Erstmalig gewinnt ein deutsches Team ein Rennen in einer offiziellen NASCAR Serie. Auch für den jungen Belgier Guillaume Deflandre war es der erste Sieg in der NASCAR-Euroserie.

Deflandre profitierte bei seinem Sieg davon, dass er die hektische Startphase unbeschadet überstand. Zunächst drehten sich sein Landsmann und Namensvetter Guillaume Dumarey und Paul Gioud. Beide landeten im Kiesbett, weshalb das Safty-Car auf die Strecke kam. Erneut entkam Deflandre dem Chaos beim Restart. Es erwischte aber Meister und Vortagessieger Thomas Ferrando, der sich nach einer Kollision mit Ulysse Delsaux im Kiesbett wiederfand. Da Ferrando jedoch schnell aus dem Kies befreit wurde, blieb das Rennen unter Grün. An der Spitze setzte sich Deflandre mit dem Racing-Total-Chevrolet schnell ab.

Für den Rennstall aus Deutschland, der erst seit dieser Saison in der NASCAR-Euroserie an den Start geht, war dies der erste Sieg im europäischen NASCAR-Ableger. Das bis dato beste Ergebnis des Rennstalls war ein dritter Platz beim Heimrennen in Hockenheim.

„Ja, das ist der erste Sieg für ein deutsches Team in einer offiziellen NASCAR Meisterschaft”, erklärt Teamchef Hubertus Heyman. “Wir sind sehr zufrieden mit Guillaume. Er war gestern im Qualifying schon sehr schnell unterwegs. Im Rennen kam er nach einer Kollision zu Beginn des Rennens immerhin auf Platz zehn ins Ziel. Mit der zweitschnellsten Rennrunde sicherte er sich für Sonntag aber einen Startplatz in der ersten Reihe.”

„Wir sind sehr glücklich. Guillaume hat wirklich einen tollen Job gemacht. Auch unsere Mechaniker haben alles gegeben. Vor allem an der Vorderachse haben wir noch einige Veränderungen vorgenommen, damit das Auto besser zum Stil des jungen Belgiers passt. Vielen Dank an die Mechaniker für diese tolle Leistung. Guillaume sagte, dass das Auto perfekt gewesen sei.“

Deflandre überquerte die Ziellinie mit rund sechs Sekunden Vorsprung auf CAAL-Pilot Felipe Rabello. Justin Kunz verpasste das Podium nur knapp, da er kurz vor Rennende mit Maciej Dreszer kollidiert war. Während Kunz auf Platz elf gewertet wurde, erhielt Dreszer für sein Manöver eine 30-Sekunden-Strafe. Den dritten Rang auf dem Podium erbte der Italiener Dario Caso.

„Das war heute ein tolles Rennen für mich und ich bin sehr glücklich über meinen ersten NASCAR-Sieg“, so der belgische Nachwuchsfahrer. „Ich freue mich zudem, dass ich sowohl für Racing Total als auch für ein deutsches Team den ersten NASCAR-Sieg überhaupt geholt habe. Nachdem ich Dumarey in der ersten Kurve überholt hatte, war es ein ruhiges Rennen für mich. Das Team hat einen tollen Job gemacht und mir ein fantastisches Auto hingestellt. Natürlich hatte ich in der ersten Runde ein wenig Glück, aber ich bin froh, dass für mich alles gut gelaufen ist. Ich danke meinen Eltern für die Möglichkeit, hier zu fahren, und den Mechanikern für ihre gute Arbeit.“

Den Rookie Cup gewann Dumarey vor Rabello und Dreszer. In der Legend Trophy sicherte sich Jerry de Weerdt den Titel gefolgt von Mirco Schultis und Simone Lauretti.