Der Raceway Venray taucht nicht mehr im Programm der NASCAR-Euroserie auf. Die Niederlande bleibt trotzdem der Geheimtipp für den europäischen Ovalrennsport.

Die NASCAR-Euroserie wird im Jahr 2018 nicht mehr am Raceway Venray starten und nach Tours ausweichen. Viele Ovalrennsport-Fans, die diese Szene erst durch den europäischen NASCAR-Ableger kennengelernt haben, suchen nun nach Alternativen. Diese bietet die Niederlande mit seinen vielen einzigartigen Ovalen, die über das ganze Land verteilt sind. Auch in Belgien gibt es eine interessante Anlage.

Der Autospeedway-Sport ist seit vielen Jahrzehnten ein wichtiger Teil in der Motorsportlandschaft unseres Nachbarn. Der Raceway Venray, der ebenfalls seine Wurzeln in dieser Szene hat, hat durch die Rennen der NASCAR-Euroserie bei vielen Motorsportfans großes Interesse geweckt. Auch wenn die EuroNASCAR im Jahr 2018 dort nicht mehr starten wird, bietet der Kurs an sieben Renntagen ein buntes Programm mit vielen verschiedenen Rennklassen.

Der populäre Kurs ist aber nicht die einzige Anlage, auf der Ovalrennen veranstaltet werden. Auch am Midland Circuit Lelystad, Circuit de Polderputten Ter Apel und JaBa Circuit Posterholt finden im Jahr 2018 nahezu monatlich Rennveranstaltungen auf asphaltierten Ovalen statt. Neben den bekannten Serien aus Venray überraschen die Kurse mit vielen einzigartigen Rennklassen, die das Motorsportherz höher schlagen lassen. Von Stockcars mit über 700 Pferdestärken über Formelautos sowie Tourenwagen bis hin zu Standard-Klassen ist alles vertreten.

Formel Toyota in Posterholt:

Wer das Besondere sucht, kann auch zu den Dirttracks reisen – hier gibt es den Speedway Emmen, Sint Maarten und Speedway Blauwhuis. Auf den Offroad-Ovalen starten neben der Stockcar F1, Stockcar F2 und Saloon Stockcar auch Banger-Klassen, die verrückte Karambolagerennen austragen. Volle Starterfelder und spannende Läufe sind hier garantiert.

Ein weiteres Oval liegt im belgischen Warneton. Der rund 400 Meter lange Kurs weist in den Kurven Banking auf. Es gibt sogar eine feste Boxengasse, die bei den aktuellen Rennen aber nicht genutzt wird. Die Strecke ist zudem die Heimat der ELMS, die Europäische Late Model Serie, die neben der LMV8-Ovalserie in Venray existiert. Außerdem startet die ELMS auch an ausgewählten Renntagen in Lelystad.

BMW 325i Cup in Ter Apel:

Autospeedway: Ein besonderer Rennsport

Die Autospeedway-Szene zeichnet sich durch viele Besonderheiten aus. Meist starten hier keine professionellen Rennfahrer, sondern Amateure, die ihre Fahrzeuge in kleinen familiären Teams in der heimischen Garage aufbauen und vorbereiten. Gerade das schafft auf der Rennstrecke eine ganz besondere Atmosphäre. Es gibt außerdem viele günstige Einsteigerklassen, in denen Interessenten ohne großen Aufwand starten können.

Die leadlap.de-Bildergalerie auf Flickr

Die Ovale sind meist zwischen 300 und 700 Meter lang und weisen in der Regel kein Banking auf. Ein weiterer Reiz ist, dass im Autospeedway die besten Piloten immer von ganz hinten starten und sich erst durch das komplette Feld pflügen müssen. Die Rennklassen, die in Kontakt- und Nicht-Kontaktklassen unterschieden werden, warten mit den unterschiedlichsten Fahrzeugen auf und bieten daher eine Menge Abwechslung. Die für die Zuschauer sehr günstigen Renntage – im Schnitt kostet der Eintritt nur 15 Euro – haben meist ein sehr volles Programm ohne Pausen. Veranstaltungen mit mehr als 20 Rennen sind keine Seltenheit.

André Wiegold testet Formel BMW in Lelystad:

Trotz des Aus des Raceway Venray in der NASCAR-Euroserie, ist der Ovalrennsport in Europa am blühen. Es gibt viele Alternativen, um den Einstieg in den heimischen Ovallrennsport zu finden. Die Strecken sind gut organisiert und die Klassen bieten eine Menge Vielfalt. Auch wenn der Autospeedway nicht mit dem NASCAR-Sport verglichen werden kann, sollte jeder Ovalrennsport-Fan dieser besonderen Sportart eine Chance geben.

Die offiziellen Webseiten der Strecken: