Dramatik im Mittleren Westen: Macedo und Kofoid triumphieren im Missouri-Kansas-Doubleheader

Dramatik im Mittleren Westen: Macedo und Kofoid triumphieren im Missouri-Kansas-Doubleheader
Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

In Missouri und Kansas holten sich Carson Macedo und Buddy Kofoid die Siege in den Sprint-Car-Läufen – Trotz Motorschadens und krummer Lenkung behaupteten sich die Stars gegen das Feld der World of Outlaws

Die Rückkehr zum US 36 Raceway und der Stopp auf dem 81 Speedway hielten alles, was versprochen wurde: Während Carson Macedo trotz Motorproblemen ein Familienduell für sich entschied, sorgte Buddy Kofoid in Kansas mit einem Last-Minute-Manöver für einen der knappsten Siege der Saison.

Nach einem Jahr Pause kehrte „The Greatest Show on Dirt“ am 27. März zurück auf das steile Oval des US 36 Raceway in Osborn, Missouri. Bereits der Start lieferte eine besondere Geschichte, als die Brüder Cole und Carson Macedo die erste Startreihe bildeten.

Das Duell der Geschwister wurde intensiv geführt: Carson Macedo lauerte rundenlang im Heck seines jüngeren Bruders und touchierte dabei sogar dessen Hinterreifen. Doch Carson Macedo behielt die Nerven, setzte wenige Runden später den entscheidenden Slide-Job und übernahm die Führung.

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Doch der Weg zum 59. Karrieresieg war für Carson Macedo steiniger als gedacht. Kurz vor Ende des Rennens verlor sein Motor an Leistung. „Ich war in großen Schwierigkeiten“, gestand Macedo im Ziel.

„Fünf Runden vor Schluss klang der Motor wie ein Traktor, ein Zylinder war ausgefallen. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde.“ Michael „Buddy“ Kofoid nutzte die Schwäche, saugte sich in den letzten zwei Runden Stoßstange an Stoßstange heran, doch Macedo rettete den Sieg für Jason Johnson Racing über die Linie.

Mit diesem Erfolg verdrängte Macedo die Legende Jason Meyers von Platz 16 der ewigen Bestenliste und verkürzte den Rückstand in der Meisterschaft auf David Gravel, der als Dritter ebenfalls erneut auf dem Podium landete.

81 Speedway: Kofoids Angriff in der letzten Runde

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Nur einen Tag später, am Samstagabend auf dem 81 Speedway in Park City, Kansas, bewies Kofoid, warum man im Sprint-Car-Sport niemals aufgeben darf. Zur Mitte des 30-Runden-Rennens sah Ryan Timms wie der sichere Sieger aus; er hatte sich einen massiven Vorsprung von über vier Sekunden auf Kofoid herausgearbeitet.

Doch Kofoid, am Steuer der Startnummer 83 von Roth Motorsports, baute Zehntel um Zehntel den Rückstand ab. Als die weiße Flagge für die letzte Runde fiel, war er in Schlagdistanz. In der allerletzten Kurvenkombination setzte Kofoid alles auf eine Karte: Ein mutiger Slide-Job trug ihn an Timms vorbei. Obwohl Timms versuchte zu kontern, fehlte ihm der Schwung, und Kofoid riss den Sieg in einem spannenden Zieleinlauf an sich.

Das Bemerkenswerte: Kofoid bestritt fast das gesamte Rennen mit einer eingeschränkten Lenkung, nachdem ein früher Kontakt seinen Rammschutz gegen das Lenkgestänge verbogen hatte. „Ich dachte, vorne rechts wäre etwas gebrochen, weil ich kaum einlenken konnte“, so Kofoid. „Erst gegen Ende bog sich das Teil wohl wieder weit genug zurück.“

Foto: World of Outlaws / Tyler Carr

Für Kofoid war es der 24. Sieg seiner Karriere, womit er in der ewigen Bestenliste mit Ron Shuman auf Rang 28 gleichzog. In der Punktetabelle kletterte er nach einer schwierigen Phase wieder auf den vierten Gesamtrang nach oben. Timms musste sich nach einer dominanten Vorstellung mit Platz zwei begnügen, während Cole Macedo das starke Wochenende für seine Familie mit einem dritten Platz abrundete.

Gravel festigte mit einem weiteren Top-10-Ergebnis seine Führung in der Gesamtwertung, gerät jedoch zunehmend unter Druck durch die Verfolger aus Kalifornien.

Hier geht’s zu den Highlights vom US 36 Raceway und dem 81 Speedway

Autor(en)

Redakteur | Zur Webseite |  + posts

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
Facebook
X (Twitter)
YouTube
Instagram