Blaney krönt Penske-Festspiele in Phoenix: Aufholjagd zum Wüstensieg

Blaney krönt Penske-Festspiele in Phoenix: Aufholjagd zum Wüstensieg
Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Ryan Blaney gewann den vierten Lauf der NASCAR-Saison 2026 in Phoenix – Mit einer starken Aufholjagd beendete der Penske-Pilot die Serie von Tyler Reddick

Ryan Blaney hat am Sonntagabend das NASCAR-Cup-Rennen auf dem Phoenix Raceway gewonnen und damit ein perfektes Wochenende für das Team Penske abgerundet. Der NASCAR-Champion von 2023 setzte sich in einem dramatischen Finish gegen Christopher Bell durch, nachdem er trotz zweier heftiger Rückschläge zu Beginn des Rennens wieder an die Spitze gestürmt war.

Mit seinem ersten Saisonsieg im Ford Mustang mit der Startnummer 12 antwortete Blaney auf den IndyCar-Erfolg seines Teamkollegen Josef Newgarden vom Samstag und bescherte Teambesitzer Roger Penske den totalen Triumph beim prestigeträchtigen Double-Header in Arizona. Zudem beendete Blaney die Siegesserie von Tyler Reddick, der zuvor drei Rennen in Folge gewonnen hatte.

Der Weg zum 18. Karrieresieg des 32-Jährigen war alles andere als eine gemütliche Ausfahrt unter der heißen Wüstensonne. Gleich zwei Patzer bei Boxenstopps – darunter eine Strafe wegen eines Notstopps in der Box von Teamkollege Joey Logano, um ein loses Rad anziehen zu lassen – warfen Blaney ans Ende des Feldes zurück. Doch der Kapitän der Startnummer 12 bewies einen langen Atem und kämpfte sich mühsam durch den dichten Verkehr des Ein-Meilers zurück in die Schlagdistanz.

Die Entscheidung fiel erst in der absoluten Schlussphase, als eine Gelbphase zwölf Runden vor Ende das Feld noch einmal zusammenführte. Crew-Chief Jonathan Hassler bewies dabei ein goldenes Händchen und beorderte Blaney für nur zwei frische Reifen an die Box. Diese Strategie spülte ihn in die zweite Startreihe für den finalen Restart, von wo aus er sofort den Angriff auf den bis dahin führenden Ty Gibbs startete.

Zehn Umläufe vor der karierten Flagge übernahm Blaney die Führung und gab sie trotz des heranstürmenden Christopher Bell nicht mehr ab. Bell war im Joe Gibbs Racing Toyota zwar der dominierende Mann des Tages und führte insgesamt 176 der 312 Runden an, doch seine Aufholjagd auf vier frischen Reifen endete 0,399 Sekunden hinter Blaneys Stoßstange.

„Einfach nur Ausdauer“, schnaufte ein sichtlich erleichterter Blaney nach der Zieldurchfahrt über seinen Arbeitstag.

„Das gesamte Team hat den ganzen Tag über durchgehalten“, lobte der Sieger seine Mannschaft. „Wir haben ein paar Fehler gemacht, aus denen wir gelernt haben, und mussten mehrfach von ganz hinten kommen.“

Blaney gab offen zu, dass Bell das schnellere Auto hatte, doch der taktische Kniff an der Boxenmauer gab am Ende den Ausschlag für den Erfolg.

AVONDALE, ARIZONA – MARCH 08: Joey Logano, driver of the #22 Shell Pennzoil Ford, and Ryan Blaney, driver of the #12 Dent Wizard Ford, race during the NASCAR Cup Series Straight Talk Wireless 500 at Phoenix Raceway on March 08, 2026 in Avondale, Arizona. (Photo by Meg Oliphant/Getty Images)

„Jonathan hat die großartige Entscheidung getroffen, nur zwei Reifen zu nehmen“, erklärte Blaney weiter. „Dadurch konnten wir die Führung übernehmen und sie verteidigen, auch wenn ich nicht weiß, wie viele Runden ich sie noch hätte halten können.“ Der Stolz auf den mannschaftsinternen Sweep war ihm deutlich anzumerken, während er den Besuch von „The Captain“ Roger Penske kaum erwarten konnte.

Christopher Bell blieb derweil nur der undankbare zweite Platz, obwohl er als Stage-Sieger und Dominator wertvolle Punkte sammelte. „Das sticht natürlich, aber unterm Strich bin ich stolz auf das Team“, gab Bell enttäuscht zu Protokoll. Er ist überzeugt, dass er bei ein paar mehr Runden unter grüner Flagge noch eine echte Chance auf den Sieg gehabt hätte.

Hinter dem Führungsduo sicherte sich der aktuelle Champion Kyle Larson den dritten Rang vor den Gibbs-Piloten Gibbs und Denny Hamlin. Reddick, dessen historische Siegesserie nach drei Erfolgen zum Saisonauftakt riss, belegte einen soliden achten Platz. Er führt die Meisterschaft damit weiterhin mit 60 Punkten Vorsprung vor dem Tagessieger Blaney an.

Das Rennen selbst bot mit insgesamt zwölf Gelbphasen, so viele wie nur in 2014 und 2020, reichlich Kleinholz und taktische Spielchen bei Temperaturen um die 32 Grad Celsius. Besonders bemerkenswert war die Leistung von Shane van Gisbergen, der sich trotz mehrerer Zwischenfälle noch auf den elften Platz rettete. Nun zieht der NASCAR-Tross weiter nach Nevada, wo am Sonntag das Rennen auf dem Las Vegas Motor Speedway auf dem Programm steht.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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