EuroNASCAR-Titelkampf 2026: Jouffreau und RDV haben eine Rechnung offen

EuroNASCAR-Titelkampf 2026: Jouffreau und RDV haben eine Rechnung offen
Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Paul Jouffreau fährt auch in der NASCAR-Euro-Saison 2026 wieder für RDV Competition – Nach zwei verpassten Titel, will der Franzose nun endlich an die Spitze stürmen

Es fühlt sich an wie eine unvollendete Mission: Paul Jouffreau, der NASCAR-Euro-Open-Champion von 2023, wird auch in der Saison 2026 für RDV Competition ins Lenkrad greifen, um endlich den Titel in der Königsklasse der NASCAR Euro Series, der PRO, zu holen. Nach den verpassten Chancen in den Jahren 2024 und 2025 hat der 22-jährige Franzose seinen Vertrag beim Traditionsrennstall von Franck Violas verlängert, um sich den begehrten Platz in der Hall of Fame in Charlotte endgültig zu sichern.

Für Jouffreau ist es der dritte Anlauf auf den Titel in der Top-Division, und die Motivation speist sich vor allem aus dem Gefühl, dass das wahre Potenzial bisher nicht gänzlich ausgeschöpft wurde. 

„Es ist offiziell: Ich kehre 2026 in die NASCAR Euro Series zurück“, bestätigt der Franzose. Mit einer Prise Selbstironie fügt er hinzu: „Ehrlich gesagt hat die Saison 2025 nicht ganz gezeigt, was ich kann, und vielleicht auch nicht genug von meiner legendären Bescheidenheit.“ 

Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Abseits der Scherze ist die Marschroute jedoch klar: Jouffreau ist bereit, „unermüdlich zu arbeiten, sich weiterzuentwickeln und vor allem ganz vorne mitzukämpfen.“

Der Blick zurück schmerzt noch immer, was den Hunger auf die neue Saison nur vergrößert. Das Finale in Zolder im Jahr 2025 endete in einem Albtraum, als Jouffreaus Titelhoffnungen in einem unverschuldeten Unfall zerschellten. Thomas Toffel drehte damals das Auto von Bruno Mulders direkt in den Boliden von RDV Competition. 

„Die Enttäuschung in Zolder war eine bittere Pille“, gesteht Jouffreau. Doch genau dieser Moment scheint das Team zusammengeschweißt zu haben. „Dieser Vorfall hat tiefe Spuren hinterlassen, aber er hat auch die Beziehung zu RDV Competition gestärkt, weil wir diese Enttäuschung gemeinsam durchgestanden haben. Es hat etwas gedauert, sich davon zu erholen, aber heute bin ich motivierter denn je.“

Auch Teamchef Franck Violas, der RDV Competition seit 2010 zu einer festen Größe in der europäischen NASCAR-Szene aufgebaut hat, teilt diese Sichtweise. Für ihn war der Unfall in Belgien ein Schock, da das Team aus der ersten Reihe startete und den Titel fest im Visier hatte. 

„Paul lag auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung, die Meisterschaft war greifbar nah“, analysiert Violas. „Doch in der ersten Kurve löste sich alles in Luft auf: Ein Konkurrent kam aus dem Nichts und traf Pauls Auto, nachdem er Kontakt mit einem anderen Fahrer hatte, der sich unsportlich verhielt.“

Foto: NASCAR Euro Series / Bart Dehaese

Trotz der anfänglichen Frustration blickt der Teamchef optimistisch nach vorn. Die Struktur des Teams, gestützt durch die Erfahrung von Ingenieur Claude Galopin und die Expertise des langjährigen RDV-Piloten Fred Gabillon, sei stärker denn je. „Ein Siegerprogramm wird immer lange im Voraus geplant“, so Violas, der betont, dass Jouffreau mittlerweile die nötige Reife für den Titel besitzt.

Der Kalender für 2026 spielt dem Franzosen dabei in die Karten. Der Saisonauftakt findet am 18. und 19. April auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia statt – ein Ort, der für Jouffreau fast schon Heimatgefühle weckt, da er dort seine Kart-Karriere in Spanien startete. 

„Diese Stadt liegt mir wirklich am Herzen“, sagt er. Noch emotionaler dürfte jedoch die Rückkehr eines Rennens in Frankreich werden. „Als französischer Fahrer ist ein echter Heim-Grand-Prix etwas zutiefst Persönliches. Auch wenn sich Valencia wie ein Zuhause anfühlt, wird ein Rennen in Frankreich absolut unglaublich sein.“

Neben seiner Rolle als Titelanwärter hat Jouffreau mittlerweile auch unternehmerische Pfade eingeschlagen und arbeitet als Fahrertrainer, um sein Wissen an andere Piloten weiterzugeben. Doch wenn im April in Spanien die Startflagge geschwenkt wird, wird der Fokus wieder allein auf dem Ford Mustang mit der Startnummer 3 liegen. Das Ziel ist klar definiert: Die offene Rechnung endlich begleichen.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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