Für mehr Sicherheit: NASCAR führt KI-Spotter per 360-Grad-Kamera ein

Für mehr Sicherheit: NASCAR führt KI-Spotter per 360-Grad-Kamera ein
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Spotterfehler sind damit wohl Geschichte: NASCAR wird in Zukunft auf KI-Spotter setzen – Diese sollen per 360-Grad-Kamera Echtzeitdaten an die Fahrer weitergeben

Es ist das Ende einer Ära auf den Spotter-Tribünen. Wie die NASCAR-Führung heute in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz verkündete, wird der menschliche Faktor bei der Überwachung des Renngeschehens drastisch reduziert.

Ab dem kommenden Rennwochenende startet das Pilotprojekt „Deep-Track-Vision“, bei dem die ersten Top-Teams ihre menschlichen Spotter offiziell durch eine hochleistungsfähige Künstliche Intelligenz ersetzen. 2027 soll dann der Übergang für alle Fahrer auf das KI-System folgen.

Der neue KI-Spotter nutzt hochauflösende 360-Grad-Kameras auf dem Fahrzeugdach und verarbeitet in jeder Millisekunde gewaltige Datenmengen, um das Feld zu scannen. Während ein menschlicher Spotter auf dem Dach der Haupttribüne mit dem Fernglas kämpft, berechnet die KI in Echtzeit die exakten Abstände bis auf den Millimeter.

Die Kommunikation im Cockpit wird sich dadurch grundlegend verändern. Statt der gewohnten knappen Ansagen wie „Inside, still there, clear“ müssen sich die Piloten auf eine deutlich analytischere Sprache einstellen. Ein erster Test-Mitschnitt aus dem Funkverkehr von Kyle Larson gab bereits einen skurrilen Vorgeschmack auf die Zukunft.

Die KI wies ihn mit sanfter, fast schon meditativer Stimme darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Berührung in Turn 4 bei exakt 74,2 Prozent liege, wenn er seine Spur nicht halte. Außerdem wurden Abstände im metrischen System übermittelt, eine große Umstellung für die US-amerikanischen Fahrer.

Unter den traditionellen Spottern im Infield herrscht derweil Fassungslosigkeit. Viele fragen sich, wie eine Software die Kommunikation und die hitzigen Wortgefechte auf der Tribüne ersetzen soll, die seit Jahrzehnten zum Sport gehören.

Kritiker geben zudem zu bedenken, dass ein Systemabsturz während eines Threewide-Manövers in Talladega fatale Folgen haben könnte. NASCAR beruhigt die Gemüter jedoch mit einem analogen Sicherheitskonzept: Sollte die KI einen Bluescreen anzeigen, werden die Bilder der Kamera auf das Dashboard des Fahrers gebracht.

Autor(en)

Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
Facebook
X (Twitter)
YouTube
Instagram