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NASCAR-Weekly: Daytona statt Watkins Glen, spezielle Features in Bristol

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Die NASCAR Cup Series wird nicht wie geplant in Watkins Glen starten, sondern am Rundkurs von Daytona debütieren – Außerdem gab es vier spannende Rennen in Kentucky

Alle drei nationalen NASCAR-Serien waren am vergangenen Wochenende am Kentucky Speedway zu Gast. Insgesamt vier Läufe wurden auf dem typischen 1,5-Meilen-Oval ausgetragen. Außerdem gibt es eine Änderung im Kalender: Statt in Watkins Glen wird am Rundkurs von Daytona gefahren werden. Beim All-Star-Rennen in Bristol gibt es viele spezielle Features wie die Unterbodenbeleuchtung der Fahrzeuge.

NASCAR Cup Series (von André Wiegold)

Beim Rennen der NASCAR Cup Series am Kentucky Speedway gab es einen Premieren-Sieger zu feiern: Cole Custer von Stewart-Haas Racing setzte sich in einer actiongeladenen Schlussphase gegen die Konkurrenz durch. Dabei profitierte der erste Rookie-Sieger seit 2016 von einem kleinen Kontakt zwischen Ryan Blaney (Team Penske) und Kevin Harvick (Stewart-Haas Racing) mitten in einem “Four-Wide” in der letzten Runde. Die Stages gewannen Aric Almirola (Stewart-Haas Racing) und Brad Keselowski (Team Penske).

Credits: Rob Carr/Getty Images

Aufgrund der COVID-19-Pandemie ist es im Jahr 2020 nicht möglich, ein NASCAR-Rennen in Watkins Glen, New York, durchzuführen. Die NASCAR-Strippenzieher haben bereits einen Ersatz für das Rennen am 16. August gefunden: den Daytona International Speedway. Erstmals in der Geschichte der Stockcar-Serie müssen es die Fahrer mit dem Rundkurs des “World Center of Racing” aufnehmen, der sonst beim 24h-Rennen der IMSA-Serie gefahren wird.

Am Donnerstagmorgen, den 16. Juli, findet das jährliche All-Star-Rennen statt, das ein Einladungsrennen ist und damit nicht zur Meisterschaft zählt. Immerhin darf sich der Sieger über ein Preisgeld in Höhe von einer Millionen US-Dollar freuen. Beim All-Star-Rennen wird immer wieder mit Neuerungen experimentiert.

In diesem Jahr sind die Startnummern der Fahrzeuge weiter hinten, nahe des Hinterrades, platziert, um mehr Fläche für Sponsoren zu schaffen. Außerdem wird zu Showzwecken eine Unterbodenbeleuchtung montiert. Gefahren wird in Bristol und nicht in Charlotte. Nur ein einziges weiteres Mal wurde das All-Star-Rennen nicht am Charlotte Motor Speedway ausgetragen: 1986 in Atlanta.

Neuigkeiten gibt es auch von Tony Stewart und Ray Evernham (ehemaliger NASCAR-Teambesitzer und Crew-Chief von Jeff Gordon). Das Duo möchte im Jahr 2021 eine neue Rennserie ins Leben rufen, die an die IROC-Serie erinnert, die es von 1974 bis 2006 gab. Insgesamt sollen zwölf Fahrer am Samstagabend in identischen Autos, aufgebaut von Evernham, um den Sieg kämpfen. Per Los wird den Piloten ein Crew-Chief zugeteilt werden. Gefahren wird auf Short-Tracks in den USA und die Läufe sollen auf CBS übertragen werden. Die Serie hört auf den Namen Superstars Racing Experience, kurz SRX.

NASCAR Xfinity Series (von Alessandro Righi)

Austin Cindric (Team Penske) entschied in der NASCAR Xfinity Series beide Rennen am Kentucky Speedway für sich. Für den 21-Jährigen sind die Siege die ersten Oval-Erfolge in seiner Karriere. Zuvor war er im Jahr 2019 auf den Rundkursen Mid-Ohio und Watkins Glen erfolgreich gewesen.

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Nachdem er am Freitagabend die Trophäe in der Overtime vor Riley Herbst (Joe Gibbs Racing) und Indianapolis-Sieger Chase Briscoe (Stewart-Haas Racing) für sich beanspruchte, dominierte der Penske-Nachwuchspilot am Samstag die zweite Stage und gewann das Rennen. Im ersten Segment war er noch hinter Noah Gragson (JR Motorsports) und Harrison Burton (Joe Gibbs Racing) ins Ziel gekommen.

Der am Vortag verunfallte Justin Allgaier (JR Motorsports) wurde nach dem Krankenhausaufenthalt entlassen und durfte bei den Also 300 wieder ins Lenkrad greifen. Wie JR Motorsports bekannt gab, war er nicht aufgrund des Overtime-Crashs in medizinischer Behandlung gewesen. Er beendete das Samstagsrennen nach 200 Runden auf dem fünften Platz.

Faustkampf zwischen Burton und Gragson

Unschöne Szenen waren nach Fallen der Zielflagge der Alsco 300 zu sehen. Gragson und Burton gerieten zunächst in eine verbale Diskussion, Sekunden später folgte der Faustkampf. Der Hintergrund dieser Auseinandersetzung war schnell gefunden: Beide kämpften nach einem späten Restart um Position drei, wobei sich Gragson auf der inneren Linie befand. Er rutschte aufgrund der mangelnden Bodenhaftung minimal im Banking nach oben und touchierte Burton, welcher die Safer-Barrier ungewollt mit seiner Lackierung farblich ergänzte.

Bei den NASCAR-Kommissaren gilt dies normalerweise als Rennunfall. Doch der Gibbs-Pilot hatte genug von seinem Kontrahenten und bat ihn zu Wort. Nachdem er einen Schubser verteilte und den JR-Motorsports-Youngster sichtlich provozierte, holte Gragson zum Schlag aus und traf Burton im Gesicht. Laut Burton liegt der Auslöser der Auseinandersetzung in Charlotte, als es zu einem ähnlichen Vorfall der voraussichtlich nächsten Cup-Generation gekommen war.

NASCAR Gander & RV Outdoors Series (von Simon Mones)

Und wieder einmal durchkreuzte der Wettergott die Pläne von NASCAR. Er sorgte dafür, dass das Rennen der NASCAR Gander RV & Outdoors Truck Series in Kentucky frühzeitig abgebrochen werden musste.

Kurz nach dem Ende der zweiten Stage gab es aufgrund von Blitzen im Umkreis der Strecke rote Flaggen. Sheldon Creed (GMS Racing), der das vorherige Segment gewonnen hatte, profitierte vom folgenden Abbruch und gewann erstmals in seiner Karriere ein Rennen in einer nationalen NASCAR-Serie. Ben Rhodes (ThorSport Racing) wurde Zweiter gefolgt von Matt Crafton (ThorSport Racing), Johnny Sauter (ThorSport Racing) und Austin Hill (Hattori Racing Enterprises).

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

In Kentucky war zudem Nathalie Decker (Niece Motorsports) wieder mit am Start, die nach zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Sie kam letztlich auf Platz 29 ins Ziel.

Für Fans der NASCAR Gander & RV Outdoors Truck Series gibt es eine schlechte Nachricht: Das Rennen auf dem Dirt-Track in Eldora wird in diesem Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie nicht stattfinden. Stattdessen wird – wie in den beiden anderen nationalen Serien – auf dem Rundkurs des Daytona International Speedway gefahren.

NASCAR PEAK Mexico Series (von André Wiegold)

In Mexiko wird wieder NASCAR gefahren! Ruben Rovelo hat das 150 Runden lange Rennen der NASCAR PEAK Mexico Series am Autodromo Queretaro, ein 1.250 Meter langes Oval im Zentrum des Landes, gewonnen. Der aktuelle Titelverteidiger Ruben Garcia, der im Jahr 2019 in Valencia einen Gaststart in der NASCAR Whelen Euro Series absolviert hat, wurde Zweiter. Der zweite Lauf ist am 30. Juli am Autodromo Internacional Miguel E. Abed geplant.

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Alessandro Righi
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