NASCAR Whelen Euro Series

NASCAR-Veteran Snider: „Ich hatte jede Menge Spaß in der NWES 2019“

Michael Großgarten

Myatt Snider stellte sich dem Exklusiv-Interview über seine erste NASCAR-Saison in Europa und den Unterschieden zu den Rennen in Amerika

Der 24-jährige Shootingstar aus Amerika ging in der NASCAR Whelen Euro Series (NWES) in der Saison 2019 zum ersten Mal auf europäischem Boden an den Start. Der Rookie of the Year 2018 der Gander Outdoors Truck Series fuhr die Nummer 48 des spanischen Racing Engineering in der ELITE-2-Division und stellte seine Rennerfahrung aus Amerika eindrucksvoll unter Beweis. 

Sein rot-gelber Ford Mustang war konstant in den Top-10 präsent und eroberte beim Saisonauftakt in Valencia (Spanien) auf Anhieb die Pole-Position. Ohne die Kollision in der letzten Kurve mit Andre Castro im Kampf um den Sieg, hätte der Racing-Engineering-Pilot sein Debütrennen sicherlich gewonnen. 

Bei seinem zweiten NWES-Wochenende fuhr Snider in Franciacorta (Italien) schließlich auf einen starken zweiten Platz. Einen weiteren zweiten Platz erreichte der Amerikaner beim einzigen Oval-Rennen des Jahres in Venray (Niederlande), wo er im regnerischen Freien Training unter Beweis stellte, dass auch im nassem im Oval gefahren werden kann. 

Die Saison beendete der NWES-Rookie aus dem Herzen der NASCAR-Welt, Charlotte, auf einem respektablen sechsten Platz. Zur Erinnerung: In den USA überzeugte Snider in der dritten Liga, der NASCAR Gander Outdoors Truck Series, mit 13 Top-10-Ergebnissen in 35 Starts.

Foto: Michael Großgarten

‚Leadlap.de‘ nutzte die Gelegenheit für ein Exklusiv-Interview mit dem jungen Amerikaner, der sich von seiner Debütsaison in Europa angetan zeigt und die Unterschiede zum Racing in den USA aufzeigt.

Chris Liemann (CL): “Myatt, die EuroNASCAR-Saison 2019 ist Geschichte. Wie fällt dein persönliches Fazit über dein erstes Jahr in Europa aus?”

Myatt Snider (MS):  “Die NWES war wirklich eine spaßige Angelegenheit für mich! Es war echt cool, auf so vielen historischen Rennstrecken, wie Brands Hatch, Zolder oder natürlich Hockenheim, zu fahren. Als ich aufwuchs, war ich Formel-1-Fan, noch bevor ich meine Leidenschaft für NASCAR entdeckte.” 

“Ich habe also quasi meinen Kindheitstraum erfüllt, als Rennfahrer die Welt zu bereisen und auf all diesen Strecken zu fahren. Alles in allem hatte ich wirklich jede Menge Spaß in der NWES und habe es genossen, in Europa Rennen zu fahren.”

CL: “Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben von diesem Jahr?”

MS: “Da fallen mir zwei Momente ein, auf die ich besonders gerne zurückblicke. Auf der einen Seite das Rennen in Venray, wo wir ein Freies Training im Nassen hatten. Ich habe natürlich eine Oval-Vergangenheit, folglich habe ich mich dort heimisch gefühlt. Aber in Amerika fahren wir nicht im Regen, von daher war das ein besonderes Erlebnis.”

“Ich bekomme normalerweise nicht viele Möglichkeiten, mein Können im Regen unter Beweis zu stellen. Daher war auch das völlig verregnete Rennen in Zolder eine tolle Erfahrung zuletzt. Auf den beiden Strecken hatte ich das Gefühl, dass ich zeigen konnte, was in mir steckt.”

Foto: Michael Großgarten

CL: “Du standest bereits beim zweiten Rennwochenende in Franciacorta auf dem Podium mit einem zweiten Platz. Die Strecke schien dir auch zu liegen?”

MS: “Das Rennen in Franciacorta ist in jedem Fall auch eine Erwähnung wert. Auf der italienischen Strecke hatten wir einen enormen Reifenverschleiß, deutlich höher als auf den anderen Strecken. Das kam mir in jedem Fall zu Gute, da ich es aus Amerika gewohnt bin, das Maximum aus abgefahrenen Reifen zu holen. In dem Rennen gelang es mir auch, ein aufregendes Threewide-Überholmanöver durch die Mitte zu setzen.”

CL: “Was unterscheidet für dich die EuroNASCAR zur US-NASCAR?”

MS: “Das Rennfahren ist hier in der EuroNASCAR schon ziemlich verschieden im Vergleich zu Amerika. Besonders, da es hier in Europa praktisch Regeln für so ziemlich alles gibt. Ich habe mich darauf natürlich schnell angepasst und konnte die Regeln auch nachvollziehen.”

“Nichtsdestotrotz bevorzuge ich den [weniger regulierten] amerikanischen Rennstil, damit bin ich aufgewachsen. Aber es hat auch auf keinen Fall geschadet, mal etwas anderes kennenzulernen.”

CL: “Vielen Dank für die interessanten Einblicke! Abschließend gefragt, werden wir dich auch 2020 im EuroNASCAR-Starterfeld begrüßen dürfen?”

MS: “Zu meinen Plänen für das nächste Jahr kann ich leider noch nichts sagen, da bisher nichts in trockenen Tüchern ist. Wir arbeiten aktuell intensiv daran, alle Möglichkeiten auszuloten für 2020. Sobald es Klarheit gibt, werdet ihr es von mir erfahren.”

Mit Informationen von André Wiegold

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