Denny Hamlin stürmt in Las Vegas zum Meilenstein: Sieg trotz Strafe

Denny Hamlin stürmt in Las Vegas zum Meilenstein: Sieg trotz Strafe
Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Denny Hamlin gewann das NASCAR-Rennen in Las Vegas trotz einer Strafe, die ihn zeitweise nach hinten verfrachtete – Es war sein 61. Cup-Sieg

Denny Hamlin hat am Sonntagabend das Rennen auf dem Las Vegas Motor Speedway gewonnen und damit seinen ersten Saisonsieg in der NASCAR Cup Series 2026 gefeiert. Der Pilot von Joe Gibbs Racing dominierte das Geschehen auf dem 1,5-Meilen-Oval und führte insgesamt 134 Runden an, obwohl ihn eine Strafe wegen zu schnellen Fahrens in der Boxengasse zwischenzeitlich ans Ende des Feldes zurückwarf.

Am Ende setzte sich der 45-Jährige gegen die heranstürmenden Hendrick-Piloten Chase Elliott und William Byron durch, um seinen 61. Karriersieg einzufahren und sich in der ewigen Bestenliste weiter nach oben zu schieben.

Für Hamlin war dieser Erfolg ein Befreiungsschlag nach den Ereignissen des Vorjahres. Der schmerzhafte Verlust des Titels in Phoenix und der Unfalltod seines Vaters wirkten lange nach und erforderten eine mentale Neuausrichtung.

„Ich wusste, dass es ein paar Wochen dauern würde, bis ich wieder Lust am Fahren verspüre“, gestand Hamlin nach dem Rennen. In den letzten Wochen sei die Liebe zum Sport und der Fokus jedoch vollständig zurückgekehrt.

Mit seinem 61. Erfolg ließ er Harvick hinter sich und festigte seinen Platz unter den Größten des Sports. Dennoch blieb der Routinier angesichts der Statistik gewohnt bodenständig.

„Mein Name steht nun inmitten von Legenden“, sagte der Toyota-Pilot. Er schätze sich glücklich, auf dieser Liste zu stehen, sehe sich selbst aber nicht auf einer Stufe mit dem reinen Talent vergangener Ikonen.

„Diese Jungs waren weit talentierter, als ich es mir je erträumt habe“, erklärte Hamlin. Sein Erfolg sei das Resultat unermüdlicher Arbeit an seinem Handwerk, um auch im Alter von 45 Jahren noch konkurrenzfähig zu sein.

Das Renngeschehen in Las Vegas war zunächst von taktischen Spielchen und langen Grünphasen geprägt. Hamlin verlor seine starke Ausgangsposition nach dem ersten Segment durch einen Fehler beim Boxenstopp – er war zu schnell in der Boxengasse.

Während Hamlin sich durch den Verkehr pflügen musste, boten die Konkurrenten an der Spitze eine Show der Extraklasse. Kyle Larson, Christopher Bell, William Byron und Chase Elliott flogen rundenlang in engster Formation um den Kurs.

Besonders Byron zeigte seine Klasse, als er sich in Runde 159 in einem spektakulären Drei-Kampf im Tri-Oval die Führung sicherte. Er gewann die zweite Stage vor Larson und Bell.

Hamlin nutzte die gesamte zweite Stage, um den Rückstand aus seiner Strafe wettzumachen. Von Platz 21 gestartet, arbeitete er sich methodisch nach vorne und lag am Ende des Segments bereits wieder auf Rang fünf.

Nach dem Restart in Runde 174 fackelte die Nummer 11 nicht lange. Hamlin schob sich auf den zweiten Platz vor und attackierte Byron in Runde 185 auf der Innenbahn erfolgreich für die Führung.

Eine späte Gelbphase, ausgelöst durch einen Dreher von Connor Zilisch, brachte das Feld noch einmal zusammen. Bell nutzte einen perfekten Boxenstopp, um die Führung kurzzeitig zu übernehmen.

Doch Hamlin konterte postwendend. Nur eine Runde nach dem Restart in Runde 218 ging er an seinem Teamkollegen Bell vorbei und verteidigte die Spitzenposition bis zum Schluss gegen den heranstürmenden Elliott.

Foto: NASCAR Media / Sean Gardner/Getty Images

Elliott, der am Ende nur eine halbe Sekunde zurücklag, analysierte das Finale nüchtern. „Das Auto war zum Ende hin definitiv besser als zu Beginn des Runs“, stellte der Pilot der Startnummer 9 fest.

Er habe gehofft, dass Hamlins Reifen zum Ende der Stints stärker abbauen würden. „Ich wusste, dass er gegen Ende der Runs anfängt, Probleme mit dem Untersteuern zu bekommen“, so Elliott weiter.

Trotz der knappen Niederlage überwog beim Hendrick-Piloten der Optimismus. Er müsse die Realität anerkennen und sehen, wie viel besser sein Team an diesem Wochenende agiert habe als zuletzt.

„So enttäuscht ich auch bin, so knapp am Sieg vorbeigeschrammt zu sein, ich muss mich einem Realitätscheck unterziehen“, betonte Elliott. Er sei stolz auf die Vorbereitung und den Kampfgeist seiner Crew.

Hinter dem Spitzentrio sortierten sich Bell und Ty Gibbs auf den Plätzen vier und fünf ein. Larson, der lange Zeit als Favorit galt, musste sich nach einem langsamen finalen Stopp mit Rang sieben begnügen.

Tyler Reddick, der die ersten drei Saisonrennen dominierte, erlebte einen schwierigen Tag und wurde auf Rang 13 gewertet. Dennoch führt er die Gesamtwertung weiterhin souverän mit 61 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Wallace an.

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Freiberuflicher Kommentator & Journalist | Zur Webseite |  + posts

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.

André Wiegold

Andrés Faszination für den Motorsport begann in seiner Kindheit, als er regelmäßig Ovalrennen in den Niederlanden besuchte und abends NASCAR- sowie IndyCar-Rennen im TV verfolgte. Während seines Ökonomiestudiums begann er 2014 als Hobby-Redakteur über den Rennsport zu schreiben und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Heute ist er NASCAR-Kommentator bei Sportdigital1+ und begleitet IndyCar & IMSA live auf Motorvision+ – dazu kommen viele weitere Rennserien im Highlights-Format. Als Redakteur schreibt er für Motorsport-Total, Motorsport.com und Formel1.de und ist zudem Reporter, Kommentator und Redakteur im Mediateam der NASCAR Euro Series.
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