Vorgeschmack in Brasilien: Vitor Genz triumphiert beim NASCAR-Rennen in Elias Fausto
Die NASCAR Brasil Series lud zum „O Duele“, einem Einladungsrennen vor dem ersten offiziellen Meisterschaftslauf – Vitor Genz gewann das Event auf dem Circuito Panamericano Pirelli in Elias Fausto
Vitor Genz hat am Wochenende das „O Duelo“ auf dem Circuito Panamericano Pirelli in Elias Fausto gewonnen und sich damit den ersten prestigeträchtigen Sieg der NASCAR Brasil Series 2026 gesichert. Bei dem nach dem Vorbild des US-amerikanischen „The Clash“ konzipierten Show-Event führten Genz und sein Teamkollege Murilo Rocha die neue Fahrzeuggeneration RiSE26 erstmals in den direkten Zweikampf.
Da es bei diesem Vorsaison-Test noch nicht um Meisterschaftspunkte ging, nutzten die Teams die harten K.o.-Duelle vor allem zur Vorbereitung auf den Saisonauftakt am 11. und 12. April in Santa Cruz do Sul.
Der Wechsel zum Team Full Time scheint für Vitor Genz bereits Früchte zu tragen. Der erfahrene Pilot setzte sich im Finale gegen den erst 16-jährigen Murilo Rocha durch und sicherte sich neben der Trophäe einen strategischen Vorteil für den Saisonstart.
„Wir haben mit dem neuen Auto direkt den richtigen Rhythmus gefunden“, freute sich Genz nach seinem Erfolg. Es sei sein erster Einsatz für die neue Mannschaft gewesen, und die Harmonie habe auf Anhieb gestimmt.
Durch den Sieg im Duell-Format darf sich Genz in Santa Cruz do Sul über eine zusätzliche Aktivierung des „NASCAR-Boost“ freuen. „Wir nehmen diesen Extra-Push gerne mit für mein Heimspiel“, erklärte der Mann aus Porto Alegre. Dennoch bleibe er bodenständig, da das Team trotz des Sieges hart weiterarbeiten müsse, um die Performance des neuen Boliden über eine volle Renndistanz zu halten.
Sein Finalgegner Murilo Rocha, der aus der Formel 4 in den Tourenwagensport gewechselt ist, zeigte sich trotz der Niederlage beeindruckt von der neuen Technik. „Das Auto ist schnell, liegt hervorragend in den Kurven und bremst sehr präzise“, gab der Youngster zu Protokoll. Für ihn sei es essenziell gewesen, so viele Kilometer wie möglich zu sammeln, um sich an die Kraft des Boliden zu gewöhnen.
Das RiSE26-Chassis stellt die Fahrer vor neue Herausforderungen, da die Balance im Vergleich zum Vorjahr deutlich giftiger ausfällt. Genz beschrieb das Fahrverhalten als „schwieriger“ am Heck, was bedeutet, dass die Piloten deutlich mehr Arbeit am Lenkrad verrichten müssen. Dieser physische Fahrstil erinnert an die Wurzeln des US-Sports und soll den Fans in Brasilien packendere Zweikämpfe liefern.
Auch die Konkurrenz von Pole Motorsport nutzte die sieben Trainingseinheiten und die anschließenden Sprints, um Daten über die neuen Pirelli-Reifen zu sammeln. Teamchef Joselmo Barcik betonte, dass ein komplett neues Projekt immer Überraschungen bereithalte, auf die das Team im Vorfeld nicht vorbereitet sein könne. Der Test sei daher „fundamental und reich an Erkenntnissen“ gewesen, um die Kinderkrankheiten des neuen Designs auszusortieren.
Altmeister Ricardo Mauricio, der ebenfalls für Pole Motorsport debütierte, zog einen interessanten Vergleich zur Agilität des Fahrzeugs. „Das Auto liegt extrem stabil und fühlt sich in der Lenkung fast wie ein Kart an“, erklärte der Routinier. Er betonte, dass das Format des direkten Duells genau die Emotionen geweckt habe, die er für die NASCAR Brasil Series im Jahr 2026 erwarte.
Für die Teams beginnt nun der finale Countdown für die Reise in den Süden des Landes. In Santa Cruz do Sul wird sich zeigen, ob der Erfahrungsvorsprung von Genz und der Full-Time-Truppe ausreicht, um die Angriffe der jungen Garde und der neu eingestiegenen Teams wie Cavaleiro Sports abzuwehren.
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





