Trotz tragischer Winterpause: Denny Hamlin startet mit Top-5-Ergebnis in die NASCAR-Saison
Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt und persönlichen Schicksalsschlägen meldet sich Denny Hamlin zurück – Der NASCAR-Routinier trotzt Verletzung sowie Trauer und setzt beim Clash im Bowman Gray Stadium ein erstes Ausrufezeichen
November 2025: In der Boxengasse von Phoenix dröhnte der V8-Motor von Kyle Larson, der gerade seine Siegerdonuts auf der Start-Ziel-Geraden drehte. Während Denny Hamlin seinen Toyota abstellte und es still in seinem Cockpit wurde.
Hamlin, der nach seiner Dominanz im Meisterschaftsrennen soeben seine wahrscheinlich größte Chance auf den Bill France Cup verloren hatte, musste erst einmal verarbeiten, was geschehen war. Doch die Winterpause gönnte dem Joe-Gibbs-Pilot keine Ruhe.
Was mit einem Teilerfolg im zähen Rechtsstreit von 23XI-Racing und NASCAR begann, wurde schnell von einem herben emotionalen Rückschlag überschattet: Hamlin verlor seinen Vater Dennis bei einem Hausbrand. Als wäre das nicht genug, meldete sich durch einen Vorfall auch eine alte Schulterverletzung zurück. Eigentlich wäre eine Operation nötig gewesen, doch der 45-Jährige entschied sich im Hinblick auf die anstehende NASCAR-Saison gegen eine Behandlung.
„Ich war definitiv eingerostet“
Trotz all dieser Bürden ließ sich Hamlin nicht beirren und stieg beim von Wetterkapriolen geprägten Clash im Bowman Gray Stadium wieder in sein Auto. Bereits im Vorjahr hatte Hamlin nach dem verlorenen Finale angekündigt, den Titelkampf erneut aufzunehmen – wohl wissend, dass ihm aufgrund seines Alters nur noch eine begrenzte Anzahl an Versuchen bleibt.
Beim Clash bewies Hamlin jedoch eindrucksvoll seine Widerstandsfähigkeit und startete mit einer Top-5-Platzierung in das Jahr 2026 – auch wenn dieses Rennen noch nicht offiziell zur Meisterschaft zählt.
“Ich war definitiv eingerostet, besonders in den ersten 160 Runden, aber als es abtrocknete, wurden wir deutlich besser“, erklärte Hamlin gegenüber Motorsport.com nach dem Rennen. „Anfangs bin ich im Nassen gefahren wie ein Anfänger, aber es wurde besser. Alles in allem bin ich warm geworden – ein ordentlicher Test, und jetzt ist es Zeit, sich voll auf die Saison zu fokussieren.“

Fokus 2026
Das Ergebnis verdeutlicht, dass Hamlin sich trotz allem nicht unterkriegen lässt. Auch Teamchef Chris Gayle unterstreicht, dass sein Fahrer bereit ist, wieder in der Meisterschaft anzugreifen. Gegenüber Motorsport.com antwortete er darauf mit einem klaren „Ja, sicher“.
„Ich denke, er wird wieder voll dabei sein. Ich habe volles Vertrauen, dass das passiert. Natürlich hatte er eine enorme Achterbahnfahrt in der Winterpause. Es ist einfach unglaublich, was er alles durchmachen und ertragen musste.“
Als Crew-Chief versucht Gayle Hamlin zu unterstützen, wahrt aber dennoch professionelle Distanz:
„Ehrlich gesagt lasse ich ihn einfach sein Ding machen und melde mich, wenn er etwas braucht. Ich schreibe hier und da eine Nachricht, aber ich mische mich nicht zu sehr ein“, fügte Gayle hinzu. „Bei den wenigen Gesprächen, die wir hatten, war der Tenor: Wenn du reden musst oder willst, können wir das tun, aber wir halten es professionell.
Wir haben meistens unser eigenes Ding gemacht, und das ist okay. Jetzt, wo wir zurück an der Strecke sind und einige Abläufe durchgehen, mag sich das wieder ein wenig ändern, aber ich lasse ihn seine Angelegenheiten selbst regeln – er ist reif genug, um damit umzugehen.“
Mit diesem nüchternen Blick geht das Team um die Startnummer 11 in die Saison 2026. Der Fokus liegt erneut darauf, die Meisterschaft zu gewinnen und Hamlin, einem der siegreichsten Fahrer der NASCAR Cup Series, zu ermöglichen, den Bill France Cup in die Höhe zu stemmen.
Autor(en)
Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.
Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.






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