Ausrufezeichen im Oval: Mick Schumacher stürmt in Phoenix in die zweite Startreihe

Ausrufezeichen im Oval: Mick Schumacher stürmt in Phoenix in die zweite Startreihe
Foto: Penske Entertainment: Chris Owens

Mick Schumacher qualifizierte sich in seinem ersten Oval-Qualifying für Startplatz vier – Der Deutsche zeigte sich auf dem Oval in Phoenix von seiner besten Seite

Mick Schumacher hat bei seinem ersten Auftritt auf einem US-Oval ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und sich im Qualifying für das zweite Saisonrennen der IndyCar Series auf dem Phoenix International Raceway den vierten Startplatz gesichert. Der 26-jährige RLL-Pilot überzeugte am Freitag und brannte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 173,667 Meilen pro Stunde (rund 279,49 km/h) in den Asphalt, womit er lediglich drei Kontrahenten den Vortritt lassen musste.

Hinter Pole-Setter David Malukas und dem routinierten Duo Josef Newgarden und Graham Rahal schuf sich Schumacher damit eine glänzende Ausgangsposition für das Rennen am Samstagabend, während gestandene Größen der Serie über ihre eigenen Fehler stolperten.

Die Wende für das Team von Bobby Rahal, David Letterman und Mike Lanigan gleicht einer kleinen Sensation, da das Team im Vorjahr mit einer schwachen Form der den Short-Tracks zu kämpfen hatte. Zudem musste Schumacher früh auf die Strecke, als diese noch „grün“ war – ein klarer Nachteil.

Doch der Deutsche nutzte die kühleren Bedingungen perfekt aus und hielt dem Druck stand, während die Konkurrenz später reihenweise an seiner Marke zerchellte. „Das ging irgendwie ziemlich schnell vorüber“, scherzte ein sichtlich gelöster Schumacher nach seinem Ritt auf der Rasierklinge, der insgesamt nur knapp 41,5 Sekunden dauerte.

In den zwei gezeiteten Runden bewies der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher eine beeindruckende Konstanz, die im Oval-Racing über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Mit 173,776 und 173,558 Meilen pro Stunde war er konstant und legte die Messlatte für die nachfolgenden Schwergewichte extrem hoch.

„Es ist toll, diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich denke, wir haben zwei gute Runden hingelegt, damit sollten wir bei der Musik sein“, bilanzierte der Honda-Pilot, der als bester Rookie brillierte. Zur Erinnerung: Phoenix war eines der Ovale, auf denen Schumacher im Vorfeld getestet hat.

Während Schumacher glänzte, erlebte die Konkurrenz ein wahres Debakel, allen voran IndyCar-Urgestein Will Power. Der neue Andretti-Pilot warf sein Auto erneut in die Mauer und erlebte einen weiteren Unfall am ersten zweiten Rennwochenende.

Ein fassungsloser Power gab zu Protokoll: „Keine Ahnung, was passiert ist. Es war einfach so viel übersteuernder als heute Morgen. Das ist sehr seltsam und hart, ein richtig unrunder Start ins Jahr.“

Auch Rekordchampion Scott Dixon biss sich an Schumachers Zeit die Zähne aus und kam nicht über den 15. Rang hinaus. Dass das RLL-Team die Hausaufgaben gemacht hat, unterstrich Schumachers Teamkollege Graham Rahal mit Rang drei.

„Das ist ein Riesenschritt, denn wir wussten, dass Short-Tracks unsere Achillesferse sind“, jubelte Rahal, der gemeinsam mit Mick die Honda-Fahne in den von Chevrolet dominierten Top 5 hochhielt.

An der Spitze thronte am Ende David Malukas, der bei seinem erst zweiten Einsatz für das Team Penske die teaminterne Hierarchie auf den Kopf stellte. Mit einer Fabelzeit von 175,383 Meilen pro Stunde (282,2516 km/m) sicherte er sich die Pole-Position vor Vorjahressieger Newgarden. Newgarden war es auch, der nach der Session den Weg zu Schumacher suchte, um dem Deutschen für dessen Leistung ausdrücklich Respekt zu zollen.

Für das Rennen am Samstag, das um 21 Uhr deutscher Zeit gestartet wird, ist die Track Position in Phoenix traditionell die halbe Miete. Im abschließenden Training konzentrierte sich Schumacher darauf, das Verhalten des Autos im dichten Verkehr zu lernen, wobei die reine Platzierung im Mittelfeld nebensächlich blieb.

In eigener Sache: Ich werde das Rennen zusammen mit meinem Kollegen Pete Fink auf Motorvision+ kommentieren.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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