Sieg dank Schützenhilfe: Chandler Smith triumphiert beim Truck-Auftakt in Daytona
Chandler Smith ist der erste Sieger in der NASCAR Craftsman Truck Series 2026 – Der Front-Row-Fahrer setzte sich auf dem Daytona International Speedway durch
Am Freitagabend hat Chandler Smith den Saisonauftakt der NASCAR Craftsman Truck Series 2026 auf dem Daytona International Speedway für sich entschieden. In einem dramatischen Overtime-Zieleinlauf setzte sich der Front-Row-Pilot gegen die starke Konkurrenz durch, zu der auch Gaststarter aus der Cup-Serie und Motorsport-Legende Tony Stewart gehörte. Den entscheidenden Impuls gab dabei ein Markenkollege, der Smith in der letzten Runde den nötigen Push verlieh, um im Ziel hauchdünn vor Gio Ruggiero zu liegen.
Der Sieg war ein Paradebeispiel für taktisches Drafting in der Verlängerung. Smith lag zu Beginn der zweiten Overtime-Runde noch an sechster Stelle, während John Hunter Nemechek das Feld anführte. Als Nemechek in Turn 3 versuchte, einen Block gegen Ruggiero zu setzen, tat sich auf der Innenseite eine Lücke auf. Ty Majeski blieb Stoßstange an Stoßstange hinter Smith und schob den Ford mit der Startnummer 38 an den Streithähnen vor sich vorbei zum Sieg.
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Unmittelbar nach der Zielflagge wurde Smith am Funk emotional und richtete seinen Dank direkt an den Helfer im Heck. „Danke, danke, danke, Ty Majeski“, brüllte Smith in sein Mikrofon. Später erklärte er, dass Majeski der eigentliche Vater des Erfolgs gewesen sei. „Die Lorbeeren für diesen Sieg gebühren allein ihm. Er blieb loyal zu Ford und hat das ‚Blue Oval‘ zum Sieg geschoben“, so der sichtlich überraschte Gewinner.
Für Smith war der Weg in die Victory-Lane fast wie ein Wunder, da er die Lücke auf der Unterbahn selbst kaum fassen konnte. „Ich war erstaunt, dass die 62 [Nemechek] sie nicht zugemacht hat. Das Meer hat sich buchstäblich geteilt“, analysierte Smith die entscheidende Sekunde. Er betonte mehrfach, dass er Majeski nun etwas schuldig sei, da dieser trotz der Chance auf den eigenen Sieg als treuer Markenkollege fungierte.

Hinter dem Sieger belegte Ruggiero mit einem minimalen Rückstand von 0,044 Sekunden den zweiten Platz. Der Toyota-Pilot zeigte sich enttäuscht, dass die Zusammenarbeit unter seinen Markenkollegen nicht reibungslos funktionierte.
„Wir hätten John Hunter wahrscheinlich zum Sieg schieben können, aber er hätte mich fast zweimal abgeschossen“, kritisierte Ruggiero. Er forderte für die Zukunft eine bessere Abstimmung innerhalb der Toyota-Fraktion.
Das Rennen war geprägt von zahlreichen Zwischenfällen, die auch die namhaften Gaststarter hart trafen. YouTube-Star Cleetus McFarland wurde bereits in der sechsten Runde einen Unfall verwickelt, als er im Tri-Oval die Kontrolle verlor und in die Mauer einschlug. Nach der Untersuchung im Medical-Center fand der Debütant klare Worte für seinen Fehler: „Ich bin ein Idiot.“
Auch für Stewart endete das NASCAR-Comeback vorzeitig in der Garage. In Runde 36 wurde der Hall-of-Famer in einen Unfall verwickelt, als Jake Garcia die Kontrolle über seinen Ford verlor und Stewart in die Außenwand drückte.
„Ich fühlte mich in der Three-Wide-Situation oben wohl und dachte nicht, dass wir uns in Gefahr bringen“, gab ein enttäuschter Stewart zu Protokoll, der seit 2016 kein NASCAR-Rennen mehr bestritten hatte.
Statistisch gesehen war der Saisonauftakt ein Spektakel mit einer Rekordzahl von 32 Führungswechseln zwischen zwölf verschiedenen Piloten. Trotz der Dominanz einiger Cup-Stammfahrer wie Michael McDowell, Carson Hocevar oder Justin Haley, die das Rennen phasenweise anführten, schaffte es keiner von ihnen unter die ersten Zehn. Am Ende behielten die Truck-Spezialisten auf dem 2,5 Meilen langen Superspeedway die Oberhand.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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