Ovalracing in den Niederlanden erleben: Über 20 Rennen pro Renntag

Ovalracing in den Niederlanden erleben: Über 20 Rennen pro Renntag
Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

Der Autospeedway-Sport bietet auf den kleinen Ovalen in den Niederlanden ein einzigartiges Motorsportprogramm – So läuft ein Renntag ab

Autospeedway ist eine Motorsport-Nische, in der verschiedene Klassen auf sehr kleinen Ovalen an den Start gehen. Manchmal ist Kontakt erlaubt, manchmal nicht. Mal sind es Stockcars, mal Tourenwagen. Für die Fans bedeutet das vor allem eines: Abwechslung. Pro Renntag sind in der Regel mindestens fünf Klassen am Start, die jeweils drei oder vier Rennen austragen. Zusammengerechnet können sich die Zuschauer innerhalb weniger Stunden auf rund 20 Rennen freuen.

Zunächst wird zwischen Tarmac (Asphalt) und Shale (Dreck) unterschieden. Der Sport hat seine Wurzeln in Großbritannien, erfreut sich aber auch in den Niederlanden großer Beliebtheit. Die Asphaltovale sind in Venray, Ter Apel, Posterholt und Lelystad zu finden. Hinzu kommen die Dirt-Tracks in Emmen, Blauwhuis, Sint Maarten und Texel. Es gibt also genügend Strecken, um Ovalracing in Europa auszuprobieren.

Foto: Stan Libuda Autosportfotografie

Auf den Dirt-Tracks stehen die Stockcar F1, Stockcar F2, Bangers, Bangerstox, Vrije Standaard und Saloon-Stockcars im Fokus. Diese Klassen starten oft mit modifizierten Fahrzeugen auch auf Asphalt, doch auf festem Untergrund ist die Vielfalt noch größer. Die National Hotrods, 2l Hotrods, Standaard-Klassen, Markenpokale, Formel Free, Sprint 1600 und Stockrods sind nur ein Auszug der verschiedenen Meisterschaften.

Für einen Ovalbesuch bei unseren Nachbarn gibt es zwei typische Szenarien: Entweder ein einzelner Renntag am Sonntag – in Emmen oft am Samstag. Es beginnt morgens mit den Trainings, bevor vor Mittag der erste offizielle Lauf startet. Jede Klasse ist mindestens dreimal auf der Strecke zu sehen. Die Rennen gehen, je nach Strecke, über 15 bis 25 Runden. Das bedeutet, dass bis 18 Uhr ein Rennen nach dem anderen gezeigt wird, ohne echte Pausen. Sobald eine Klasse fertig ist, fährt sofort die nächste auf die Strecke.

Foto: Ovalrace.eu / Frank Dorau

Es gibt aber auch Rennwochenenden von Samstag bis Sonntag – in Venray sogar den Worldcup über drei Tage. Meistens wird an solchen Wochenenden, auch Speedweekends genannt, ein spezielles Rennen ausgetragen. In Venray wird dann am Samstagabend sogar unter Flutlicht gefahren. Das Prinzip ändert sich jedoch nicht: Jede Minute wird für packendes Racing genutzt.

Dabei halten sich die Eintrittspreise sehr in Grenzen: 20 Euro für eine Tageskarte stellen bereits den oberen Preisrahmen dar. Dafür gibt es nicht nur zahlreiche Rennen, sondern auch den Zugang zum Fahrerlager inklusive. Wichtig: Je nach Strecke gibt es zwar Tribünenplätze, es empfiehlt sich jedoch immer, Klappstühle im Kofferraum zu haben. Was die Nähe betrifft: Auf allen Ovalen kommen die Fans nur wenige Meter an die Rennaction heran.

Wer also keine Möglichkeit hat, NASCAR oder IndyCar in den USA zu besuchen, hat in Europa zumindest die Chance, etwas von dem amerikanischen Feeling zu erleben. Venray bietet mit dem Halbmeilen-Oval sogar eine Strecke, die in der Länge Bristol oder Martinsville ähnelt. Mit der V8 Oval Series fährt dort eine Meisterschaft, die auf echte amerikanische Late-Models setzt. Die Kalender 2026 der Asphalt-Strecken gibt es hier, die der Dirt-Tracks hier.

Foto: Michael Großgarten / Leadlap.de

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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