Strategieschlacht in der Wüste: Josef Newgarden stürmt in Phoenix zum Sieg
Josef Newgarden gewann das IndyCar-Rennen auf dem Phoenix Raceway dank seiner Strategie – Christian Rasmussen fiel kurz vor Schluss aufgrund eines Kontakts weit zurück
Josef Newgarden hat sich in einem taktisch geprägten und hochdramatischen IndyCar-Rennen auf dem Phoenix Raceway den Sieg gesichert. Der US-Amerikaner setzte sich Sonntagabend nach einer furiosen Aufholjagd in der Schlussphase gegen Kyle Kirkwood und David Malukas durch.
Newgarden nutzte eine späte Gelbphase für einen Reifenwechsel, der ihn vom zehnten Platz beim letzten Restart bis an die Spitze katapultierte. Mit dem 33. Sieg seiner Karriere unterstrich der Penske-Pilot seine Ambitionen auf den Titel und bescherte seinem Team ein perfektes Wochenende auf dem Ein-Meilen-Oval in Arizona.
Das Rennen begann zunächst unter der Kontrolle von Pole-Setter David Malukas. Der Teamkollege von Newgarden setzte sich früh ab und erarbeitete sich innerhalb von nur zehn Runden einen Vorsprung von fast zwei Sekunden. Das Feld wurde jedoch schnell durch die erste Gelbphase eingebremst, als sich Dennis Hauger in Kurve 2 drehte.
Der Norweger bewies jedoch Nervenstärke, hielt seinen Honda von der Mauer fern und sortierte sich nach einer kurzen Geisterfahrt auf der Gegengeraden wieder ein.
Hinter dem Führenden Malukas flogen derweil die Fetzen. Graham Rahal schob sich an Alex Palou vorbei auf Rang drei, während Rinus VeeKay am Dogleg einen Angriff auf der Außenbahn gegen den Champion wagte. Die beiden berührten sich, was für Palou in seinem 100. Jubiläumsrennen das vorzeitige Aus bedeutete.

„Es ist enttäuschend, so früh auszuscheiden, besonders bei einem Meilenstein-Rennen“, kommentierte der sichtlich bediente Spanier den Zwischenfall nach nur 22 Runden.
Die Dynamik an der Spitze änderte sich massiv durch die unterschiedlichen Boxenstrategien. Während Malukas in Runde 73 stoppte und danach ein hartes Rad-an-Rad-Duell inklusive Berührung mit Newgarden ausfocht, profitierte Pato O’Ward von einem frühen Undercut.
Plötzlich mischte auch Christian Rasmussen im Ed-Carpenter-Racing-Boliden mit, der sich mit einem spektakulären Manöver am Dogleg die Führung krallte.

Ein heftiger Kontakt zwischen Will Power und Rasmussen in Runde 206 brachte die Vorentscheidung. Power driftete am Ausgang von Kurve 2 nach außen und traf den Chevrolet von Rasmussen.
„Irgendetwas fühlt sich nicht richtig an“, funkte Rasmussen verzweifelt an seine Box, während Power mit einem Reifenschaden zurückfiel. Trotz des Schadens blieb Rasmussen zunächst auf der Bahn, während Newgarden und O’Ward frische Gummis holten.
Dieser Reifenjoker stach am Ende gnadenlos. Während Rasmussen an der Spitze mit dem lädierten Auto kämpfte und bis auf Rang 14 durchgereicht wurde, pflügte Newgarden durch das Feld. Zehn Runden vor Schluss war er bereits in den Top 3, zwei Umläufe später kassierte er Kirkwood.
„Das Auto war am Ende einfach eine Rakete“, bilanzierte ein glücklicher Newgarden im Victory Lane.
Kirkwood rettete den zweiten Platz für Andretti Global über die Linie, gefolgt von einem starken Malukas, der das Penske-Podium komplettierte. Pato O’Ward musste sich nach seinem frühen Strategie-Vorteil mit dem vierten Rang begnügen, knapp vor Marcus Armstrong. Rasmussen wurde am Ende nur auf Rang 14 gewertet.

Mick Schumacher hielt sich in der Anfangsphase lange in den Top 10. Jedoch streikte bei einem Boxenstopp der Schlagschrauber, weshalb der Deutsche letztlich zwei Runden auf den Führenden verlor. Am Ende der 250 Runden fuhr er dennoch auf einem soliden 18. Platz ins Ziel – doch viel wichtiger: Er sammelte wichtige Rennkilometer und Erfahrung im Oval.
Für Newgarden war es ein Sieg des Willens und der perfekten Strategie, der einmal mehr zeigt, dass ein IndyCar-Rennen auf dem Oval erst in den allerletzten Metern entschieden wird.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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