Brad Keselowski: Shane van Gisbergen wird „das Gesicht“ von Trackhouse

Brad Keselowski: Shane van Gisbergen wird „das Gesicht“ von Trackhouse
Foto: NASCAR Media / Logan Riely/Getty Images

Brad Keselowski hat Shane van Gisbergen zuerst massiv unterschätzt – Mittlerweile respektiert er den Neuseeländer sehr und hält ihn für das Trackhouse-Aushängeschild

Als Shane van Gisbergen im Jahr 2024 erstmals für Trackhouse in der NASCAR Cup Series startete, war der Neuseeländer quasi anonym auf der Strecke unterwegs. Die US-Stars erkannten das Supercars-Ass nicht, obwohl SVG, wie der Aussie genannt wird, im Motorsport schon große Erfolge gefeiert hat. Zwei Jahre später hat sich der 36-Jährige im NASCAR-Zirkus etabliert, wie auch Brad Keselowski anerkennen muss.

Keselowski spricht bei Dale Jr. Download, wie er zuerst Vorbehalte gegen van Gisbergen hatte. Beim Track-Walk auf dem Straßenkurs in Chicago erkannte er den Rennfahrer gar nicht, hielt ihn sogar für einen Fan oder PR-Mitarbeiter. Erst am nächsten Tag fiel der Groschen, als er den 1,88-Meter-Riesen in ein Stockcar steigen sah.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Van Gisbergen gewann sein erstes Cup-Rennen auf den Straßen von Chicago und schockte so die NASCAR-Welt. 2025 ging er in Vollzeit in der NASCAR O’Reilly Series an den Start und dominierte die Straßenkurse. Auf den Ovalen musste er jedoch noch eine Menge Lehrgeld bezahlen. Jedoch hat sich SVG auf diesen Kursen massiv verbessert, nach vier Rennen – drei Ovale, ein Straßenkurs – liegt er auf Platz fünf der Gesamtwertung.

Foto: NASCAR Media / Jared C. Tilton/Getty Images

Doch was dachte Keselowski zu Beginn der NASCAR-Karriere des Rennfahrers aus Down Under? „Ich dachte mir, Shane dort einzusetzen, war so nach dem Motto: ‚Alles klar, du wirst ein paar Rundkurse gewinnen – das ist eigentlich nur ein Trick, um ein Auto in die Playoffs zu bekommen.‘“, so der RFK-Fahrer und -Mitbesitzer.

„Nicht, dass Shane mittelmäßig wäre, sondern es war ein Trick der Teambesitzer, um ein Auto für die Playoffs abzusichern: Das Team ist damit garantiert unter den Top 16 der Punktewertung, der Wert des Charters steigt, es gewinnt Rennen und der Unternehmenswert erhöht sich“, so Keselowski über seine Ansicht, als SVG erstmals in die NASCAR kam.

„Es fühlte sich fast so an, als wäre SVG nur eine Art Requisite für das Team, um mehr Sponsorengelder und Talent heranzuziehen, damit Daniel und Ross besser abschneiden“, so Keselowski weiter. „So habe ich das Ganze irgendwie gesehen. Aber ich muss ehrlich sagen: Jetzt, wo wir im Jahr 2026 sind und er so einen großartigen Saisonstart hingelegt hat, habe ich das Gefühl, dass ich falsch lag. SVG wird jetzt fast schon zum Gesicht von Trackhouse – er ist der Typ, der dieses Jahr wahrscheinlich drei bis fünf Rennen gewinnen wird.“

Platz sechs in Atlanta, Rang zwei auf dem COTA und Position elf in Phoenix, diese Ergebnisse machten ein schwieriges Daytona 500 für van Gisbergen zu Beginn der NASCAR-Saison 2026 wett. Der Aussie ist angekommen und könnte auch auf den Ovalen langsam, aber sicher ein Kandidat für Top-Ergebnisse werden. Den Respekt im Fahrerlager hat er sich definitiv verdient.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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