National Hotrods 2026: Wölfe im Schafspelz sorgen im Oval für Lackaustausch

National Hotrods 2026: Wölfe im Schafspelz sorgen im Oval für Lackaustausch
Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Hochgezüchtete Silhouetten ohne Elektronik kämpfen auf Short-Track-Ovalen um Zentimeter – Strikte Kostendeckel und ein cleveres System sorgen im Autospeedway für Spannung

Die National Hotrods sorgen in den Niederlanden auf den Short-Track-Ovalen auch 2026 wieder für mächtig Action. In der neuen Saison kämpfen hochgezüchtete Tourenwagen-Silhouetten ohne elektronische Fahrhilfen Rad an Rad um Zentimeter, wobei das Reglement 2026 durch strikte Kostendeckel und ein cleveres Einstufungssystem für maximale Spannung sorgt.

Die Zuschauer erwartet ein Spektakel, bei dem fahrerisches Können über den Sieg entscheidet und nicht das tiefste Portemonnaie.

Hinter der Fassade gewöhnlicher Alltagsautos wie dem Ford Fiesta, Opel Corsa oder BMW Z4 verbergen sich reinrassige Bestien. Diese Wölfe im Schafspelz basieren zwar auf einer Standard-Stahl-Produktionshülle, doch damit enden die Gemeinsamkeiten mit dem Supermarkt-Parkplatz bereits.

Breite Kotflügel und massive Spoiler pressen die Boliden auf den Asphalt, während unter der Haube 2,0-Liter-Triebwerke wie der Ford Duratec oder Z Tec für brachialen Vortrieb sorgen.

Das Reglement zieht echte Profis an, denn ABS oder Traktionskontrolle sind strikt verboten. Wenn ein Heck ausbricht oder ein gewagtes Überholmanöver glückt, ist das zu 100 Prozent das Verdienst des Piloten hinter dem Lenkrad. Da auch Reifenwärmer untersagt sind, beginnt jedes Rennen auf eiskalten Hoosier-Slicks als ein rasanter Tanz auf Messers Schneide.

Für das Publikum wird die Dramaturgie durch das Grading-System sofort greifbar. Anhand der Dachfarben lässt sich der Status eines Fahrers auf einen Blick ablesen: Gold steht für den Supercup-Champion, Silber für den Punkte-Primus und das schwarz-weiße Karomuster für den NHRRG-Meister – davor sortieren sich die roten, blauen, gelben und weißen Gradings ein.

Das Startsystem 2026 würfelt das Feld in den Vorläufen innerhalb der Startgruppen durcheinander, sodass sich die Stars von hinten durch das gesamte Getümmel pflügen müssen – mit Ausnahme der großen Rennen.

Obwohl die Regeln „Baulking, Pushing oder Spinning“ untersagen, gehört der leichte Blechkontakt zur DNA dieser Serie. Das Reglement erkennt nüchtern an, dass „leichter Kontakt in unserem Sport nicht zu vermeiden ist“, was für permanente Hochspannung sorgt. Es ist eine Gratwanderung zwischen aggressiver Zweikampfführung und der drohenden schwarzen Flagge durch die Rennleitung.

Um die Chancengleichheit zu wahren, setzt die Serie auf harte finanzielle Grenzen. Stoßdämpfer dürfen maximal 850 Britische Pfund kosten, bei Getrieben liegt der Deckel bei 3.200 Pfund. Diese Kostendisziplin verhindert ein technisches Wettrüsten und garantiert, dass auch kleinere Teams mit Talent ganz nach vorne fahren können.

Das Erlebnis an der Strecke gleicht einer Stadionatmosphäre, in der die 96 Dezibel lauten Motoren für die passende Gänsehaut sorgen. Durch den Einsatz von Raceceivern bleibt der Funkkontakt zur Rennleitung transparent, was flüssige Abläufe selbst bei Gelbphasen garantiert. National Hotrods sind Motorsport zum Anfassen, bei dem der Lackaustausch zum guten Ton gehört und Helden in jeder Kurve geboren werden.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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