Für leadlap.de hat Fotograf Michael Großgarten die Erlebnisse seiner Reise als akkreditierter Fotograf zum legendären Kurs im britischen Brands Hatch zusammengefasst – Er besuchte dort die Rennen der NASCAR-Euroserie

Liebe Motorsport-Fans,

ich begleite die Serie nun schon seit einigen Jahren, ob nach Zolder, Le Mans oder Venray, aber in diesem Jahr sollte es etwas ganz Besonderes sein. Ich hätte mich für Spanien, Italien oder England entscheiden können. Doch die Entscheidung viel mir einfach, denn viele meiner Freunde meinten, Brands Hatch sei die beste Veranstaltung der EuroNASCAR im Jahr.

Nun blieb nur noch die Frage: wie kommen ich da hin? Selber fahren, fliegen oder mit einer Reisegruppe? Ich entschied mich dann aber für letzteres. Ich buchte eine Fünf-Tage-Reise bei Hubertus Heyman von Racing-Total. Als nächstes stand dann die Frage der Akkreditierung an, aber hier halfen mir wie immer Gian Luca Guiglia, der Pressechef der EuroNASCAR, und mein Freund André Wiegold, der ebenfalls im Media-Team der Serie arbeitet.

© Michael Großgarten

Als das alles geklärt war, blieb mir nur noch eins übrig! Es musste technisch aufgerüstet werden. Kurz vor der Reise kaufte ich mir noch die neue Canon 6d Mark 2 und das Objektiv Tamron 150-600. Nun konnte es endlich los gehen.

Abgeholt wurden wir am Meckenheimer Kreuz von unserer Fahrerin Regina Riedel und dann ging es weiter nach Nettetal wo weitere Reiseteilnehmer und Teammitglieder von Racing-Total eingesammelt wurden. Nun ging es an Antwerpen und Gent vorbei zum Euro-Tunnel nach Calais. Nach einem 90 Minuten langen ungewollten Aufenthalt, ging es dann mit dem Zug unter dem Ärmelkanal nach England. Das war sehr aufregend und interessant.

In England angekommen, mussten wir uns erst einmal an die ganzen „Geisterfahrer“ gewöhnen. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir dann endlich glücklich in Brands Hatch an. Aber Regina und Hubertus hatten noch ein extra Highlight für uns: Sie fuhren mit uns eine Runde über die Strecke. Dann ging es in das Hotel Holiday Inn in Dartfort, das Hotel in dem auch Bobby Labonte untergebracht war.

Freitags morgen ging es dann schon früh zur Strecke, wo ich dann auch auf meinen Freund Simon Mones traf, der mich an diesem Wochenende an der Strecke begleitete. Es ging erstmals zum Pressezentrum, wo wir André und Gian Luca begrüßten. Dort erfuhren wir, dass es eigentlich für Freitags keine Akkreditierung geben würde. Aber es gelang uns, eine zu bekommen, obwohl ich meine Versicherungsunterlagen im Hotel vergessen hatte.

Nun ging es endlich an die Strecke, um die ersten Fotos zu machen und um die besten Plätze für das Wochenende zu finden. Bei diesem Rundgang habe ich mich in die Rennstrecke von Brand Hatch verliebt, denn sie kommt meiner Lieblingsstrecke, der Nürburgring Nordschleife, schon sehr nahe, obwohl Brands Hatch halt kürzer ist.

Am Ende des ersten Tages ging es erschöpft und müde ins Hotel zurück, allerdings ließ ich den Abend noch mit ein paar Drinks ausklingen. Das geschah aber jeden Abend, was an der lustig und schönen Atmosphäre in der Reisegruppe lag. Nach einer kurzen Nacht und einem guten Frühstück ging es wieder an die Strecke.

© Michael Großgarten

Am Kurs angekommen, das hinterlegte Media-Ticket abgeholt und danach zur Akkreditierungsstelle – heute ging alles reibungslos und schnell. Wir gingen schnell zum Streckenabschnitt „Druids“, denn es sieht wirklich wunderbar aus, wenn die Autos aus der Talsenke hoch kommen und dann unter der Brand Hatch Brücke her fahren. Nach dem Qualifying hatten wir noch Zeit und schauten uns die Fan Arena an. Ich kann nur sagen fantastisch von alten NASCAR-Boliden über Transformers und ohne Ende US-Cars. Besonders viele Filmautos waren dabei, was mich als begeisterter Film-Fan besonders begeisterte.

Nach einer guten Stärkung in der Hospitality von Racing-Total – hier noch mal ein Danke an das ganze Team – war es auch schon wieder Zeit an die Strecke zu gehen, denn das erste Rennen stand an. Diesen Lauf verfolgten wir aus dem Infield im Bereich „Druids“. Danach schnell zur Siegerehrung. Simon war schon vorgegangen um Bilder zu machen, sollte ich es nicht rechtzeitig schaffen, aber ich kam pünktlich an.

Nun zum Pressezentrum um die Fotos zu sichten, vielleicht war ja ein gutes für André dabei. Nach kurzer Pause ging es auch schon wieder weiter mit dem zweiten Rennen, auf das ich mich besonders freute, denn hier fuhr mein Freund Clemens Sparowitz sein erstes Rennen. Ich durfte ihm das Wochenende als Motivator und Berater begleiten und was soll ich sagen? Alles was wir uns vorgenommen haben, hatte er top umgesetzt.

© Michael Großgarten

Nach dem Rennen ging es dann wieder an die Sichtung der Fotos und die Vorbereitung für ein Interview mit Clemens und Advait Deodhar vom Team Dexwet-DF1 Racing. Beide gaben teilten mit uns ihre Eindrücke ihrer ersten Rennen.

Für Sonntag sollte noch ein besonderes Highlight anstehen: ein Interview mit NACAR-Legende Bobby Labonte. Bei der ganzen Arbeit, die wir hatten, war es dann auch schon wieder Zeit, um zum Hotel zurückzukehren. Sonntag erfolgte wieder der Weg zu Strecke welche prall gefüllt war. Ich schätze 50.000 Zuschauer und wenn man die Fotos von der Startaufstellung sieht, kann man das auch glauben, einfach ein überwältigender Anblick.

© Michael Großgarten

Flickr: Die Fotos aus Brands Hatch von Michael Großgarten

Dann ging es wieder los und schon in der zweiten Runde des Rennens gab es einen heftigen Unfall an der Stelle, an der ich stand. Ich konnte mich noch rechtzeitigkeit in Sicherheit bringen, bevor die Teile erst über die Leitplanke und dann über mich hinweg flogen . Den Fahrern ist so gut wie nichts passiert, die Autos sind halt sicher. Nach dem Rennen konnten wir nun Bobby Labonte interviewen, der ein wirklich netter und bodenständiger Mensch ist. Ebenso bekamen wir noch Matthias Hauer von CAAL Racing vor das Mikrofon, der uns seine Eindrücke von Brands Hatch schilderte.

Nun stand nur noch zweite Rennen des Tages auf dem Plan und ich fand, es war das spannendste des ganzen Wochenendes. Danach ging es dann zum letzten zum Pressezentrum um die Fotos zu sichten, man hofft ja immer, einige Top Fotos gemacht zu haben. Ich hatte Glück: einige Fotos konnten von mir verwertet werden. Nun hieß es Abschied nehmen von all den Freunden die man so am Wochenende getroffen hatte. Dann ging es wehmütig ist Hotel zurück aber ihr wisst ja ein Abstecher an die Hotelbar musste sein, hier traf ich noch Labonte, mit dem ich mich noch ein wenig unterhalten konnte, wie ich schon erwähnte: ein echt netter Mensch.

© Michael Großgarten

Am Montag morgen ging es dann frühzeitig wieder nach Hause. Wir kamen gut an, nur der zweite Racing-Total-Bus hatte etwas Pech: Er verpasste sein Zeitfenster für den Zug und musste 6 stunden warten bis auch er weiter fahren konnte.

Mein Fazit für Brands Hatch: Ich komme wieder, denn es war ein super Wochenende. Ich möchte mich hier noch mal bei Racing-Total , Dexwet-DF1 Racing, Gian Luca Guiglia, André Wiegold, Jerome Galpin und seiner Frau Anne, also dem ganzen EuroNASCAR-Team, für dieses tolle Wochenende bedanken.

Rennreisetagebuch eines Fotografen
Michael Großgarten