Stephen Kopcik bezwingt die „Paperclip“: Premierensieg in Martinsville
Stephen Kopcik gewann in Martinsville erstmals ein NASCAR-Modified-Rennen – Der musste sich in einem intensiven Rennen behaupten
Stephen Kopcik hat sich am Samstagabend auf dem legendären Martinsville Speedway in die Geschichtsbücher der NASCAR Whelen Modified Tour eingetragen. Der Rennfahrer aus Newtown, Connecticut, setzte sich beim „Virginia is for Racing Lovers 200“ gegen die versammelte Elite der Serie durch und feierte nach 200 spannungsgeladenen Runden seinen ersten Karrieresieg auf der prestigeträchtigen Halbmeile.
In einem Rennen, das aufgrund von schlechtem Wetter um einen Tag verschoben werden musste, behauptete Kopcik die Führung bei mehreren späten Restarts gegen den zweimaligen Champion Ron Silk und sicherte sich damit die begehrte Standuhr als Siegertrophäe.
Hier gibt es die offiziellen Highlights des Rennens auf YouTube
Der Erfolg markiert einen Meilenstein in Kopciks Laufbahn, da er erst der 82. Fahrer seit der Gründung der modernen Tour im Jahr 1985 ist, der ein Rennen gewinnen konnte. In seinem 23. Start in der Serie bewies er die nötige Kaltschnäuzigkeit, um die Angriffe der Konkurrenz in der entscheidenden Phase abzuwehren.
„Ich wusste, dass ich ein Auto hatte, das gewinnen kann. Es lag an mir, bei jedem Restart keinen Fehler zu machen“, erklärte ein sichtlich bewegter Kopcik nach dem Rennen.
Der Schlüssel zum Erfolg lag in der gewagten Strategie des Wanick-Motorsports-Teams, die darauf abzielte, bei den Boxenstopps einen anderen Rhythmus als die Konkurrenz zu wählen.
Kopcik, der das Rennen lediglich von Startplatz zwölf aufgenommen hatte, übernahm 50 Runden vor dem Ende während einer Boxenstopp-Phase die Führung. Von diesem Zeitpunkt an kontrollierte er das Geschehen an der Spitze, während hinter ihm die Kämpfe um die Positionen tobten.
Besonders die Schlussphase forderte dem jungen Piloten alles ab, als er seinen Vorsprung bei insgesamt drei Restarts verteidigen musste. Den letzten Angriff startete Ron Silk nur vier Runden vor der Zielflagge, doch Kopcik blieb fehlerfrei und fuhr den Sieg nach Hause.
„Es ist verrückt. Ich wusste, dass ich ein gutes Auto hatte, aber Ron hatte auch ein starkes Auto“, gab der Sieger zu Protokoll und ergänzte, dass er sich bis zum Schluss nicht sicher war, was sein Verfolger noch entgegenzusetzen hatte.
Mit diesem Triumph reiht sich Kopcik in eine exklusive Liste von Legenden wie Richie Evans, Mike Ewanitsko oder Tony Hirschman ein, die allesamt in Martinsville siegreich waren. Für den Rennfahrer aus Connecticut ist dieser Erfolg der bisherige Höhepunkt seines sportlichen Schaffens.
„Das ist wahrscheinlich der größte Sieg meiner Karriere zu diesem Zeitpunkt. Die coolste Trophäe, der größte Sieg, der coolste Ort zum Gewinnen“, schwärmte Kopcik über seinen Erfolg auf der geschichtsträchtigen Strecke.
Hinter dem Premierensieger musste sich Silk mit dem zweiten Platz begnügen, was dennoch sein persönliches Bestergebnis auf dem Martinsville Speedway darstellt. Tyler Rypkema steuerte die legendäre Startnummer 3 auf den dritten Rang, gefolgt von Eric Goodale und dem aktuellen Champion Austin Beers.
Polesitter Patrick Emerling sowie namhafte Piloten wie Ryan Newman auf Platz zehn komplettierten die Top-Ränge eines Rennens, das Kopcik wohl nie vergessen wird: „Diesen Sieg werden wir für immer in Erinnerung behalten.“
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





