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NASCAR-Weekly: Elliott kassiert 100.000 Dollar und holt zwei Siege in Charlotte

Jared C. Tilton/Getty Images

In der vergangenen Woche fuhr die NASCAR gleich zweimal am Charlotte Motor Speedway – Chase Elliott gewann sowohl ein Cup- als auch das Truck-Rennen

NASCAR Cup Series

Nach dem Mittwoch-Sonntag-Double-Header am Darlington Raceway ging es für die Teams ins Epizentrum von NASCAR: nach Charlotte. Am Sonntag stand das legendäre Coca-Cola 600 der NASCAR Cup Series auf dem Programm, worauf am Donnerstag das, wegen Regen verspätet gestartete, 500-Kilometer-Rennen folgte. Außerdem waren auch die Fahrer und Teams in der NASCAR Xfinity und Gander RV & Outdoors Series wieder im Einsatz.

Die ganze Woche über zogen Regenschauer über North Carolina, weshalb NASCAR immer wieder nach geeigneten Fenstern für die Rennen suchen musste. Trotz einer Unterbrechung in der ersten Stage ging das Coca-Cola 600 am Sonntag über die Bühne. Das Mittwoch-Rennen musste hingegen auf Donnerstag verlegt werden.

Keselowski gewinnt das längste Rennen der Geschichte

Das Coca-Cola 600 startete mit dunklen Vorzeichen, denn am Horizont brauten sich dunkle Wolken zusammen. In Stage 1 kam es dann wegen leichter Regenschauer zu einer einstündigen Unterbrechung. Dennoch konnte das Rennen anschließend wieder aufgenommen werden. Clint Bowyer krachte früh im Rennen heftig in die Mauer und musste deshalb vorzeitig aufgeben.

Die erste Stage gewann Hendrick-Pilot Alex Bowman vor Martin Truex Jr., Chase Elliott und Tyler Reddick, der im Childress-Chevrolet wie schon in Darlington eine starke Leistung ablieferte. Joey Logano komplettierte die Top 5 im ersten Segment. Bowman entschied auch die zweite Stage für sich und sicherte sich so weiter munter Bonuspunkte. Er überquerte die Ziellinie vor Truex Jr., Kyle Busch, William Byron und Elliott.

Im finalen Segment drückte Elliott in seinem Hendrick-Chevrolet dem Rennen seinen Stempel auf. Der 24-Jährige war in der Schlussphase auf einem guten Weg, den Lauf zu gewinnen, doch dann drehte sich ausgerechnet sein Teamkollege Byron, der damit eine Gelbphase auslöste. Elliott kam an die Box und wie erwartet, entschieden sich seine Verfolger genau für die gegenteilige Strategie.

Letztlich gewann Brad Keselowski das mit 607,5 Meilen längste Rennen der NASCAR-Geschichte – dank Overtime. Der Penske-Pilot war wegen nicht erlaubter Veränderungen an seinem Ford von ganz hinten gestartet, und pflügte sich sukzessive durchs Feld. Am Ende hatte er die Nase vor Elliott, der auf Platz zwei landete.

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Ryan Blaney wurde vor Kyle Busch und Kevin Harvick Dritter. Die Top 10 komplettierten Truex Jr., Pole-Setter Kurt Busch, Reddick, Christopher Bell und Chris Buescher. Jimmie Johnson, der das Rennen eigentlich auf Platz zwei beendet hatte, wurde wegen eines Regelverstoßes am Auto, der bei der Inspektion nach dem Rennen gefunden wurde, disqualifiziert. Das Team wird keinen Einspruch gegen das Urteil einlegen.

Elliott schlägt im zweiten Rennen zurück

Der zweite Lauf der NASCAR Cup Series am Charlotte Motor Speedway war erneut von Regen geplagt, weshalb das Rennen auf Donnerstag verschoben wurde. Doch auch am Ausweichtermin fielen Regentropfen, weshalb es in Stage 1 wieder eine längere Unterbrechung gab.

Byron führte das Rennen in den ersten Runde souverän von der Pole-Position aus an. Der Hendrick-Pilot wurde aber dann wegen einer Kollision mit Corey LaJoie in der Boxengasse ans Ende des Feldes zurückgeworfen. Letztlich gewann Logano das langatmige erste Segment vor Blaney, Matt DiBenedetto, Harvick und Bowman.

Das zweite Segment lief ohne große Zwischenfälle ab, weshalb diese 60 Runden wie im Fluge vergingen. Der Sieger hieß Bowman, der Blaney, Logano, Elliott und Harvick hinter sich hielt. Das finale Segment dominierte lange Harvick im Stewart-Haas-Ford, doch dann schlug die Stunde von Elliott.

28 Runden vor dem Rennende übernahm der Hendrick-Pilot die Führung, um zu seinem ersten Saisonsieg in der NASCAR Cup Series zu fahren. Denny Hamlin wurde Zweiter gefolgt von Blaney, Ricky Stenhouse Jr., Kurt Busch, Logano, Keselowski, Dillon, Truex Jr., und Harvick, der damit saisonübergreifend in 13 Rennen in Folge in die Top 10 gefahren ist.

Folgende Fahrer haben damit in der Saison 2020 bisher mindestens ein Sieg geholt und sich damit für die Playoffs qualifiziert: Hamlin (zwei Siege), Logano (zwei Siege), Bowman, Harvick, Keselowski und Elliott.

NASCAR Xfinity Series

Am vergangenen Dienstag waren auch die Fahrer und Teams der NASCAR Xfinity Series wieder an der Strecke, um die Saison 2020 fortzusetzen. Am Charlotte Motor Speedway ging es in 200 Runden um wichtige Punkte in der Meisterschaft und den Rennsieg, der auch in der zweiten NASCAR-Meisterschaft die Fahrkarte für die Playoffs ist.

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Bisher haben mit Noah Gragson, Chase Briscoe (zwei Siege), Harrison Burton und Brandon Jones vier reguläre Xfinity-Piloten Rennen gewonnen und sich damit das Playoff-Ticket gesichert. In Charlotte gab es aber den ersten Sieg eines regulären Cup-Fahrers: Kyle Busch setzte sich gegen die Konkurrenz durch und fuhr zu seinem ersten Xfinity-Sieg in der Saison 2020.

NASCAR Gander RV & Outdoors Series

Gut drei Monate ist es her, dass die Piloten der NASCAR Gander RV & Outdoors Series das ihr letztes Rennen in Las Vegas ausgetragen haben. Der Sieger hieß einmal mehr Kyle Busch, der von den letzten vier Rennen, die er in der Truck Series bestritten hat, alle gewonnen hatte.

Die Folge: Kevin Harvick und der Geschäftsführer von Gander RV & Outdoors, Marcus Lemonis, setzten ein “Kopfgeld” auf den zweifachen Cup-Champion aus. Das Geld sollte an den Cup-Piloten gehen, der Busch in einem Truck-Rennen schlägt.

Credtis: Jared C. Tilton/Getty Images

Beim Comeback der Trucks am Dienstag in Charlotte machten sich mit Chase Elliott, John Hunter Nemechek und Brennan Poole gleich drei Fahrer auf die Jagd nach den 100.000 US-Dollar. Und tatsächlich gelang es Chase Elliott – der nach dem Coca-Cola 600 ohnehin noch eine Rechnung mit Busch offen hatte – in seinem ersten Rennen in der dritten NASCAR-Liga seit 2017 die Siegesserie des Gibbs-Piloten zu beenden und die 100.000 Dollar Kopfgeld zu kassieren.

Nach seinem Sieg verbeugte sich der 24-Jährige in typischer Busch-Manier. Das Geld will Elliott für den Kampf gegen COVID-19 spenden. “Das macht den Sonntag [das Cup-Rennen] zwar nicht wett, aber es war eine wirklich gute Nacht. Ich bin froh, gewonnen zu haben und etwas Gutes im Rahmen der Hilfsmaßnahmen gegen dieses Virus zu tun“, sagt Elliott.

Allerdings machte Busch es dem jungen Hendrick-Piloten alles andere als einfach und setzte in der Schlussphase zu einer furiosen Aufholjagd an. “Kyle war am Ende ein wenig besser als ich. Ich bekam untersteuern und ich glaube nicht, dass wir das Auto beim letzten Stopp genug angepasst haben”, sagt der 24-Jährige nach dem Rennen.

Doch am Ende setzte sich Elliott mit einem Vorsprung von 0,627 Sekunden gegen Busch durch. Zane Smith wurde hinter Busch Dritter, Brett Moffitt wurde bei seinem Comeback nach seinem doppelten Beinbruch Vierter. Sheldon Creed rundete die Top 5 ab.

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