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NASCAR-Weekly: Erster Double-Header mit IndyCar in Indianapolis

Chris Graythen/Getty Images

Am vergangenen Wochenende gab es den ersten Double-Header der IndyCar Series und NASCAR am Indianapolis Motor Speedway – Während Kevin Harvick seinen vierten Saisonsieg einfuhr, schrieb Chase Briscoe in der Xfinity Series Geschichte

NASCAR Cup Series (von: André Wiegold)

Am vergangenen Wochenende gastierte die NASCAR Cup Series erstmals zusammen mit der IndyCar-Series am Indianapolis Motor Speedway (IMS). Der erste Double-Header der beiden Serien musste aufgrund der COVID-19-Pandemie jedoch vor leeren Tribünen ausgetragen werden. Dennoch könnte dieser gemeinsame Event der Startschuss in eine Zukunft mit weiteren Doppelveranstaltungen gewesen sein.

Während die NASCAR Xfinity Series ihr Debüt auf dem Indianapolis-Rundkurs feierte, wurde beim Brickyard 400 das klassische 2,5 Meilen lange Oval befahren. In der ersten 50 Runden langen Stage setzte sich William Byron (Hendrick) gegen seine Konkurrenz durch, um sich die zehn Meisterschaftspunkte und den Playoff-Bonuszähler zu sichern. Die zweite Stage ging an Kevin Harvick (Stewart-Haas).

Der 44-jährige Ex-Champion aus Bakersfield, Kalifornien, setzte sich letztlich auch im finalen Segment durch und kam vor Matt Kenseth (Ganassi), Aric Almirola (Stewart-Haas), Brad Keselowski (Penske) und Cole Custer (Stewart-Haas) ins Ziel. Es war bereits der dritte Sieg des NASCAR-Veteranen am Indianapolis Motor Speedway und der zweite in Folge. Damit hat Harvick jeden seiner IMS-Siege in einem anderen Jahrzehnt geholt: 2003, 2019 und 2020.

Damit haben sowohl Harvick als auch Denny Hamlin (Gibbs) in der Saison 2020 bisher vier Rennsiege geholt. Es scheint, als würden die beiden erfahrenen NASCAR-Fahrer aktuell die Pace in der Cup Series vorgeben. Andere hochkarätige Stars wie Kyle Busch (Gibbs), Kurt Busch (Ganassi), Clint Bowyer (Stewart-Haas) und Matt Kenseth (Ganassi) warten noch auf ihren ersten Saisonsieg.

Während Kenseth, der das Cockpit des entlassenden Kyle Larson übernommen hat, in Indianapolis um den Sieg mitfuhr, machten viele andere Fahrer Bekanntschaft mit der Safer-Barrier des IMS. Zahlreiche Reifenschäden machten den Lauf zu einer echten Zitterpartie. Das prominenteste Opfer des Reifendesasters war Hamlin, der kurz vor Schluss heftig in die Mauer einschlug. Das Auto fing Feuer, jedoch konnte sich der Gibbs-Pilot problemlos aus dem Wrack befreien.

Johnson mit positiven Coronavirus-Test, Trump fordert Entschuldigung

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Nicht mit von der Partie war Jimmie Johnson in seinem Hendrick-Chevrolet, er wurde von Justin Allgaier ersetzt. Der siebenmalige NASCAR-Champion wurde kurz vor dem Rennwochenende in Indiana positiv auf COVID-19 getestet. Aktuell werden Johnson und seine Frau Chandra, bei der das Virus ebenfalls nachgewiesen wurde, behandelt. Das Ehepaar hat zwei Kinder, um die sich die Eltern große Sorgen machen. Wann Johnson wieder ins Lenkrad greifen wird, steht noch nicht fest.

Außerdem hat das Pocono-Rennen noch Nachwirkungen. Nachdem ein Strick in Bubba Wallaces (Petty) Garage gefunden worden war, zeigte NASCAR gemeinsam mit allen Fahrern sowie Teams Solidarität und Geschlossenheit gegen Rassismus. Jedoch kam das FBI zum Ergebnis, dass der Strick nicht absichtlich platziert worden war, um Wallace zu drohen. Es lag kein Hassverbrechen vor, weshalb die Ermittlungen eingestellt wurden.

Jetzt meldete sich der US-amerikanische Präsident Donald Trump zu Wort. Über Twitter forderte er den Petty-Piloten auf, sich für die Vorfälle am Pocono Raceway zu entschuldigen. Jedoch hatte Wallace den Strick gar nicht selbst gefunden, sondern eines seiner Teammitglieder. Der Strick, den es definitiv gegeben hat, war lediglich eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen des Garagentors. Jedoch war die Petty-Garage die einzige, die mit solch einem Seil versehen war.

NASCAR Xfinity Series (von: Alessandro Righi)

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag, dem 4. Juli, feierte die Xfinity Series Premiere auf dem Rundkurs des Indianapolis Motor Speedway. Gleichzeitig war es das erste Rundstreckenrennen im Jahr 2020. Chase Briscoe (Stewart-Haas) fuhr beim Debüt der zweiten NASCAR-Liga auf dem Rundkurs knapp den Sieg ein.

Den Sieg hatte der Mann aus Indiana vier Runden vor Schluss bereits in der eigenen Hand, doch ein Fauxpas warf ihn auf den dritten Platz zurück. Es führte kurzzeitig Rundkurs.Veteran A.J. Allmendinger (Kaulig), der seinerseits Stage-1-Sieger Austin Cindric (Penske) im Kofferraum hängen hatte. Doch sie kollidierten zwei Runden vor Ende, sodass Briscoe vorbeizog und dem Sieg entgegen fuhr. Für den Lokalmatadoren war es der fünfte Sieg der laufenden Saison.

Für die Statistik der Indianapolis-Premiere sei vermerkt, dass Jeb Burton (JR Motorsports) beim Pennzoil 150 als erster Pole-Setter in den Büchern festgehalten ist, Stage 1 von Cindric und Stage 2 von Briscoe entschieden wurden und das Rennen viermal nicht geplant mit gelben Flaggen unterbrochen wurde. Zudem rundeten Justin Haley (Kaulig), Noah Gragson (JR Motorsports) und die Duellanten Allmendinger und Austin Cindric die Top 5 ab.

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Alessandro Righi
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