Am vergangenen Wochenende gastierte die NASCAR-Euroserie am Tours Speedway in Frankreich – Bei der Oval World Challenge siegten EuroNASCAR-Champion Alon Day und Frederic Gabillon

Der 650 Meter lange Tours Speedway ist in der Saison 2018 der einzige Ovalkurs im Kalender der NASCAR-Euroserie. Am vergangenen Wochenende stritten sich die Piloten in Frankreich um das Preisgeld der ersten Oval World Challenge. Während in der ELITE 1 insgesamt 10.000 Euro für die Sieger verteilt wurden, ging es in der ELITE 2 Division um 5.000 Euro.

Gabillon gewinnt vor seinem Heimpublikum

© EuroNASCAR / Stephane Azemard

Mit zwei Halbfinals über 35 Runden und einem Finale über 50 Runden pro Tag hatten sich die Verantwortlichen der EuroNASCAR ein ganz besonderes System überlegt. Das Format war an das Daytona 500 angelehnt, bei dem die Duels die Startreihenfolge des Hauptrennens bestimmen. Am Samstag setzte sich Lokalmatador Frederic Gabillon gegen seine Konkurrenz durch. In einem zerfahrenen Rennen führte der Franzose alle Runden an.

“Es war für mich in meinem Heimatland ein ganz besonderer Sieg”, sagt Gabillon. “Das Auto war fantastisch. Das Rennen war wegen der Unterbrechungen und der hohen Temperaturen wirklich hart. Danke an RDV Competition.“ Das Team habe einen „guten Job“ gemacht und hart für den Erfolg gekämpft, so der Franzose. Er freue sich jetzt schon auf den Start in die Playoffs am Hockenheimring.

Ebenfalls neu war die „Cone Rule“, die bei Re-Starts zum Einsatz kam. Vor der Grünen Flagge durften sich die Fahrer aussuchen, ob sie auf der Innen- oder Außenbahn starten wollen. Dieses Format brachte viel Spannung und die Fahrer nutzten die neue Regel, um viele Strategien auszuprobieren. Dass der „Cone Guy“ beim Setzen und Entfernen des Hütchen im Livestream immer wieder mit lustigen Gesten auffiel, kam bei den Zuschauern sehr gut an.

Am Sonntag verzockte sich Gabillon im Rennen aber, als er beim finalen Re-Start auf die langsamere Außenbahn ging, um noch eine Chance auf den Sieg zu haben. Der Franzose wurde letztendlich bis auf Platz sechs zurückgereicht. Als Tabellenführer wird Gabillon trotzdem im August nach Kanada Reisen, um dort ein NASCAR-Rennen zu bestreiten. Diese Einladung ist Teil eines brandneuen Austauschprogramms zwischen der NASCAR-Euroserie und der kanadischen NASCAR-Meisterschaft. RDV Competition wird als Führender der Teamwertung außerdem zum Goodwood Festival of Speed eingeladen.

Alon Day mit erstem Oval-Sieg

Am Sonntag gab Euro-NASCAR-Champion Alon Day das Tempo vor. Der Israeli sicherte sich im Halbfinale die Pole-Position und gab die Führung in einem spektakulären ELITE-1-Finale nicht mehr ab. Im Rennen wurde Day von NASCAR-Legende Bobby Labonte unter Druck gesetzt, der sich in den letzten Runden am Heck von Day festgebissen hatte. Day verteidigte seine Führung aber mit allen Mitteln und sicherte sich am Tours Speedway den ersten Oval-Sieg in seiner Karriere.

“Ich war heute nicht der Schnellste, aber wir haben bei CAAL Racing großartiges Teamwork betrieben”, sagt Day nach seinem vierten Saisonsieg. “Ich war im Halbfinale schneller als Gabillon und habe mir deshalb die Pole-Position geholt. Danach habe ich wie die Hölle meine Position verteidigt. Das CAAL Racing Team hat heute einen fantastischen Job gemacht. Ich habe einen NASCAR-Cup-Champion besiegt und das ist unglaublich.“ Day habe bis zum „letzten Atemzug“ gekämpft, um das Rennen zu gewinnen. Aufgrund der hohen Temperaturen sei das Rennen aber extrem anstrengend gewesen.

Bobby Labonte holt erstes EuroNASCAR-Podium

© EuroNASCAR / Stephane Azemard

Labonte hatte in Frankreich ebenfalls einen Grund zum Feiern: Der NASCAR-Champion aus dem Jahr 2000 zeigte am Sonntag seine Klasse auf dem Oval und fuhr bis auf Platz zwei vor. Es habe nicht zum Sieg gereicht, weil Day keinen Fehler gemacht habe, so Labonte. In Tours sei es schwierig, zu überholen und der fehlende Grip sowie der Reifenverschleiß hätten ihn einen Strich durch die Rechnung gemacht. Labonte glaubt aber, dass er sich den Sieg hätte holen können, hätte das Rennen etwas länger gedauert. Es war das erste EuroNASCAR-Podium für den RDV-Fahrer.

Labonte sagt: „Das Auto hat sich im Laufe des Rennens sehr verändert und die innere Linie hat sich immer als die bessere herausgestellt. Alon hat einen guten Job und keine Fehler gemacht. Ich klebte an seinem Heck, aber man kracht nicht in seinen Vordermann, um ein Rennen zu gewinnen.“ Auf die Frage, wie es sich anfühle, zum erstem Mal auf dem EuroNASCAR-Podium zu stehen, antwortet der Amerikaner: „Es wäre schöner gewesen, auf Platz eins zu landen.“

Am Samstag erwischte Labonte aber einen rabenschwarzen Tag. Im Halbfinale musste er frühzeitig in die Box abbiegen, da es Probleme mit der Kupplung gegeben hatte. Das Resultat war, dass Labonte nicht am Finale teilnehmen konnte und somit wichtige Punkte auf seinen Weg in die ELITE-1-Top-10 verlor.

Ulysse Delsaux dominiert die ELITE-2-Division

© EuroNASCAR / Stephane Azemard

In der ELITE-2-Division kontrollierte Ulysse Delsaux das Geschehen. Der junge Franzose blühte vor seinem Heimpublikum so richtig auf und gewann beide Rennen. Damit sicherte sich Delsaux das komplette Preisgeld von 5.000 Euro. Die Rookies Nicholas Risitano und Alex Sedgwick waren am Tours Speedway ebenfalls immer vorne mit dabei. Sie zeigten den erfahreneren Fahrern oft, dass auch Oval-Neulinge in Tours Chancen auf gute Ergebnisse haben.

“Es war das erste Mal, dass ich zweimal hintereinander Rennen in der NWES gewonnen habe”, sagt Delsaux. “Ich bin sehr glücklich, denn es war ein tolles Wochenende für das Team. Danke an meine Mannschaft, die mir ein tolles Auto zur Verfügung gestellt hat. Ich freue mich schon sehr auf die Playoffs.” Risitano kommentiert seinen zweiten Platz am Sonntag: „Ich bin so glücklich über den zweiten Platz, weil wir uns von hinten vorarbeiten mussten.“ Der junge Italiener habe von seinem Team, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis 3 Uhr gearbeitet habe, ein gutes Auto hingestellt bekommen.

Die NASCAR-Euroserie startet am Wochenende vom 15. bis 16. September am legendären Hockenheimring in Deutschland in die Playoffs 2018. Die Qualifyings und Rennen werden live auf der Facebookseite von leadlap.de zu sehen sein.