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NASCAR-Weekly: Elliott schreibt Geschichte – Larson vor Rückkehr?

Brian Lawdermilk/Getty Images

Am vergangenen Wochenende starteten die NASCAR-Serien erstmals auf dem modernen Rundkurs am Daytona International Speedway – Chase Elliott gewann am “World Center of Racing” das Cup-Rennen – Steht Kyle Larson vor der NASCAR-Rückkehr?

NASCAR Cup Series 

Am vergangenen Sonntag wurde am Daytona International Speedway NASCAR-Geschichte geschrieben. Erstmals wurde ein Cup-Rennen auf dem modernen Rundkurs des Motorsport-Komplexes in Florida ausgetragen. Für das NASCAR-Rennen wurde der Kurs der 24h von Daytona mit einer Schikane nach Kurve 4 des Ovals modifiziert. 

Chase Elliott (Hendrick Motorsports) war der erste Pilot, der sich in die Siegerliste eintragen durfte. Der Hendrick-Fahrer gewann die erste Stage – im zweite Segment siegte Denny Hamlin (Joe Gibbs Racing) – und letztlich auch das Rennen vor Hamlin, Martin Truex Jr. (Joe Gibbs Racing), Jimmie Johnson (Hendrick Motorsports) und Chris Buescher (Roush Fenway Racing). 

Derweil bereitet sich Kyle Larson scheinbar auf seine NASCAR-Rückkehr vor. Der nach dem Rassismusskandal entlassende Kalifornier will formell eine Aufhebung seiner Suspendierung beantragen. Er erfüllt dafür bereits alle Anforderungen und hat auch schon das Sensibilisierungsseminar besucht.  

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Doch wohin könnte es Kyle Larson ziehen? ‘Forbes’ berichtet, dass Richard Petty Motorsports Interesse an dem 28-Jährigen hätte, sollte Bubba Wallace das Team verlassen. Jedoch müsste dann auch Chevrolet mitspielen, denn der Hersteller hat sich direkt nach dem Skandal von Larson distanziert. 

Außerdem scheint Stewart-Haas Racing Interesse an Larson zu haben und auch Ford-Motorsportchef Mark Rushbrook könnte einer Verpflichtung des schnellen Kaliforniers  zustimmen. Doch wer muss dann Stewart-Haas Racing verlassen? Kevin Harvick bringt Leistungen und hat noch einen mehrjährigen Vertrag. Aric Almirola hat mit Smithfield einen potenten Sponsor im Gepäck, während Cole Custers Vater Joe Custer Strippenzieher im Formel-1-Team von Gene Haas ist. 

Bleibt nur noch Clint Bowyer, der mit seinen 41 Jahren zu den älteren Eisen im NASCAR-Zirkus gehört. Sollte Bowyer keinen neuen Vertrag bekommen, könnte Larson ihn also im Ford mit der Startnummer 14 beerben. Tony Stewart ist ein bekennender Fan von Larson, der seit seinem NASCAR-Rauswurf in der World of Outlaws in Sprint-Cars äußerst erfolgreich ist. 

Doch was passiert dann mit Chase Briscoe, der in der NASCAR Xfinity Series um den Titel fährt? Der 25-Jährige macht im Ford eine gute Figur und hat nach der Saison 2020 sicher Ambitionen, in die NASCAR Cup Series aufzusteigen. Kurz gesagt: Stewart-Haas Racing hat ein Luxusproblem, das nicht einfach zu lösen sein wird. 

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Einführung des neuen Next-Gen-Autos auf die Saison 2022 verschoben und viele Testfahrten abgesagt. In Dover wird Custer den Testbetrieb wieder aufnehmen und das neue Fahrzeug auf Herz und Nieren testen. Am Montag und Dienstag nach dem Rennen wird der Stewart-Haas-Fahrer hinterm Steuer des neuen NASCAR-Autos Platz nehmen. 

NASCAR Xfinity Series

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Austin Cindric (Team Penske) hat das erste Xfinity-Rennen am Rundkurs in Daytona für sich entschieden. Damit gewann er fünf der vergangenen sechs Läufe und baute seine Tabellenführung auf Briscoe (Stewart-Haas Racing) weiter aus. Brandon Jones (Joe Gibbs Racing) wurde vor Noah Gragson (JR Motorsports), A.J. Allmendinger (Kaulig Racing) und Gaststarter sowie Rundkurs-Spezialist Andy Lally (Our Motorsports) Dritter. 

Cindric kämpft mit Briscoe und Gragson, der als Nachfolger von Johnson bei Hendrick Motorsports gehandelt wird, um den Titel. Doch wohin wird es Cindric nach der Saison 2020 ziehen? Aktuell fährt der 21-Jährige für das Team Penske, wo es in der Saison 2021 aber kein Platz im Cup-Team gibt. Mit der Vertragsverlängerung mit Brad Keselowski hat der Rennstall eigentlich alle Cockpits für die nächste Cup-Saison vergeben. 

Dabei ist Cindric sehr eng mit Roger Penske verbunden, denn sein Vater Tim Cindric ist der Präsident des Rennstalls. Trotz dieser Beziehung hat Austin Cindric bereits angekündigt, sich auch außerhalb des Penske-Universums um einen Cup-Platz zu bemühen. Gegenüber ‘NASCAR.com’ sagt er, er sei zwar loyal, aber könne sich auch bei anderen Teams ein Engagement in der NASCAR Cup Series vorstellen. 

Im Xfinity-Rennen am Daytona-Rundkurs blickten viele Augen auf den ehemaligen Le-Mans-Sieger Earl Bamber, der sich für Richard Childress im Stockcar-Sport versuchte. Der Porsche-Werksfahrer, der im GT-Sport schon viele Erfolge gefeiert hat, hielt lange mit der Spitze mit, bis er Opfer der “Killer-Kerbs” in der Bus-Stop-Schikane wurde. Bamber ist NASCAR-Fan und wollte schon immer ein Rennen in einem Stockcar bestreiten. 

NASCAR Gander & RV Outdoors Truck Series

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Sheldon Creed (GMS Racing) hat das Rennen der NASCAR Gander & RV Outdoors Truck Series am Daytona-Rundkurs gewonnen und durfte sich deshalb neben Elliott und Cindric in die Siegerliste eintragen. Er hielt Brett Moffitt (GMS Racing), Austin Hill (Hattori Racing Enterprises), Matt Crafton (ThorSport Racing) und Raphael Lessard (Kyle Busch Motorsports) hinter sich. 

Für Creed war es nach Kentucky bereits der zweite Saisonsieg, weshalb er einen Platz in den Playoffs bereits sicher hat. Die Gesamtwertung führt aber Hill weiter vor Moffitt an, der bisher noch keinen Sieg verbucht hat. Sicher in den Playoffs sind neben Creed und Hill Rookie Zane Smith (GMS Racing), Crafton und Daytona-Sieger Grant Enfinger (ThorSport Racing).

NASCAR Pinty’s Series Canada 

Auch wenn es in der Saison 2020 wegen der COVID-19-Pandemie und des damit einhergehenden verkürzten Kalenders keinen offiziellen Champion in der kanadischen NASCAR Pinty’s Series geben wird, werden vor leeren Tribünen einige Rennen gefahren. Den Saisonauftakt markierte ein Double-Header am Sunset Speedway, den die Veteranen LP Dumoulin und Jason Hathaway gewannen. 

Auch das nächste Rennen wird auf einem Oval in Ontario ausgetragen. Am Flamboro Speedway sind am 29. August zwei 125 Runden lange Rennen ohne Zuschauer an der Strecke geplant.

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