An einem bewölkten Donnerstag machte ich mich auf zum „Circuit de Polderputten“ in Ter Apel. Die Hinfahrt stellte sich als Geduldsprobe heraus, da ich ca. eine Stunde im Stau stand, weil viele Menschen zum örtlichen Themenpark wollten. Mit einer Verspätung von drei verpassten Rennen traf ich dann auf der Strecke ein. Dann hieß es nur noch Platz suchen, Klappstuhl aufklappen und die Rennen genießen!

Action auf dem Oval in Ter Apel © André Wiegold

Action auf dem Oval in Ter Apel © André Wiegold

Insgesamt gingen acht Klassen an den Start, von denen jeder vier Läufe bestritt. Los ging es mit den Junioren. In dieser Klasse dürfen junge Nachwuchstalente hinters Steuer! Manon Boes (333) konnte sich dabei stets gegen die sieben anderen Kontrahenten durchsetzen. Roy Meijering (12), Lanie van de Bosch (9) und Niek van den Akker (29) teilten sich die besten Positionen hinter Manon Boes. Der junge Nachwuchs zeigte, dass in den nächsten Jahren sicher mit dem ein oder anderen in den Klassen der „Großen“ zu rechnen ist.

Junioren heizen das Oval ein © André Wiegold

Junioren heizen das Oval ein © André Wiegold

Meine absolute Lieblings-Klasse auf dem Oval in Ter Apel ist der BMW 325i Cup. Insgesamt gingen 16 dieser Boliden an den Start. Das besondere in dieser Klasse ist, dass man das Gefühl hat, dass jeder einzelne Teilnehmer das Rennen gewinnen kann. Den ersten Lauf gewann Pieter Blauwgeers (14) in seinem silbernen BMW. Im zweiten Lauf gab es auch mit Richard Gerrits (33) den zweiten Sieger an diesem Tag. Im 3. Lauf gab es wieder einen anderen Sieger: Fred/Melissa Schoenmakers (54) holten sich den Sieg (ich weiß nicht, wer von beidem im Auto saß!). Mit Merli Beganovic (24) schrieb sich im Finale ein weiterer Fahrer auf die Liste der Sieger ein. Damit gab es in vier Rennen vier verschiedene Sieger. Eben diese Leistungsdichte macht diese Rennklasse aus!

Checkered Flag für den BWM 235i Cup! © André Wiegold

Checkered Flag für den BWM 235i Cup! © André Wiegold

Eine günstige Einsteigerklasse ist die Standaard 1400. In dieser Klasse kommen kaum modifizierte Fahrzeuge zum Einsatz, was aber nicht bedeutet, dass diese Rennfahrzeuge keine Action zu bieten haben. Insgesamt gingen 13 Fahrer an den Start. Rob Mulder (5) konnte sich den Sieg im ersten Lauf holen. In dieser Klasse gibt es ebenfalls engen Wettbewerb. Den Sieg im zweiten Lauf holte sich Danny Bos (8). Danny Bos zeigte an diesem Tag eine starke Leistung und krönte diese mit weiteren Siegen im dritten Lauf und im Finale. Im Finale kamen die ersten drei Fahrzeuge in 0.644 Sekunden ins Ziel! Trotz der geringen Modifizierungen und der leisen Motorengeräusche, bietet diese Klasse tolle und spannende Rennen.

Standaard 1400 in Ter Apel © André Wiegold

Standaard 1400 in Ter Apel © André Wiegold

Der „große Bruder“ der Standaard 1400 ist die Rennklasse Standaard 2000. In dieser Klasse werden ebenfalls wenige Modifikationen durchgeführt, aber es können stärker angetriebene Motoren genutzt werden. In dieser Klasse gab es acht Teilnehmer. Einer davon ist Kevin Zwiep (8). Der junge Rennfahrer dominierte die Rennen in dieser Klasse und holte sich Siege in den ersten drei Läufen. Im Finale machte ihn aber Danny Klein (18) die Siegesserie kaputt. Am Ende war es für Kevin Zwiep trotzdem ein sehr gelungener Renntag!

Kevin Zwiep auf Platz 1 - Standaard 2000 © André Wiegold

Kevin Zwiep auf Platz 1 – Standaard 2000 © André Wiegold

Die Superklasse und die Sportklasse verbuchten das schlechteste Starterfeld. Deshalb wurden diese beiden Klasse zusammen auf das Oval gelassen. In der Superklasse traten drei Fahrer gegeneinander an und in der Sportklasse waren es vier. In der Superklasse dominierte Rene Teerink (58) in seinem hochmodernen Opel Tigra. In der Sportklasse konnte sich Djony Meijer (24) drei von vier Rennläufen holen. Den ersten gewann Lucas Wagt (6). Aus deutscher Sicht konnte Uwe Mündelein aus Bochum (48) vier 2. Plätze in der Superklasse einfahren. Leider waren diese Klassen aufgrund der geringen Teilnehmerzahl eher nicht so schön anzusehen.

Tigra Tourenwagen mit sequentiellen Getriebe! © André Wiegold

Tigra Tourenwagen mit sequentiellen Getriebe! © André Wiegold

Die National Hotrods trugen ein weiteres Rennen des NHRRG-Cups aus. 13 Fahrer traten auf dem Oval in Ter Apel an. In Ter Apel ist es schön zu sehen, dass es keinen richtigen Favoriten gibt und jeder Fahrer ein gutes Ergebnis einfahren kann. Den ersten Lauf gewann Erik Emming (39). Der zweite Lauf ging an Reimon Bos (33) mit seinem VW Corrado. Den dritten Lauf gewann wiederum Erik Emming (39) vor Ralph Verberkt (4). Das Finale gewann Fokko Wildeboer (10) mit einer tapferen Leistung. Er kam 0.235 Sekunden vor Ralph Verberkt (4) ins Ziel. Mit diesen Ergebnissen wird die Tabelle des NHRRG-Cups sicher etwas durchgerüttelt.

Zwiep (18) vs Emming (39) © André Wiegold

Zwiep (18) vs Emming (39) © André Wiegold

Die 2l Hotrods befuhren das kleine Oval im Uhrzeigersinn. In dieser Rennklasse waren neun Teilnehmer eingeschrieben. Auch in dieser Klasse ist eine hohe Leistungsdichte zu beobachten. Trotzdem gab es an diesem Renntag nur einen Sieger: Mario Baer (291). Der Deutsche konnte oft von Kämpfen hinter sich profitieren. Das erste Rennen gewann er mit 0.203 Sekunden Vorsprung vor Martijn Vowinkel (22), was das knappste Finish in dieser Klasse war. Diese Klasse bietet wirklich viel: Schöne Fahrzeuge und enge Zweikämpfe, in denen Kontakt nicht gescheut wird.

Mario Baer dominiert das Geschehen © André Wiegold

Mario Baer dominiert das Geschehen © André Wiegold

Last but not least: Stockcar F2. Aufgrund einer weiteren Stockcar-Veranstaltung in Blauwhuis fanden leider nur 13 Fahrzeuge ihr Ziel in Ter Apel. Doch von diesen 13 Fahrern haben die Meisten rote oder blaue Dächer! Den ersten Lauf konnte der Favorit Wim Peeters (124) für sich entscheiden. Die anderen drei Läufe gewann jedoch Rick Lenssen (136). Er fuhr mit der nötigen Aggressivität und mit dem nötigen Verstand und konnte so ein starkes Ergebnis einfahren. Von Rick Lenssen werden wir 2015 in den Stockcar F2 sicher noch einiges sehen. Aus deutscher Sicht konnte Peter Baer (92) drei Top-3 Ergebnisse einfahren. Im Finale fiel er durch einen Unfall aus.

Baer (92) vs Wubkes (117) © André Wiegold

Baer (92) vs Wubkes (117) © André Wiegold

Mein Fazit: Es war ein toller Renntag in Ter Apel, der spannende Rennen bot. Die Rennklassen waren, bis auf Super- und Sportklasse, mit einer Anzahl an Fahrern besetzt, die in Ordnung war, jedoch ausbaufähig ist. Ich werde in jedem Fall weitere Rennen auf dieser Rennstrecke, nahe dem Emsland in Deutschland, besuchen!

Fotos zum Renntag gibt es hier!