NASCAR Whelen Euro Series

Racing Engineering übernimmt Verantwortung für Formtief

Michael Großgarten

Das spanische Team Racing Engineering reagiert auf die Kritik von Ander Vilarino, eine “albtraumhafte Saison” erlebt zu haben

Ander Vilarino bezog gegenüber ‘Leadlap.de’ klar Stellung zu seinem Comeback in der NASCAR Whelen Euro Series (NWES) 2019. Nach dem Saisonfinale in Zolder verkündete der Spanier, dass seine Saison, trotz der zwei Siege beim Saisonauftakt, schnell zu einem Albtraum wurde.

Der dreifache EuroNASCAR-Champion bemängelte, dass weder das Team noch er selbst, das volle Potenzial des Autos entfalten konnten. Ein Mysterium, dass sich durch den Rest der Saison zog.

Racing Engineering, ein illustres Team mit bereits zwölf Meisterschaftssiegen in Formel- und GT-Klassen, zeigt sich ebenfalls ratlos, weshalb sie ihre starke Form beim Auftakt-Wochenende in Valencia nicht über die Debüt-Saison aufrecht erhielten. Schließlich schien es nach den Siegen des Rückkehrers Vilarino zu Beginn, als wäre das neue Team auf Anhieb in der Lage, um die Meisterschaft zu fahren.

Teamchef Alfonso de Orléans-Borbón gab zu, als er mit den Aussagen Vilarinos gegenüber ‘leadlap.de’ konfrontiert wurde: “Ich denke, er hat recht damit, dass die Performance des Autos fehlte. Man darf nicht vergessen, dass wir ein Team speziell für NASCAR angestellt haben.”

Foto: Michael Großgarten

“Es hat das Auto nach jedem Rennen wortwörtlich in seine Einzelteile zerlegt und versucht, alles zu analysieren. Es ist also tatsächlich ein Mysterium, warum das Auto nicht mehr so gut lief. Ander sagte uns, dass es am Motor liegen könnte. Doch der Vergleich der Daten mit unserem anderen Auto zeigte, dass es keine auffälligen Unterschiede gab”, so der Teamchef.

“Selbst wenn man einen Leistungsunterschied in Betracht zieht, kann das nicht der Auslöser dafür sein, von einem Rennen zum nächsten, so viel Konkurrenzfähigkeit zu verlieren. Es muss also einen anderen Grund geben”, glaubt der Spanier. “Da wir die Autos jedoch mittlerweile abgegeben haben, werden wir den Grund wohl nicht mehr erfahren.”

Nichtsdestotrotz erreichte das Team am Ende seiner Debüt-Saison einen starken dritten Platz in der Teamwertung der NWES. Auf die Frage, ob das Endergebnis des Teams zufriedenstellend war, äußerte sich de Orleans-Borbon: “Wenn man in Betracht zieht, wie viel Zeit und Aufwand in das EuroNASCAR-Projekt geflossen ist: Nicht wirklich!”

“Man muss aber auch Bedenken, dass es unsere erste Saison war”, stellt er klar. “Bis auf Valencia und Hockenheim waren uns die Strecken vorher unbekannt. Dasselbe gilt natürlich für das Auto. Insgesamt erforderte alles im Vergleich zu den anderen Teams eine steile Lernkurve von uns.”

Ein wesentlicher Bestandteil beim Einstieg in eine neue Rennserie ist es, sich auf die Begebenheiten der Autos einzustellen. War dies die größte Herausforderung für die rot-gelb leuchtenden Boliden im Laufe von 2019? Der Teamchef glaubt: “Die größte Schwierigkeit war es hauptsächlich, sich auf die [für uns] neuen Strecken einzustellen. Sie waren zum Teil sehr verschieden von dem, was wir bisher kannten. Dann kommt sicherlich das Verständnis der Autos. Ich denke, in einer zweiten Saison sollte für uns einiges einfacher laufen.”

Vilarino gab bereits bekannt, nicht zu Racing Engineering zurückzukehren, wenn er 2020 wieder in der NWES fährt. Für das spanische Team steht es derzeit in den Sternen, ob sie weiterhin in der EuroNASCAR antreten. ‘Leadlap.de’ erfuhr jedoch, dass ein Fahrer ganz besonders im Blickfeld für eine mögliche Rückkehr des Teams in der Saison 2020 steht. Weitere Infos zu diesem Thema folgen!

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