Albtraum statt Daytona 500: Anthony Alfredo nach Disqualifikation fassungslos
Anthony Alfredo wurde nach dem Qualifikations-Duel für das Daytona 500 der NASCAR Cup Series disqualifiziert – Das sagt der Rennfahrer zur der Entscheidung
Anthony Alfredo wird am kommenden Sonntag nicht am Daytona 500 teilnehmen, nachdem sein Chevrolet mit der Startnummer 62 von Beard Motorsports bei der technischen Abnahme nach den Duels am Donnerstagabend disqualifiziert wurde. Grund für den Ausschluss waren lose Luftkanäle und Schläuche, die laut NASCAR gegen das Reglement verstießen und potenziell aerodynamische Vorteile auf dem Superspeedway boten.
Alfredo, der sich zuvor auf der Strecke sportlich für das „Great American Race“ qualifiziert hatte, verliert damit seinen Startplatz an den nächsten berechtigten Fahrer, BJ McLeod, während er selbst den Schock über das bittere Ende seiner Daytona-Träume verdauen muss.
Die Entscheidung der Rennleitung traf das kleine Team von Beard Motorsports wie ein Schlag aus dem Nichts. Alfredo erklärte kurz nach Bekanntgabe des Urteils, dass er die genauen Hintergründe noch immer nicht vollständig greifen könne. Er wolle unbedingt noch einmal mit den Verantwortlichen sprechen, um die Regel im Detail zu verstehen.
„Unglücklicherweise hat sich einfach ein Luftkanal am Auto während des Rennens gelöst, wahrscheinlich durch das harte Auffahren im Draft“, vermutete der sichtlich mitgenommene Pilot gegenüber Frontstretch.
Alfredo betonte vehement, dass es sich bei dem technischen Defekt keinesfalls um einen bewussten Betrugsversuch gehandelt habe.
„Offensichtlich war es kein vorsätzliches Fehlverhalten, denn wenn es uns einen Vorteil gebracht hätte, hätten wir es gestern getan, um uns [im Einzelzeitfahren] für das Rennen zu qualifizieren“, so Alfredo weiter. Er fügte hinzu, dass die Komponente in den Duels keinerlei Nutzen gehabt hätte und er nicht glaube, dass irgendjemand in diesen Vorläufen „etwas Verrücktes“ tun würde, um die Qualifikation zu riskieren.
Besonders die Härte der Strafe sorgt beim Fahrer für Unverständnis, da er nach eigener Recherche erst der dritte Pilot in der Geschichte sei, der nach einem Duel-Rennen nach Hause geschickt wird.
„Dass so eine Kleinigkeit so eine große Sache ist“, kommentierte er frustriert. Er verstehe nicht, was genau zu der Entscheidung geführt habe, zumal das Team alles gegeben habe, um trotz einer späten Vorbereitungsphase konkurrenzfähig zu sein.
Der Moment, in dem Alfredo von seinem Aus erfuhr, war dabei fast so surreal wie die Disqualifikation selbst. Während er in den sozialen Medien noch Beiträge über seinen Erfolg teilte, kursierten bereits die ersten Meldungen über Probleme bei der Inspektion. Er habe erst durch Kommentare und „Trolle“ unter seinen eigenen Posts davon erfahren und sei dann fassungslos auf die Suche nach offiziellen Informationen gegangen.
„In einer Minute war ich auf dem Gipfel der Welt, und jetzt fühle ich mich, als würde ich darin ertrinken“, beschrieb er seine Gefühlswelt.
Trotz des herben Rückschlags versucht Alfredo, den Blick nach vorne zu richten und die Leistung seines Teams in Schutz zu nehmen. Es tue ihm leid für die Crew und die Sponsoren, da sie nichts getan hätten, was den Ausgang des Rennens am Donnerstag oder die Qualifikation am Mittwoch unlauter beeinflusst hätte.
„Ich habe noch kein vollständiges Bild davon, warum sie denken, dass es vorteilhaft war oder wo das im Regelbuch steht“, gestand er abschließend.
Für Alfredo bleibt nun nur noch der Fokus auf die Xfinity Series, wo er am Samstag mit Viking Motorsports angreifen will. Die Enttäuschung über die verpasste Chance im Cup-Series-Highlight wird jedoch so schnell nicht verfliegen, da er sich unsicher ist, wann sich eine solche Gelegenheit erneut bieten wird.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





