Daytona-Wahnsinn: 25 Führende und ein Sieger aus dem Nichts

Daytona-Wahnsinn: 25 Führende und ein Sieger aus dem Nichts
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Tyler Reddick triumphierte beim 68. Daytona 500 nach einem packenden Herzschlagfinale – Der Pilot von 23XI Racing bescherte Michael Jordan einen historischen Sieg

Tyler Reddick hat die 68. Ausgabe des Daytona 500 gewonnen und sich damit nach einer sieglosen Saison 2025 eindrucksvoll zurückgemeldet. In einem geschichtsträchtigen Rennen, das mit 25 verschiedenen Führenden einen neuen Rekord aufstellte, übernahm der Pilot von 23XI Racing erst in der allerletzten Runde den ersten Platz.

Dank eines entscheidenden Pushes durch Riley Herbst holte Reddick den bis dahin führenden Chase Elliott auf den letzten Metern ein und sicherte sich mit einem Vorsprung von 0,308 Sekunden den Sieg vor Ricky Stenhouse Jr., der sich im Chaos des Zielsprints noch Rang zwei sicherte.

Nach dem enttäuschenden Vorjahr fiel Reddick ein Stein vom Herzen, als er den Toyota mit der Startnummer 45 in die Victory-Lane steuerte. Der Druck, für eine Ikone wie Michael Jordan zu fahren, sei enorm, da Siege in jedem Jahr schlichtweg erwartet werden. Zudem kämpfte sein zweiter Sohn Rookie schon nach der Geburt mit gesundheitlichen Problemen.

Vergangenes Jahr war wirklich hart für uns alle, auch für mich“, gesteht Reddick nach dem Rennen. „Wenn man auf diesem Level für Michael Jordan fährt, wird erwartet, dass man jedes Jahr gewinnt.“

Das Team nutzte die Winterpause für eine tiefgreifende Analyse, um die Durststrecke zu beenden. Reddick betont stolz die harte Arbeit an seinem Camry und das Durchhaltevermögen während des Rennens, selbst wenn Entscheidungen nicht unmittelbar fruchteten.

„Ich wusste nicht, ob ich dieses Rennen jemals gewinnen würde. Es ist ehrlich gesagt surreal“, so der sichtlich bewegte Sieger.

Die Schlussphase glich einem Krimi, als Carson Hocevar das Feld zur weißen Flagge führte, sich jedoch in Kurve 1 drehte und damit alle Siegchancen einbüßte. Elliott profitierte zunächst von diesem Chaos und schien seinem ersten Sieg bei einem Crown-Jewel-Rennen entgegenzufahren. Doch der Schwung der Verfolger, angeführt von Reddick und Herbst, war im entscheidenden Moment zu groß.

Elliott gibt offen zu, dass er sich in der Defensive befand und ein aggressiverer Block gegen Reddick vermutlich in einem weiteren heftigen Unfall geendet hätte.

„Wenn ich einen doppelten Block gegen die 45 versucht hätte, hätte uns das zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich beide rausgenommen“, analysiert der Viertplatzierte nüchtern. Hinter dem Spitzenduo rettete sich Joey Logano als Dritter über die Linie, während Brad Keselowski trotz der Oberschenkelverletzung den fünften Rang erkämpfte.

Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Keselowski zeigte sich nach dem Rennen jedoch verärgert über das Manöver von Riley Herbst kurz vor dem Ziel. Ein versuchter Block von Herbst zerstörte nicht nur Keselowskis letzten Angriff, sondern löste hinter dem Sieger weitere Kollisionen aus.

„Das hat die Startnummer 9, die 22 und einen Haufen Autos zerstört, die es nicht verdient hatten“, kritisiert der Routinier das aus seiner Sicht „dumme“ Manöver am Ende.

Auch abseits des harten Finishs forderte das Great American Race seinen Tribut, insbesondere durch den Big-One kurz vor Ende des zweiten Segments. Ein Kontakt zwischen Justin Allgaier und Denny Hamlin löste eine Massenkarambolage aus, in die insgesamt 20 Fahrzeuge verwickelt wurden. Allgaier nahm die Schuld für den Zwischenfall komplett auf seine Kappe und sprach von einem Moment der Unachtsamkeit.

Trotz der Kritik von Keselowski erntete Herbst Lob von höchster Stelle: Teambesitzer Jordan würdigte dessen uneigennützige Arbeit im Finale. Jordan hob hervor, dass Teamwork der Schlüssel zum Erfolg war und Herbst einen wesentlichen Anteil am Sieg des Teams hatte.

„Ich bin ekstatisch. Es fühlt sich an, als hätte ich eine Meisterschaft gewonnen“, freut sich die Basketball-Legende über den prestigeträchtigen Erfolg.

In der Punktetabelle spiegelt sich Reddicks perfekter Tag deutlich wider; er führt die Wertung nun mit 58 Zählern an. Während Zane Smith (Platz vier) und Bubba Wallace (Platz acht) jeweils einen Stage-Sieg verbuchen konnten, blieb Reddick in dieser Statistik zwar leer, nahm aber die maximalen Punkte für den Gesamtsieg mit. Drei Punkte erhielt er für seine Leistung in den Duels, in denen die Top 10 jeweils Punkte im Wert einer Stage bekamen.

Kommenden Sonntag zieht der NASCAR-Tross weiter zum EchoPark Speedway nach Atlanta. Dort werden die Karten neu gemischt, wenn das Feld beim Autotrader 400 erneut um wertvolle Playoff-Punkte kämpft.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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