Formula Student ist eine Serie, die in der populären Motorsportwelt noch nicht stark vertreten ist. Dies könnte daran liegen, dass hierbei nur Studenten teil nehmen dürfen. Jedoch wachsen in dieser Serie die Renningenieure von morgen heran.

Ein Event setzt sich aus mehreren statischen Disziplinen und den dynamischen Disziplinen zusammen. Bei den statischen Disziplinen werden Engineering Design, Cost Report, Fuel Efficiency, Herstellung und Ideenumsetzung von anerkannten Juroren auf Herz und Nieren geprüft und mit Punkten versehen. Die fahrerischen Disziplinen bestehen aus Acceleration, Skid-Pad (bewässerte 8), Auto-Cross (eine 1-1,5km lange Strecke, 4mal 1 Runde auf Zeit) und Endurance (die identische Strecke aber 11 Runden von Fahrer 1 und 11 Runden von Fahrer 2). Es gibt getrennte Wertungen für Elektroantriebe und Verbrennungsmotoren, allerdings wird am Ende eine gemeinsame Wertung aufgelistet.

Marcel Berndt, Fahrer des Teams der TU Berlin! Studenten erschufen diesen Boliden! © MB Motorsport

Marcel Berndt, Fahrer des Teams der TU Berlin © MB Motorsport

Die Formula-Student-WM findet weltweit statt, erfreut sich also auch Teams, weltweiter Herkunft. Ob aus Bangkok, Beijing, Tel Aviv, dem gesamten Europa, Orange County (USA), nahezu jede Universität, bzw. Hochschule besitzt solch ein Rennteam, welches ausschließlich von Studenten geführt wird. Der Konstruktionsprozess, sowie Fertigstellung, Aufbau, Testphase und Events liegen in den Händen der Studenten. Über 500 Teams weltweit sind momentan im World Ranking registriert, auf Platz 40 die TU Berlin (FastTube) mit dem Berliner Rennfahrer Marcel Berndt hinter dem Lenkrad.

Das Team bereitet den Wagen für den Einsatz vor Studenten erschufen diesen Boliden! © MB Motorsport

Das Team bereitet den Wagen für den Einsatz vor © MB Motorsport

„2015 war meine erste Saison Formula Student. Bedenkt man, dass dieses agile Wettbewerbsfahrzeug, welches ich steuern durfte, einzig und allein von Studenten aus Bachelor und Master Studiengängen hergestellt wurde, ist das, so finde ich, eine beeindruckende Leistung. 2015 fuhren wir nach diversen Testtagen zu den Events nach Hockenheim, nach Ungarn (Hafengelände Györ) und nach Tschechien (Rennstrecke Most). In Hockenheim mit weit über 100 Teams hatten wir leider einige technische Probleme mit der Schaltung, die uns das gesamte Wochenende ruinierte. Zusätzlich kamen dann noch Probleme mit der Drosselklappensteuerung dazu, die das endgültige Ausscheiden zur Folge hatte. Besser lief es da schon in Ungarn. Mit einem 9.Platz im Gesamtklassement konnte wir uns schon sehen lassen. Die absolute Krönung lieferten wir dann in Most ab. Bei eisigem Wind und sibirischen Verhältnissen erklommen wir die kleinste Stufe des Treppchens und fuhren das beste Ergebnis der TU Berlin ein, seit bestehen. Nun hoffen wir natürlich, mit einem neuen Auto 2016 wieder voll angreifen zu können.“, so der 27 jährige Berliner kurz nach dem Jahreswechsel.

Racing und Engineering für Studenten! Studenten erschufen diesen Boliden! © MB Motorsport

Racing und Engineering für Studenten © MB Motorsport

Dank der Zusammenarbeit mit der TU Berlin konnte ich einige brisante Daten des neuen 2016er-Modells in Erfahrung bringen, welches sich gerade in der Bauphase befindet.

Aufgebaut mit einem Gitterrohrrahmen aus 25CrMo4 steht das 200kg leichte Renngefährt mit extrem kurzem Radstand auf 7,5 mal 10 Zoll breiten Felgen mit Hoosier-Slicks, die Bodenhaftung wird verstärkt durch Öhlins Dämpfer, gepaart mit H&R Federn. Angetrieben wird das Hauptstadtrenngerät durch einen 450ccm 1Zylinder BMW Motorradmotor, aufgeladen durch einen Continental-Ecoboost-Abgasturbolader und mit einem 19mm Airrestrictor versehen (reglementbedingt durch E85 Abstimmung), was eine ungefähre Leistung von 90PS zur Folge hat. Ich würde natürlich gern noch mehr Details preis geben, allerdings hält sich das Team zu Drehmoment etc etwas bedeckt, man will natürlich mit Rundenzeiten überzeugen und nicht mit niedergeschriebenen Werten.

Marcel Berndt in © MB Motorsport

Marcel Berndt in Aktion © MB Motorsport