Ein „riesiges Kompliment“: Hocevar reagiert auf Earnhardt-Vergleiche

Ein „riesiges Kompliment“: Hocevar reagiert auf Earnhardt-Vergleiche
Foto: NASCAR Media / Jeff Curry/Getty Images

Carson Hocevar wird aufgrund seines aggressiven Fahrstils im Fahrerlager immer wieder mit dem jungen Dale Earnhardt Sr. verglichen – So reagiert er auf diese Aussagen

Vor 25 Jahren verlor NASCAR eine seiner schillerndsten Figuren der Geschichte: Dale Earnhardt Sr.! Im Alter von 49 Jahren starb der Childress-Pilot mit der legendären Startnummer 3 bei einem Unfall im Daytona 500 2001. Noch heute strecken die Fans drei Finger in die Luft, wenn auf dem Superspeedway die dritte Runde gefahren wird – alles für Dale.

Natürlich werden junge Fahrer der modernen NASCAR immer wieder mit Legenden wie Jeff Gordon, Richard Petty oder eben Earnhardt Sr. verglichen. Zuletzt wurden aufgrund des aggressiven Fahrstils von Youngster Carson Hocevar immer wieder Parallelen zum Intimidator gezogen. Earnhardt Sr. erhielt diesen Spitznamen, da er seine Konkurrenten immer wieder massiv unter Druck setzte oder zur Not auch aus dem Weg räumte.

„Ich habe mir so ziemlich jede Dokumentation über jeden Fahrer angesehen – die Dale-Dokus, die Tim-Richmond-Specials, Davey Allison und jetzt Alan Kulwicki“, sagt Hocevar im Rahmen des COTA-Rennens. „Das habe ich schon als Kind gemacht. Aber am Ende hat jeder seine eigene Interpretation.“

„Ich habe das Gefühl, man wird immer mit jemandem verglichen, egal ob im Guten oder im Schlechten“, so der Spire-Pilot weiter, der erst zuletzt in Atlanta mit einem wilden Manöver auf sich aufmerksam gemacht hat, als er versuchte, sich zwischen zwei Konkurrenten zu quetschen. „Wenn ich extrem langsam wäre, gäbe es wahrscheinlich auch Vergleiche mit Fahrern von früher, die extrem langsam waren.“

„Ich gehe einfach raus und fahre Rennen, das macht mir Spaß. Und ich empfinde es als riesiges Kompliment, wenn Leute wie Richard Petty, Kyle Petty oder sogar Dale Jr. diese Vergleiche ziehen“, freut sich der 23-Jährige. „Ich wäre schon dankbar, wenn ich nur die Hälfte des Erfolgs von diesen Jungs hätte.“

Foto: NASCAR Media / Kenneth Richmond/Getty Images

Hocevar polarisiert, das steht fest. Für die einen ist der Rennfahrer aus Michigan einfach nur ein respektloser Bengel, für andere hat er das Zeug, sich mit den Ellenbogen den nötigen Respekt in der höchsten NASCAR-Meisterschaft zu verschaffen. Er selbst sagte, er habe keine Freunde im Fahrerlager und tue alles, um zu gewinnen. 82 Rennen hat er in der NASCAR Cup Series bereits bestritten, doch an einem Sieg ist er bisher immer vorbeigeschrammt.

„Ich glaube, wir sind gerade dabei, unsere Autos in eine richtig gute Position zu bringen“, so Hocevar über die Entwicklung bei Spire. „Wir hätten dieses Jahr schon drei Rennen gewinnen können. Ich weiß nicht, ob sich das diese Woche zeigt, aber es kommen Strecken, die uns liegen.“

„Was mich angeht: Ich bin der Typ, der zum Merchandising-Truck geht und Modellautos unterschreibt – das bin einfach ich“, so Hocevar weiter. „Hoffentlich vergleicht man in 20 oder 30 Jahren den nächsten schnellen Jungen mit mir. Ich nehme es als Kompliment an, aber ich hänge mir jetzt nicht drei Poster an die Wand und tue so, als wäre ich jemand, der ich nicht bin“, gibt er sich gleichzeitig bescheiden.

„Ich denke, wenn man den perfekten Rennfahrer bauen würde, müsste man versuchen, von jedem ein bisschen was zu lernen – ein Stück von diesem Typen, ein Stück von jenem“, erklärt Hocevar, der nicht nur Earnhardt Sr. als Vorbild hat. „Man will nicht nur einen einzigen Fahrer kopieren. Man will in allen Bereichen erfolgreich und vielseitig sein.“

„Es gibt also nicht diesen einen direkten Stil“, stellt er klar. „Ich will einfach den Stil haben, der nötig ist, um Erfolg zu haben – egal, ob das bedeutet, in einem Moment aggressiv zu sein oder jemand anderen aggressiv sein zu lassen und dann dessen Platz einzunehmen. Es ist alles situationsabhängig.“

„Man fährt in jeder Kurve und zu jeder Zeit gegen andere Leute, oder? Es ist nicht wie in anderen Sportarten, wo man immer und immer wieder gegen denselben Gegner spielt“, analysiert der Spire-Star. „Bei einem Restart hast du plötzlich völlig andere Leute um dich herum, mit denen du den ganzen Tag noch nicht Rad an Rad gefahren bist. Da musst du in der Lage sein, dich blitzschnell auf sie einzustellen.“

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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