Defekt am Wagenheber: Unglaubliche Aufholjagd von Justin Allgaier in Phoenix

Defekt am Wagenheber: Unglaubliche Aufholjagd von Justin Allgaier in Phoenix
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Trotz eines Malheurs beim Boxenstopp siegte Justin Allgaier beim vierten Saisonlauf der O’Reilly Series – Die Startnummer 7 kämpfte sich zurück überholte den Dominator Jesse Love erst kurz vor dem Ziel

Justin Allgaier, der NASCAR-O’Reilly-Veteran, bewies in der Wüstennacht von Phoenix einmal mehr, dass das Feld ihn immer auf dem Schirm haben sollte. Nach dem entscheidenden letzten Restart des Rennens überholte er den dominantesten Fahrer des Abends, Jesse Love, und sicherte sich mit nur elf Führungsrunden den Sieg im vierten Lauf der zweiten NASCAR-Liga.

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„Was für ein großartiger Erfolg! Dieses Ziel erreicht zu haben und ein Team wie JR Motorsports im Rücken zu haben, bedeutet mir viel. Ich bin einfach wahnsinnig stolz auf das, was wir als gesamte Organisation erreicht haben“, gab Allgaier in der anschließenden Pressekonferenz zu Protokoll.

Durch diesen Triumph hat der JR-Motorsports-Pilot nun in zehn aufeinanderfolgenden Saisons immer mindestens einen Sieg eingefahren – auch wenn der Weg zum Erfolg dieses Mal steinig war. 

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Boxenstopp-Drama

Ein gerissenes Halteseil am Wagenheber warf die Mannschaft rund um die Startnummer 7 vorerst weit zurück: „Wir kommen als Führende in die Boxengasse, haben dieses Problem mit dem Seil und fahren auf Platz 23 wieder raus. In diesem Moment denkst du nur noch darüber nach, wie du irgendwie ein Top-10-Ergebnis retten kannst, aber sicher nicht an den Sieg“, berichtete Allgaier.

Doch die Crew der Nummer 7 gab nicht auf. Sie wussten um die Geschwindigkeit ihres Chevy und ermutigten Allgaier über Funk stetig, fokussiert zu bleiben und seine Bremspunkte präzise zu treffen.

„Sobald wir wieder in den Top 10 waren, spürte ich, wie sich das Momentum zu unseren Gunsten drehte. Das Auto wurde mit jeder Runde besser, und ich wusste, dass wir eine Chance haben würden, wenn wir den passenden Restart bekommen.“

Dieser Moment kam spät im Rennen. Während die ersten beiden Segmente ohne unfallbedingte Gelbphasen verstrichen, brachten zwei späte Cautions das Feld bei den Restarts wieder eng zusammen und spielten dem 39-Jährige in die Karten. 

Foto: NASCAR Media / Meg Oliphant/Getty Images

Rad-an-Rad gegen Jesse Love

Die beiden Champions Allgaier (2024) und Love (2025) lieferten sich nach dem letzten Restart 15 Runden vor Schluss ein packendes Duell Rad an Rad. Die Startnummer 7 setzte sich schließlich mit einem gewagten Manöver auf der Außenbahn durch und verteidigte die Führung bis zum Zielstrich, den sie mit einem Vorsprung von 0,449 Sekunden überquerte. Es war der insgesamt 107. Sieg für JR Motorsports.

„Meine Boxencrew hätte nach diesem einen Stopp den Kopf hängen lassen können, aber das haben sie nicht getan. Den Rest der Nacht agierten sie fehlerfrei, und genau deshalb stehen wir jetzt hier in der Victory-Lane“, lobte Allgaier die geschlossene Teamleistung.

Love, der das zweite Segment gewonnen hatte, musste sich trotz seiner Dominanz mit der „Silbermedaille“ zufriedengeben. So ermutigend der Abend mit einem Stage-Sieg und der vierten Top-10-Platzierung in Folge auch war, zeigten sich bei dem 21-Jährigen verständlicherweise Ermüdung und Frust.

„Das Auto wurde zu Beginn von Stage 3 etwas zu tight, was uns zurückgeworfen hat. Ich bin einfach frustriert über mich selbst. Ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll – ich bin einfach enttäuscht.“

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Neben Allgaier und Love lieferten auch Allgaiers Teamkollegen Sammy Smith und Carson Kvapil ab. Während Smith den Sieg in Stage 1 sicherte, sammelte auch Kvapil einige Führungsrunden für JR Motorsports. Das Haas Factory Team mit Sheldon Creed und Sam Mayer bot ebenfalls beste Unterhaltung und lieferte sich ein teaminternes Duell um die Spitzenpositionen.

In der Meisterschaftstabelle spiegelt sich nun das Samstags-Ergebnis wider: Allgaier führt mit drei Punkten Vorsprung vor Love. Kommende Woche zieht die Serie weiter zum 1,5-Meilen-Oval des Las Vegas Motor Speedway – ein Rennen, bei dem Allgaier als Vorjahressieger an den Start geht.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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