Alex Palou gewinnt IndyCar-Auftakt in St. Pete: Wer soll ihn noch schlagen?
Alex Palou gewann das erste Rennen der IndyCar-Saison 2026 in St. Petersburg – Der Spanier dominierte das Geschehen und machte da weiter, wo er 2025 aufgehört hatte
Alex Palou hat dort weitergemacht, wo er seine Rekordsaison 2025 beendet hat: mit einer Machtdemonstration der Extraklasse. Der aktuelle Champion gewann am Sonntag den Saisonauftakt der IndyCar-Serie in den Straßen von St. Petersburg und bezwang Scott McLaughlin sowie Christian Lundgaard mit einem massiven Vorsprung.
Der Spanier sicherte sich in seinem 99. Start den 20. Karrieresieg und untermauerte damit direkt beim ersten Schlagabtausch des Jahres seinen Status als unangefochtener König der Serie.
Nachdem Palou im Vorjahr den Titel mit fast 200 Punkten Vorsprung eingefahren hatte, scheint die Kombination aus Chip Ganassi Racing und der Startnummer 10 über den Winter nichts von ihrem Biss verloren zu haben.
„Dieses Team verbessert sich immer weiter, führt ständig Änderungen ein und legt die Messlatte einfach immer höher“, staunte Palou nach der Zieldurchfahrt über seine eigene Mannschaft. Es sei zwar eine lange Saison, die vor ihnen liege, aber es gäbe keinen besseren Weg, dieses neue Kapitel aufzuschlagen.
Die Entscheidung fiel jenseits der puren Geschwindigkeit, nämlich am Kommandostand, als Palou und sein langjähriger Stratege Barry Wanser in den Runden 36 und 37 die Nerven behielten. Während die Konkurrenz um Scott McLaughlin früh zum Service abbog, blieb Palou länger auf der Strecke, um den sogenannten Overcut zu nutzen.
Der Plan ging perfekt auf: Als die Boxenstopp-Zyklen beendet waren, fand sich der Spanier an der Spitze wieder und gab die Führung für insgesamt 59 der 100 Rennrunden nicht mehr her.
Selbst eine strategische Falle durch das neue Reglement, das den Einsatz von zwei Sätzen der weicheren Firestone-Alternativreifen vorschrieb, brachte Palou nicht aus dem Konzept. Während Verfolger wie McLaughlin am Ende auf den schnelleren „Reds“ attackierten, kontrollierte der Spanier das Feld auf den härteren Primär-Reifen von der Spitze aus.
„Diese Firestones gingen einfach nicht ein“, erklärte der Sieger beeindruckt. Sie hielten einfach immer weiter, was ihm erlaubte, den größten Vorsprung in der 23-jährigen Geschichte dieses Rennens herauszufahren.

McLaughlin, der für das Team Penske von der Pole-Position gestartet war, musste sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen, nachdem er sich erst spät wieder an Kyle Kirkwood vorbeigekämpft hatte. Der Neuseeländer gab zu Protokoll, dass die Reifenwahl an diesem Tag ein Lotteriespiel gewesen sei.
Er habe das Beste aus dem Tag herausgeholt, doch gegen die Pace des Spaniers war am Sonntag kein Kraut gewachsen.
Hinter dem Podium landete Kyle Kirkwood für Andretti Global auf dem vierten Rang, gefolgt von Pato O’Ward im besten McLaren. Ein Achtungserfolg gelang dem Rookie Dennis Hauger, der seinen Dale-Coyne-Boliden auf den zehnten Platz steuerte und damit bester Neuling im Feld wurde.
Die Konkurrenz hat nun nur wenig Zeit, die Wunden zu lecken, denn bereits am nächsten Samstag wartet mit dem Oval in Phoenix die nächste Herausforderung auf das Feld.
Auch IndyNXT in Aktion
Auch der Nachwuchs sorgte in den Straßenschluchten von Florida für Furore, als Lokalmatador Nikita Johnson bei seinem Heimspiel in St. Petersburg seinen ersten Sieg in der IndyNXT feierte. Der erst 17-jährige US-Amerikaner setzte sich in einem packenden Duell der Teenager gegen Pole-Setter Max Taylor durch und bescherte seinem Team Cape Motorsports damit den ersten Triumph in der Geschichte der IndyCar-Nachwuchsserie.

Johnson übernahm bereits beim Start mit einem mutigen Manöver auf der Außenbahn von Kurve 1 die Führung und verteidigte diese über die gesamte Distanz von 45 Runden gegen die Angriffe der Konkurrenz.
Trotz insgesamt vier Gelbphasen, die das Feld immer wieder zusammenführten, behielt Johnson die Nerven und parierte jeden Restart gegen den ununterbrochen drückenden Taylor.
„Ich wusste genau, was er in der ersten Kurve versuchen würde, und bin einfach außen herumgefahren“, kommentierte der Youngster sein entscheidendes Manöver abgeklärt.
Während Max Taylor das Podium als Zweiter komplettierte, sicherte sich Rookie Tymek Kucharczyk bei seinem Seriendebüt den dritten Rang. Für Johnson war es ein Einstand nach Maß, der bereits jetzt die Ambitionen des Youngsters für die weitere Saison unterstreicht.
Autor(en)
Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.






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