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NASCAR-Weekly: Harvick, Hamlin und Briscoe siegen in Darlington

Jared C. Tilton/Getty Images

Am vergangenen Sonntag hat NASCAR den Betrieb wieder aufgenommen – Die beiden Cup-Rennen in Darlington gewannen Kevin Harvick und Denny Hamlin – Chase Briscoe feierte einen emotionalen Xfinity-Sieg

NASCAR Cup Series

NASCAR ist endlich wieder zurück: Trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie hat die traditionelle Stockcar-Serie in Amerika die Saison 2020 wieder aufgenommen. Am vergangenen Sonntag und Mittwoch fanden zwei Geisterrennen ohne Zuschauer und mit strikten Hygieneregeln am Darlington Rayway statt.

Ohne Training sowie Qualifying und mit einer gelosten Startaufstellung ging es am Sonntag in das 400-Meilen lange The Real Heroes 400, das den Helfern in der Coronavirus-Krise gewidmet war. Brad Keselowski startete dank des Losglücks von der Pole-Position in das 293 Runden lange Rennen.

In der ersten Stage standen alle Zeichen auf einen Sieg von Jimmie Johnson, der sich im Laufe des Rennens an die Spitze gesetzt hatte. Jedoch gab es in der letzten Runde eine Berührung mit Chris Buescher, den der Hendrick-Pilot überrunden wollte. Johnson verlor die Kontrolle über sein Auto und krachte in die Mauer. Sein Teamkollege William Byron gewann das erste Segment, fiel aber anschließend wegen eines Reifenschadens weit zurück.

Die zweite Stage ging letztlich an Pole-Setter Brad Keselowski, der sich gegen Alex Bowman durchsetzte. Das Rennen aber gewann NASCAR-Dauerbrenner Kevin Harvick vor dem Hendrick-Piloten mit der Startnummer 88. Kurt Busch wurde vor Chase Elliott Dritter, während Hamlin die Top 5 komplettierte.

Zwei Youngsters, die ihr erstes Cup-Rennen in Darlington bestritten, machten am Sonntag mit starken Leistungen auf sich aufmerksam: Childress-Fahrer Tyler Reddick wurde in der Startnummer 8 Siebter. John Hunter Nemechek überzeugte im Front-Row-Ford mit einem soliden neunten Platz. Für beide Cup-Rookies war es das bisher beste Ergebnis in ihren jungen Karrieren.

Hamlin gewinnt das zweite Rennen, Busch im Fokus

Credits: Chris Graythen/Getty Images

Die Top 20 des Rennens am Sonntag wurden für die Startaufstellung am Mittwoch einfach umgekehrt, weshalb Ryan Preece die Pole-Position bekam. Nach einer Verzögerung wegen Regens wurde das 500 Kilometer lange Rennen (228 Runden) letztlich freigegeben. Clint Bowyer setzte sich im ersten Segment durch und holte sich die wichtigen Bonuspunkte.

Auch in der zweiten Stage war der Stewart-Haas-Pilot unschlagbar, weshalb er wieder zehn Meisterschaftszähler und einen Playoff-Punkt einsackte. Hinter ihm landete Chase Elliott, der im späteren Rennverlauf noch in Fokus stand. Im Kampf um die Plätze versuchte sich Kyle Busch wieder in den Zug von Autos einzureihen. Dabei schätzte er die Lage falsch ein und schickte Elliott in die Wand. Der zeigte seinen Frust mit dem Mittelfinger – natürlich an Busch gerichtet.

Der Gibbs-Pilot hat sich bereits mehrmals bei Elliott und Hendrick Motorsport entschuldigt. Auf Twitter schreibt der aktuelle NASCAR-Champion: “Ich möchte mich noch einmal bei Chase und dem Team entschuldigen. Es ist wirklich hart, was ihnen im Rennen passiert ist. Ich habe viel zu viel Respekt vor Chase und Alan [Gustafson, Crew-Chief], um so etwas böswillig zu tun.”

Das wegen Regen verkürzte Rennen gewann letztlich Hamlin, der nach dem Daytona 500 seinen zweiten Saisonsieg eingefahren hat. Kyle Busch wurde trotz des Zwischenfalls vor Harvick und Keselowski Zweiter. Erik Jones komplettierte vor Joey Logano, Aric Almirola und Jimmie Johnson die Top 5.

NASCAR Xfinity Series

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Auch die NASCAR Xfinity Series hat ihre Saison fortgesetzt. Eigentlich sollte das erste Rennen nach der Zwangspause am Dienstag stattfinden, jedoch musste der Lauf in Darlington wegen Regens auf Donnerstag verschoben werden.

In einem spannenden Rennen setzte sich letztlich Chase Briscoe durch, der sich in den letzten Runden einen heißen Kampf mit Kyle Busch geliefert hat. Nach mehreren Kontakten mit der Mauer sowie dem Kontrahenten und mehreren Führungswechseln setzte sich der 25-Jährige gegen Busch durch.

Für Briscoe war es ein sehr emotionaler Sieg, denn erst am Dienstag haben seine Frau und er erfahren, dass sie ihr ungeborenes Kind verloren haben. Dementsprechend intensiv war schließlich auch das Sieger-Interview in der Victory Lane von Darlington.

“Diesen Sieg widme ich meiner Frau”, sagt Briscoe. “Es war die härteste Woche, die ich jemals überstehen musste. Als ich die Führung übernahm, saß ich weinend im Auto. Das hier ist mehr als nur ein Rennsieg. Es ist der größte Sieg meines Lebens nach dem schwersten Tag meines Lebens. Es ist ein tolles Gefühl, den besten Fahrer da draußen geschlagen zu haben.”

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