Atlanta scharrt mit den Hufen: Wiederholt sich der Kracher von 2024?
Das zweite Rennen der NASCAR-Saison 2026 findet auf dem Atlanta Motor Speedway statt, einem Intermediate-Oval, das „Superspeedway-Racing light“ bietet – Doch ist das Rennen dort eine Lotterie?
Im Jahr 2024 trennten 0,007 Sekunden die Top 3, die in einem irren Sprint zur Zielflagge über die Linie schossen. Sieger war damals Daniel Suarez, der noch für Trackhouse Racing fuhr. 2026 startet der Mexikaner für Spire Motorsports. Doch ist der EchoPark Speedway, der seit dem Umbau für die Saison 2022 Superspeedway-ähnliches Racing bietet, eine ähnliche Lotterie wie Daytona und Talladega?
Windschattenschlachten kann jeder gewinnen, doch es gibt einige Spezialisten im Feld. Daytona und Talladega, die Riesenovale der NASCAR, sind bekannt für ihre unvorhersehbaren Rennen. Trifft das wirklich auf Atlanta zu? Die Strecke ist deutlich kleiner, bietet aber dennoch Pack-Racing – wenngleich signifikant anders als auf den 2,5-Meilen-Ovalen.
Das Feld bleibt in Atlanta dicht zusammen, doch die Fahrer haben ihr eigenes Schicksal besser in der Hand als in Daytona und Talladega. Warum? Der Windschatten ist zwar extrem wichtig, dennoch können die Piloten mit gut getimten Manövern auf der 1,5-Meilen-Strecke auch alleine große Sprünge nach vorne machen. Sie sind nicht jede Sekunde vom Push des Hintermannes abhängig.

Deshalb ist es kein Wunder, dass die großen Namen des Sports seit dem Umbau vorne mitmischen: William Byron gewann in Atlanta in den Jahren 2022 und 2023, Joey Logano kommt ebenfalls auf zwei Siege (2023, 2024), was auch für Chase Elliott (2022, 2025) gilt.
Dazu gesellen sich Christopher Bell und der bereits erwähnte Suarez, der wohl einer der spektakulärsten Zieleinläufe der modernen NASCAR für sich entschied. Der Mexikaner ist dabei der einzige Sieger, dessen Profil nicht mit dem der anderen übereinstimmt, denn der Spire-Fahrer ist kein Außenseiter, aber gleichzeitig auch kein etablierter Star der NASCAR Cup Series.
Atlanta wird für mächtig Action sorgen, das steht fest. Die Fahrer brauchen ein stabiles, starkes Auto, im richtigen Moment die Hilfe der Team- und Markenkollegen, aber auch die Fähigkeiten, im Alleingang den Unterschied zu machen, was in Atlanta aufgrund der Streckencharakteristik möglich ist. Das Rennen findet am Sonntag, den 22. Februar, statt. Der Übertragungsstart auf Sportdigital1+ wird auf 20 Uhr geschätzt – mit Pete Fink und meiner Person, André Wiegold, als Kommentatoren.

Die grüne Flagge wird ab 21 Uhr erwartet, dann beginnen die rund 400 Meilen. Die erste Stage geht über 60 Runden, die beiden folgenden Segmente haben eine Länge von jeweils 100 Runden, sodass insgesamt 260 Runden absolviert werden müssen. Das Sprintfenster liegt bei rund 65 Runden, weshalb in den beiden letzten Stages Boxenstopps nötig sein werden.
Im Chase-Format zählen Punkte, weshalb ein gutes Ergebnis ein wichtiges Fundament bietet. Aufgrund des Daytona-Chaos sind folgende Fahrer bereits unter Zugzwang: Chase Briscoe (zwei Punkte), Alex Bowman (vier Punkte), Denny Hamlin (acht Punkte) und Bell (neun Punkte), während Tyler Reddick dank seines Daytona 500-Sieges mit 58 Zählern die Meisterschaft anführt.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.