Debüt-Sieg für Ty Gibbs: So rang der Youngster Ryan Blaney nieder

Debüt-Sieg für Ty Gibbs: So rang der Youngster Ryan Blaney nieder
Foto: NASCAR Media / Jonathan Bachman/Getty Images

Ty Gibbs ist ein NASCAR-Cup-Series-Sieger: Der Joe-Gibbs Youngster gewann auf dem Bristol Motor Speedway sein erstes Rennen in der höchsten Meisterschaft

Ty Gibbs hat am Sonntagabend auf dem Bristol Motor Speedway NASCAR-Geschichte geschrieben und sich in einem dramatischen Overtime-Finish seinen ersten Karrieresieg im Cup erkämpft. Der Youngster im Joe Gibbs Racing Toyota mit der Startnummer 54 setzte sich beim Food City 500 gegen Ryan Blaney durch, nachdem er in der entscheidenden Schlussphase volles Risiko beim Boxenstopp-Poker ging.

Mit einem Vorsprung von gerade einmal 0,055 Sekunden überquerte er die Ziellinie des 0,533-Meilen-Short-Tracks und sorgte damit für das engste Bristol-Finish seit 35 Jahren.

Der Grundstein für den Premierensieg wurde während der achten Gelbphase gelegt, die durch einen Dreher von Chase Elliott ausgelöst wurde. Während die dominierenden Kräfte des Tages, Kyle Larson (zwei Reifen) und Ryan Blaney (vier Reifen), für frische Pneus die Boxengasse ansteuerten, blieb Gibbs auf der Strecke.

„Ich will die Track Position auf keinen Fall aufgeben – überhaupt nicht“, funkte Gibbs energisch an seinen Crew-Chief Tyler Allen, der dem Wunsch seines Fahrers schließlich nachkam.

Gibbs führte das Feld beim Restart in Runde 486 an und verteidigte die Spitzenposition verbissen gegen die heranstürmende Konkurrenz auf frischerem Gummi. Selbst eine neunte Gelbphase kurz vor Ende der regulären Distanz brachte den 23-Jährigen nicht aus dem Konzept. Im entscheidenden Zwei-Runden-Sprint der Overtime behielt er die Nerven und hielt Blaney in einem Fotofinish auf Distanz.

Nach dem Aussteigen galt sein erster Gedanke seinem verstorbenen Vater Coy Gibbs, der kurz nach Tys Xfinity-Titelgewinn im Jahr 2022 verstorben war.

„Es ist großartig, hier mit diesen fantastischen Menschen zu stehen. In dieser Position zu sein, ist einfach wunderbar“, sagte ein sichtlich bewegter Gibbs. „Ich hätte mir gewünscht, dass mein Vater das miterlebt hätte. Aber ich weiß, dass er wusste, dass es passieren würde und er hat es auch erwartet.“

Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

Gibbs lobte vor allem den Zusammenhalt innerhalb seiner Mannschaft nach den intensiven 500 Runden im „Thunder Valley“. „Es war ein großartiger Tag für uns, meine Jungs haben niemals aufgegeben und die Boxenmannschaft war einfach unglaublich. Das ist unsere Familie.“

Blaney, der 190 Runden lang geführt hatte und von der Pole-Position gestartet war, musste sich trotz einer beeindruckenden Aufholjagd mit dem zweiten Platz begnügen.

„Ich habe beim letzten Restart alles gegeben und bin nah herangekommen, aber es hat einfach nicht gereicht“, gab der Penske-Pilot enttäuscht zu Protokoll. Dennoch zeigte er sich als fairer Verlierer: „Glückwunsch an Ty. Er war schon oft nah dran und nichts ist spezieller als dein erster Cup-Sieg, besonders an diesem Ort.“

Larson, der das Rennen mit 284 Führungsrunden und zwei Stage-Siegen phasenweise nach Belieben kontrollierte, belegte Rang drei. Seine Sieglos-Serie verlängerte sich damit auf 32 Rennen, was der Kalifornier mit gewissem Galgenhumor zur Kenntnis nahm.

„Blaney hatte bei weitem das beste Auto, aber seine Crew hat ihn den ganzen Tag über zurückgeworfen, was uns erlaubt hat, so viele Runden zu führen“, analysierte Larson trocken.

Pechvogel des Tages war Alex Bowman, der nach einer vierwöchigen Zwangspause aufgrund einer Schwindel-Diagnose in das Cockpit der Startnummer 48 zurückkehrte. Sein Comeback endete vorzeitig in Runde 163, als er in einen Unfall verwickelt wurde, den Shane van Gisbergen ausgelöst hatte.

„Es ist ein Jammer, dass wir keine Chance hatten, am Auto zu arbeiten, denn wir hatten zu Beginn des Rennens massive Probleme“, resümierte ein frustrierter Bowman nach seinem Ausscheiden.

Hinter dem Führungstrio komplettierten Tyler Reddick, Chase Briscoe und Todd Gilliland die Top 6 in einem Rennen, das von vielen Zweikämpfen auf unterschiedlichen Linien und Strategieentscheidungen geprägt war. Während Reddick seine Tabellenführung knapp behauptete, feierte die Gibbs-Familie einen Sieg, der weit über die sportliche Bedeutung hinausging.

In der Gesamtwertung liegt Reddick mit 386 Punkten auf Platz eins, 62 Punkte vor Blaney. Dahinter reihen sich Hamlin (-86), Gibbs (-105) und Elliott (-122) ein. Das nächste Rennen findet am Sonntag, den 19. April 2026, auf dem Kansas Speedway statt.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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