SRX, US-Racing

SRX: Was steckt hinter der neuen Serie von Stewart und Evernham?

Streeter Lecka/Getty Images

Mit der Superstar Racing Experience – kurz SRX – wollen Tony Stewart und Ray Evernham die Samstagabende in den USA aufmischen – Doch was steckt hinter der neuen Serie?

Tony Stewart und Ray Evernham, das klingt nach einem kongenialen Duo im NASCAR-Sport. Diese beiden Legenden wollen im Jahr 2021 eine neue Rennserie an den Start bringen, die am Samstagabend die Motorsport-Welt aufmischen soll. Die Stockcar-Serie hört auf den Namen Superstar Racing Experience – kurz SRX.

Außerdem an Bord sind Sandy Montag und George Pyne, die ebenfalls ihre Finger bei der Gründung im Spiel haben. Geplant ist eine Übertragung der Rennen am Samstagabend auf CBS Sports, einem bekannten Sportsender in den USA. Doch was bekommen die Zuschauer an diesen Abenden eigentlich zu sehen?

In der ersten Saison planen Stewart und Evernham insgesamt sechs Rennen auf Short-Tracks in den USA. Doch nicht nur die Strecken sollen kurz sein, auch die Renndistanz wird von üblichen NASCAR-Rennen abweichen, die meist über mehrere Stunden andauern. Die SRX-Serie verfolgt hingegen das Ziel, die Zuschauer mit kürzeren Läufen zu unterhalten.

Außerdem wird das Los eine wichtige Rolle spielen, denn die Fahrer-Crew-Chief-Paarungen sollen per Lotterie zugeteilt werden. Die Stockcars, die zum Einsatz kommen werden, werden von Evernham konzipiert und aufgebaut. Alle Teilnehmer bekommen identisches Material, weshalb es einzig und allein auf den Fahrer ankommen wird. In den Medien wird die SRX-Serie bereits jetzt mit der ehemaligen IROC-Serie (International Race of Champions) verglichen, die bis 2006 aktiv war.

Aktuell ist die SRX-Serie auf Fahrersuche. Drei Piloten des zwölf Fahrer großen Feldes wurden bereits gefunden: Serienchef Stewart selbst, Tony Kanaan, der auf über 22 Jahre IndyCar-Erfahrung zurückgreift und Paul Tracy. Die anderen neun Teilnehmer sind noch nicht bekannt gegeben worden.

Wer sind Stewart und Evernham?

Für NASCAR-Kenner sind Stewart und Evernham sehr geläufige Namen, wenn es um die Geschichte der beliebtesten Motorsportserie in den USA geht. Stewart hat in seiner Karriere in den Jahren 2002, 2005 und 2011 den NASCAR-Titel gewonnen. Außerdem ist er Teilhaber von Stewart-Haas Racing, dem NASCAR-Team von Gene Haas, der auch in der Formel 1 aktiv ist. Stewart besitzt außerdem den Dirt-Track in Eldora und ist ein passionierter Sprint-Car-Fahrer.

Credits: Jared C. Tilton/Getty Images

Evernham hat sich als Crew-Chief bei Hendrick Motorsports einen Namen gemacht. Bevor er mit Jeff Gordon große Erfolge gefeiert hat, war Evernham auch für Alan Kulwicki tätig. In den Jahren 1995, 1997 und 1998 holte er mit Gordon drei NASCAR-Titel und schnappte sich den berühmten Sieg beim Daytona 500 1997. Später brachte Evernham ein eigenes NASCAR-Team an den Start, für das unter anderen Bill Elliott, Jeremy Mayfield und Kasey Kahne fuhren.

Warum der Vergleich mit der IROC-Serie?

Die neue SRX-Serie wird aktuell gerne mit der IROC-Serie verglichen, die von 1974 bis 2006 aktiv war. Les Richter, Roger Penske und Mike Phelps gründeten damals eine All-Star-Serie, die hauptsächlich mit Stockcar-Boliden auf Ovalen unterwegs war. Auch hier wurden einheitliche Autos – zuletzt ein Pontiac Trans Am – eingesetzt.

Große Namen fuhren regelmäßig um den Titel mit: Mark Martin gewann die Serie fünfmal, Dale Earnhardt viermal. Der letzte Champion des Jahres 2006 war Stewart selbst. Auch Matt Kenseth, Kurt Busch, Kevin Harvick und Bobby Labonte gehören zu den Meisterschaftssiegern. Damals wurden die Fahrer zu den IROC-Rennen eingeladen.

Anders als in der SRX-Serie, wurden aber jegliche Ovale und zeitweise auch Rundkurse besucht. Im Jahr 2006 gastierte die Serie beispielsweise am Rundkurs von Daytona – auf dem NASCAR im Jahr 2020 debütieren wird. Aufgrund ihrer langen Tradition ist die IROC-Serie noch heute im Gedächtnis vieler NASCAR-Fans präsent und mit der Gründung der SRX-Serie könnte der IROC-Charme seinen Weg zurück in die Motorsport-Welt finden.

Auf das Debüt der SRX-Serie muss aber noch etwas gewartet werden, denn das erste Rennen ist im Sommer 2021 geplant. Bis dahin werden aber noch die Autos gebaut, Verhandlungen mit potenziellen Partner geführt, die Fahrer ausgesucht und der Kalender bekannt gegeben werden. Es ist also noch ein langer Weg, bis die Motoren der SRX-Boliden erstmals aufheulen werden.

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