Wyatt Miller: Das nächste Earnhardt-Kapitel wird auf Dirt geschrieben
Wyatt Miller, der Enkel von Dale Earnhardt Sr., fährt auf den Dirt-Tracks – Der 14-Jährige startet in der American Sprint Car Series
Der 14-jährige Wyatt Miller setzt seine noch junge Sprint-Car-Karriere beim Sonoran Clash der American Sprint Car Series (ASCS) – also nicht bei den World of Outlaws – auf dem Central Arizona Raceway fort. Der Enkel von NASCAR-Legende Dale Earnhardt Sr. greift nach seinen ersten Achtungserfolgen in Casa Grande erneut in das Lenkrad seines 360er-Boliden, um sich gegen ein hochkarätiges Feld aus Profis und Routiniers zu behaupten.
Der Apfel fällt in der Earnhardt-Familie wahrlich nicht weit vom Stamm, denn der junge Miller scheint die unbändige Gier nach Geschwindigkeit geerbt zu haben. Während seine Onkel und Vorfahren den Asphalt der Nation dominierten, zieht es den Sohn von Kelley Earnhardt Miller auf die unberechenbaren Dirt-Tracks, wo er sich im direkten Duell mit Größen der Szene beweisen will.
Bei seinem Debüt im Februar lieferte der Teenager bereits eine Talentprobe ab, die aufhorchen ließ. Trotz technischer Widrigkeiten erkämpfte er sich die Plätze elf und 13, wobei er sich von den großen Namen im Starterfeld keineswegs einschüchtern ließ.
„In der ersten Nacht haben wir schon in der ersten Runde die Bremsen verloren, also hieß es für mich nur noch: Durchhalten“, gab Miller unumwunden zu Protokoll. „Aber wir haben uns gut geschlagen und sind Elfter geworden. In der zweiten Nacht waren wir am Ende ziemlich gut dabei, ich wurde nur etwas zu eng und musste das Auto richtig hart rannehmen.“

Die Konkurrenz in Arizona liest sich wie das Who-is-Who des US-Dirt-Sports, mit Kalibern wie Sam Hafertepe Jr. oder ehemaligen World-of-Outlaws-Stammfahrern wie Brock Zearfoss. Für Miller ist dies jedoch kein Grund zur Nervosität, sondern eine wertvolle Lehrstunde auf dem Weg nach oben.
„Es war verdammt cool, einfach von ihnen zu lernen“, erklärte der 14-Jährige sichtlich beeindruckt von der Qualität des Feldes. „Wir haben Jungs aus den World of Outlaws dabei, die hier antreten, das ist schon eine tolle Sache.“
Sein Terminkalender für das Jahr 2026 ist mit über 75 Rennveranstaltungen prall gefüllt, wobei die Sprint Cars mit über 30 Einsätzen eine zentrale Rolle einnehmen. Neben dem Dreck wühlt Miller auch auf Asphalt im Late Model und verteidigt seinen Titel in der Pro Spec Klasse der AMSOIL Champ Off-Road Series.
Die Faszination für die leichtgewichtigen, PS-starken Flügel-Monster packte ihn bereits im vergangenen November bei seinem ersten Einsatz in Vado. Von Startplatz 18 stürmte er bis auf den dritten Rang vor und besiegelte damit seine Liebe zu dieser speziellen Form des Motorsports.
„Es macht einfach viel mehr Spaß, da ist so viel mehr Speed“, schwärmte Miller über seine neue Leidenschaft. „Das Sprint-Car und der Off-Road-Truck stehen bei mir ganz oben, das ist die absolute Königsklasse. Ein Sprint-Car ist so spaßig und lässt sich mit nichts anderem vergleichen, was ich bisher gefahren bin.“
Die Startnummer 11J wird erneut im Fokus stehen. Für Miller ist das Ziel klar: Er will nicht nur den Namen Earnhardt würdig vertreten, sondern seine eigene Geschichte auf den dreckigen Ovalen Amerikas weiterschreiben.
Auf die Frage, wie lange er dieses riskante Spiel auf der Kante eigentlich betreiben wolle, folgte eine Antwort, die so kurz wie prägnant war. Miller will das Ganze am liebsten „für immer“ machen.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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