Daytona-Drama: Youngster räumt Führende ab und schreibt ARCA-Geschichte
Gio Ruggiero schrieb in Daytona Geschichte für Joe Gibbs Racing – Nach einem turbulenten Finale brach der Youngster einen jahrelangen Fluch für den Coach
Gio Ruggiero gewann am Samstag den ARCA-Auftakt auf dem Daytona International Speedway und schrieb damit Sportgeschichte für Joe Gibbs Racing. Der Youngster sicherte sich in einem turbulenten 80-Runden-Rennen seinen ersten Sieg in der nationalen ARCA Menards Series, der erste für Coach Gibbs in dieser Meisterschaft in Daytona.
Nach einem entscheidenden Kontakt in der Schlussphase, der die Führenden aus dem Rennen nahm, setzte sich Ruggiero gegen Jake Bollman und Kole Raz durch.
Für das Team von Gibbs ist dieser Erfolg ein Meilenstein. Obwohl das Team seit Jahren die ARCA-Serie dominiert und bereits vier Daytona-500-Siege in der NASCAR vorweisen kann, blieb ihnen ein Erfolg im ARCA-Rahmenprogramm auf dem legendären Superspeedway bisher verwehrt.
Ruggiero nutzte seine Erfahrung aus den Truck-Series-Rennen in Talladega, um im Toyota mit der Startnummer 18 zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle zu sein.
Der Weg zum Sieg war jedoch von Kontroversen geprägt. In den letzten Runden arbeiteten die Nitro-Motorsports-Piloten Gus Dean und Jake Finch zusammen, um den Sieg unter sich auszumachen. Ein heftiger Stoß von Ruggiero gegen das Heck von Finch auf der Gegengeraden sorgte jedoch für Chaos. Finch drehte sich und riss seinen Teamkollegen Dean mit ins Verderben, während Ruggiero ohne Schaden durchschlüpfte.
„Ich habe versucht, Finch zu schieben, um unsere Spur in Schwung zu bringen und einen Vorsprung herauszuarbeiten, damit ich am Ende selbst eine Attacke setzen kann“, erklärte Ruggiero die Situation nach dem Rennen. „Ich weiß nicht, ob es so aussah, als ob Dean auf ihn herunterkam und er sich dann auf meiner Nase quergestellt hat. Es ist bedauerlich, dass sie verunfallt sind.“
Bei Nitro Motorsports herrschte nach dem Vorfall gedrückte Stimmung. Dean, der nach einer Pause in die Serie zurückgekehrt war, zeigte sich enttäuscht über die verpasste Chance, betonte aber die gute Kommunikation innerhalb seines Teams.
„Eine unserer Stärken bei Nitro ist die Anzahl und Qualität unserer Autos, besonders bei Restarts können wir uns gut zusammenschließen“, sagte er.
Finch, der als 20. ins Ziel kam, fand deutlichere Worte für das Manöver des Siegers. Die Frustration über den erneuten Rückschlag in Daytona saß tief, da er sich bereits auf dem Weg zum sicher geglaubten Erfolg sah.
„Ich glaube nicht, dass man Ruggiero helfen kann. Er wird sich nicht ändern, es ist nicht das erste Mal, dass er in so einer Situation ist“, gab Finch zu Protokoll.
Ruggiero hingegen feierte den bisher größten Moment seiner Karriere. Er reflektierte seinen Weg von den Super-Late-Models bis hin zum prestigeträchtigen Sieg im „World Center of Racing“. Der Erfolg sei das Resultat von harter Arbeit und einer unnachgiebigen Einstellung auf der Strecke.
„Ich bin jemand, der alles tut, was nötig ist, um zu gewinnen. Das ist meine Mentalität, seit ich angefangen habe“, sagte der Gibbs-Pilot.
Es sei für ihn ein großartiges Gefühl, zu sehen, wie sich die gesamte Zeit und Hingabe am Ende auszahle. Hinter dem Spitzentrio komplettierten Daniel Dye und Glen Reen die Top 5 eines Rennens, das einmal mehr durch das Drafting-Glücksspiel entschieden wurde.
Ebenfalls in die Top 10 schafften es Jack Wood, Jason Kitzmiller, Ryan Vargas, Bobby Earnhardt und Andy Jankowiak. Für die ARCA Menards Series geht es nun weiter in den Westen. Das nächste Rennen ist das General Tire 150 auf dem Phoenix Raceway am 5. März.
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Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.





