Advait Deodhar gehört zu den Rookies in der NASCAR-Euroserie 2018 – In Brands Hatch gab der Inder sein EuroNASCAR-Debüt

In der Saison 2018 hat die EuroNASCAR nicht nur das größte Starterfeld ihrer Geschichte, sondern vermutlich auch das internationalste. Dominierten in den vergangenen Jahren vor allem Fahrer aus Frankreich, Belgien und Italien das Feld, so wächst inzwischen der Anteil von Fahrern anderer Nationen spürbar an. In dieser Saison tauchte ein weiteres Land auf der NASCAR Landkarte auf, das lange nicht mehr vertreten wurde: Indien.

Advait Deodhar gab in Brands Hatch sein Debüt für Dexwet-DF1 Racing in der ELITE-2-Division. „Es fühlt sich unglaublich an, dass ich der erste Inder seit vielen Jahren bin, der in der europäischen NASCAR fährt“, meint Deodhar gegenüber ‚leadlap.de‘. Obwohl der Inder erst sehr spät mit 22 Jahren anfing, Rennen zu fahren, sammelte er in einigen Serien Rennerfahrung – darunter in der indischen Formel 4, indischen Formel 4 1600, sowie einigen indischen Tourenwagen-Klassen. Er ist nach Sailesh Bolisetti im Jahr 2013 erst der zweite Inder in der EuroNASCAR.

Um seine Karriere voranzutreiben, traf Deodhar eine mutige Entscheidung und wanderte nach Großbritannien aus. „Dann erhielt ich die Chance, im Januar einen NASCAR-Test zu absolvieren. Das lief gut“, erklärt der Dexwet-Pilot, der sich sehr positiv über die Serie äußert. Erst absolvierte Deodhar einige Rennen in der ELITE-Club-Division, bevor er in Brands Hatch den Schritt in die ELITE 2 wagte.

Obwohl die Autos dieselben sind, sah Deohdar das Rennwochenende in Brands Hatch vor allem als Chance zum Lernen. „Es ist interessant, weil ich das Auto noch nie mit voller Geschwindigkeit gefahren bin“, sagt Deodhar. „Ich taste mich immer noch an das Level ran, bis zu dem ich das Auto pushen kann.“

Der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Klassen sei für Deodhar vor allem das Format. Während in der ELITE 2 Rennen gefahren werden, handelt es sich bei der ELITE Club um eine Gleichmäßigkeitsprüfung. „Wir fahren gegen ein Zeitdelta. Man fährt etwas langsamer, weil man sich an das Delta halten muss.“, führt der Nachwuchspilot aus. “Der Spotter ist sehr wichtig. Er sagt dir, in welchem Sektor du langsamer oder schneller fahren musst.“

Vor seinem ersten Rennen war der Inder optimistisch, dass er sich diesem Level anzunähern kann. Dazu studierte er die Daten und Videos der Trainingseinheiten. Nach dem Rennen zeigte sich Deodhar trotz technischer Probleme und zwei Kollisionen zufrieden: „Es war echt unglaublich. Die zehn Runden die ich gefahren bin, waren die besten meines Lebens.“

Das Team wurde aber wegen der Unfälle bestraft und Deodhars Mustang hatte einen Platten. „Das war das Ende des Rennens“, meint Deodhar, der dennoch viel aus dem Rennen gelernt hat. „Ich hab das Limit des Autos gefunden, was sehr hilfreich ist.“ Auch Dexwet-DF1-Teamchef Clemens Sparowitz war mit den Leistungen seines Piloten sehr zufrieden: „Advait wird irgendwann Plätze gut machen und wenn er sich unter Kontrolle hält, auch in die Top 10 fahren.“

Deodhar selbst sieht die NASCAR vor allem als Chance. Er glaubt. „dass viele Dinge im Leben aus einem bestimmten Grund passieren“. Die Möglichkeit, NASCAR zu fahren, sei einSchritt, um seinen Traum, ein professioneller Rennfahrer zu werden, näher zu kommen. „Ob das in der NASCAR klappen wird, weißt ich nicht“, so der Inder. „Das ist eine große Chance und ich bin dankbar dafür.“