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NASCAR-Weekly: Ryan Newman wohlauf, Hamlin und Logano siegen

Jonathan Ferrey/Getty Images

Im wöchentlichen Newsflash blicken wir auf die Entwicklungen in der NASCAR-Welt – Im Fokus: Ryan Newman, die Rennen in Daytona und Las Vegas sowie eine ganz besondere Geste an ein Sport-Idol

NASCAR Cup Series

Bis zuletzt hieß es für die NASCAR-Fans in Deutschland: zittern. Wird die NASCAR in Deutschland zu sehen sein, wenn ja, wie und wo? Kurz vor dem Daytona 500 kam dann die erlösende Nachricht: Sport1+ und MotorvisionTV zeigen die NASCAR bis einschließlich 2022. Die Rechte liegen bei Sport1, aber MotorvisionTV zeigt pro Saison zwölf Rennen – darunter das Daytona 500.

Eben jenes Rennen entwickelte sich in dieser Saison direkt zu einem wahren Spektakel. Das Startkommando gab niemand geringeres als der US-Präsident Donald Trump. Doch nach nur 20 Runden war das Rennen schon vorbei: es regnete in Daytona. So sehr, dass erst am Montag weitergefahren werden konnte.

Die Stage-Siege sicherten sich Chase Elliott und Denny Hamlin, der am Ende auch das Rennen gewann. Doch das war letztlich nur eine Randnotiz einer wilden Schlussphase in einem Rennen mit jeweils zwei Big Ones und Rotphasen. Am schlimmsten erwischte es allerdings Ryan Newman, der sich nach einem Bump von Ryan Blaney überschlug. Wie durch ein Wunder überstand der Ford-Pilot den Unfall nahezu unversehrt.

Zwar konnte Newman das Krankenhaus noch vor dem Rennen in Las Vegas wieder verlassen, aber er wird seinem Team wegen einer Kopfverletzung auf unbestimmte Zeit fehlen. Apropos Las Vegas, auch das zweite Rennen der Saison 2020 hatte es in sich. Erneut bekamen die Zuschauer viele Zweikämpfe und ein bärenstarkes Ford-Lager zusehen. Die beiden Stage-Siege sicherte sich dennoch Chevrolet-Fahrer Chase Elliott.

Richtig interessant wurde es aber erst in der Schlussphase. Nachdem sowohl Elliott als auch Martin Truex Jr. – der sich über weite Strecken ein Duell an der Spitze mit Elliott geliefert hatte – aus dem Rennen waren, war es Joey Logano der vorne wegmarschierte. Doch kurz vor Rennende gab es noch einmal eine Gelbphase und die Fahrer setzten auf verschiedene Strategien. Es war das Szenario auf das speziell Kevin Harvick mit seinem Short-Run-Auto gesetzt hatte, doch auch neue Reifen halfen dem Kalifornier nicht. Den Sieg sicherte sich Logano vor Matt DiBenedetto.

Zwischen den beiden Rennen verkündete NASCAR laut ‘Motorsport.com’ zudem, dass das Charter-System bis zum Jahr 2024 verlängert wurde. Der Meisterschaftspokal erhielt indes einen neuen Namen und ist künftig dem Seriengründer Bill France und dessen Sohn Bill France Jr. gewidmet. Optisch unterscheidet sich die Bill-France-Trophy aber nicht vom Pokal der vergangenen Jahre.

In Fontana wird ein ganz besonderer Sportler im Fokus stehen: Vor wenigen Wochen kamen die Basketball-Legende Kobe Bryant und seine Tochter bei einem tragischen Hubschrauberabsturz ums Leben. Schon damals sprachen zahlreiche NASCAR-Piloten der Familie ihr Mitgefühl aus.

In Fontana soll an das Leben von Bryant gedacht werden. Im Infield der Strecke soll Bryants Trikotnummer zu sehen sein. Daniel Suarez fährt mit Schuhen und Handschuhen in den Farben der Los Angeles Lakers, dem ehemaligen NBA-Team des US-Amerikaners. Darauf sind seine Trikotnummern, die 8 und die 24, und sein Abbild zu sehen. Sie werden nach dem Rennen für einen guten Zweck versteigert werden.

Das Auto von Ryan Blaney ist in einem gelb-lilanen Mamba-Design gehalten. Auf dem Heck sind ebenfalls die Nummern 8 und 24 in einem Unendlichkeitszeichen zu sehen sowie die Homepage des Mamba On Three Fund, der die Familien der anderen Absturzopfer unterstützt. Diese sollen auch im Gebet vor dem Rennen erwähnt werden.

NASCAR Xfinity Series

Foto: Jonathan Ferrey/Getty Images

Der Saisonauftakt der NASCAR Xfinity Series zeigte einige Parallelen zum Cup-Saisonstart auf. Das erste Rennen auf dem Superspeedway wurde, wie auch im Cup, durch einen Crash in der letzten Runde entschieden.

Kurz vor Rennende wurde Noah Gragson von Harrison Burton mit einem Bump in Führung gebracht, ehe sich auf der letzten Runde Brendon Brown und Michael Annett zu nahe kamen und kollidierten. Gragson verteidigte seine Führung und sicherte sich aufgrund der Gelbphase – die das Rennen beendete – seinen ersten Sieg in der Xfinity Series.

In Las Vegas fiel das Rennen der zweiten NASCAR-Liga ins Wasser, weil es in der Wüste von Nevada regnete. Statt am Samstag ging es also am Sonntag nach der Cup Series auf dem Oval von Sin City weiter.

Der Dominator des Rennens war Chase Briscoe, der die meisten der verbliebenen 150 Runden am Sonntag anführte. Der Ford-Pilot setzte sich gegen Austin Cindric und Ryan Sieg durch und feierte seinen dritten Sieg im Unterbau der NASCAR Cup Series..

Während in der Cup Series dieses Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit kein Fahrer mit dem Namen Earnhardt im Feld zu finden ist, wird die Familie in der Xfinity Series des Öfteren repräsentiert werden. Jeffrey Earnhardt wird einige Rennen in der zweiten NASCAR-Liga fahren.

Der 30-Jährige kehrt für zwölf Rennen zu seinem ehemaligen Team JD Motorsports zurück, für die er bereits 2014 an den Start ging. „Ich bin Johnny Davis und dem JD Motorsport und Gary Keller sehr dankbar, dass ich in dieser Saison an Bord sein darf“, sagte Earnhardt. „Diese Jungs arbeiten jede Woche hart, und sie haben die Fähigkeit und den Wunsch gezeigt, sich zu beweisen. Ich freue mich darauf, in dieser Saison wieder Rennen zufahren!“ In welchen Rennen der 30-Jährige für das Team fahren wird ist noch nicht bekannt.

NASCAR Gander RV & Outdoors Series

Foto: Jared C. Tilton/Getty Images

Ein enges Daytona-Rennen gab es auch in der dritten nationalen Serie der NASCAR zu sehen. Erst in der Overtime setzte sich Grant Enfinger im Fotofinish gegen Jordan Anderson durch. Gerade einmal 0,100 Sekunden lag Enfinger letztlich vor seinem Konkurrenten. Beide lieferten sich in den letzten beiden Runden ein Tür-an-Tür-Duell.

Neben der engen Schlussphase sorgten auch zwei Big Ones beim Saisonauftakt der Trucks für Spannung. Gleich elf Fahrer waren beim ersten Massencrash in Runde 67 involviert, bei dem der Truck von Tate Fogleman Feuer fing. Der zweite Big One ereignete sich in Runde 98, in dem Steward Friesen, Ben Rhodes, Johnny Sauter, Matt Crafton, Tanner Gray, Gus Dean, Riley Herbst sowie Jesse Little.

In Las Vegas war es einmal mehr Kyle Busch, der bei seinem ersten Saisonstart bei den Trucks das Rennen gewonnen hat. Bei seinem Heimrennen war der Truck-Dauerbrenner von Anfang an stark unterwegs: Er führte letztlich 108 von 134 Runden in dominanter Weise an. Der aktuelle Meister der Cup Series hat von seinen letzten sieben Starts in der Truck Series alle gewonnen.

Das ist Grund genug für Kevin Harvick, ein Kopfgeld auf Busch auszusetzen. Auf Twitter versprach Harvick dem Cup-Fahrer, der Busch in einem Truck-Rennen fair schlägt, ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar. Der Geschäftsführer von Camping World, Marcus Lemonis, schloss sich dem Stewart-Haas-Piloten an und verdoppelte die Prämie auf 100.000 US-Dollar.

Es dauerte nicht lange, bis sich auf Twitter die ersten Herausforderer meldeten. Chase Elliott und Kyle Larson wollen gemeinsam mit GMS Racing versuchen, das schier unmögliche zu schaffen und Busch zu schlagen. Während Elliott es in Atlanta versuchen wird, wird Larson in Homestead-Miami auf die Jagd nach “Rowdy” gehen.

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