Top 10 nur knapp. Der Krefelder beendete das Rennen auf Position 11. Bachor wurde trotz des Crashs auf Rang 14 gewertet. Kragenings musste sein Fahrzeug frühzeitig abstellen. Erneut war es der Servoschlauch, der Schwierigkeiten bereitete. Im Infield kam es dazu noch zu einem Kabelbrand, der von den Rettungskräften gelöscht werden musste.

Die Tages- und Gesamtwertung

In der Tageswertung teilten sich Hermans und Maessen den 1. Platz. Beide Fahrer sammelten insgesamt 234 Punkte. Kuypers sicherte dahinter den 3. Platz mit 221 Zählern. Während Bachor (Platz 11) 114 Punkte auf sein Konto verbuchen durfte, holte Heckhausen (Platz 12) 108 Zähler. Hummen, Stipp, Oberndorfer und Kragenings beendeten den Renntag aufgrund ihrer Ausfälle auf den hinteren Plätzen in der Tageswertung.

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In der Gesamtwertung führt Kuypers weiterhin die Meisterschaft an. Der erfahrene Niederländer hat insgesamt 465 Punkte auf seinem Konto gut geschrieben. Auf Platz 2 liegt überraschend Rookie Hermans, der bisher 402 Zähler sammelte. Die Top 3 komplettiert Ralph Verberkt mit 356 Punkten. Bester Deutscher ist Heckhausen auf Platz 7. Im fehlen zurzeit 5 Punkte auf Milou Mets, die auf Position 6 liegt. Direkt dahinter belegt Bachor Platz 8 mit 258 Punkten. Hummen, der in den ersten 2 Renntag 182 Zähler sammelte, liegt auf Platz 13. Stipp (Platz 15), Kragenings (Platz 17) und Oberndorfer (Platz 20) sind zwar etwas abgeschlagen, haben aber noch alle Chancen, um in die Top 10 zu gelangen.

Ein Besuch in der Race Control

Beim 2. Lauf durfte ich, André Wiegold, der LMV8-Leitung bei der Arbeit zusehen. Während Rennleiter Marc Stegmeijer den Piloten klare Anweisungen gab, kommentierte sein Kollege das Rennen für die Zuschauer. Mehrere Augen verfolgten das Renngeschehen und notierten sich wichtige Situationen.

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Als Stipp im 2. Rennen abflog, reagierte Stegmeijer schnell. Er lotste die Piloten um die Unfallstelle herum und unterbrach das Rennen, damit die Rettungskräfte sich in Ruhe um Stipp kümmern konnten. Er sagte, es sei ein heftiger Einschlag gewesen. Da alle Teile der Strecke mit Kameras versehen sind, wurde sofort nach Wiederholungen aus den verschiedensten Perspektiven gesucht. Schnell schnitt ein Mitglied der LMV8-Crew das Videomaterial zusammen, sodass die Rennleitung einen guten Überblick über den Unfallhergang hatte.

Bildergalerie; Pfingstrennen am Raceway Venray 2017

Die Rennleitung und alle Mitarbeiter machen einen harten Job. Allen muss ich daher meinen Respekt aussprechen, denn sie sind während des gesamten Rennens in einer harten Drucksituation. Platz für Fehler gibt es nicht. Für mich persönlich war es eine tolle Erfahrung, der Rennleitung bei der Arbeit zuzusehen.