„Einfach nur dumm“: Brad Keselowski zeigt Unverständnis für Herbst-Manöver

„Einfach nur dumm“: Brad Keselowski zeigt Unverständnis für Herbst-Manöver
Foto: NASCAR Media / James Gilbert/Getty Images

Brad Keselowski zeigte sich nach dem Daytona 500 empört über das Manöver von Riley Herbst – Der Routinier bezeichnete den Unfall als die dümmste Aktion aller Zeiten

Die letzte Runde des Daytona 500 endete in purer Dramatik und mit zwei Massenkarambolagen. Als sich der Rauch legte, war es Tyler Reddick, der den prestigeträchtigen Saisonauftakt für sich entschied, während sich hinter ihm ein Großteil des verbleibenden Feldes in Schrott verwandelte – ausgelöst durch seinen Teamkollegen Riley Herbst.

Der 26-Jährige war durch seinen aggressiven Push in Kurve vier maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Team von Michael Jordan und Denny Hamlin am Ende in der Victory-Lane jubeln durfte. Doch der Preis war hoch: Beim Versuch, Brad Keselowski zu blocken, verschätzte sich Herbst, drehte sich direkt vor der Nase der Startnummer 6 in die Mauer und riss dabei Chase Elliott mit sich, was einen weiteren Big-One zur Folge hatte.

Keselowski, der Besitzer und Fahrer von RFK Racing, überstand den Zwischenfall zwar, war jedoch alles andere als begeistert. Er beschrieb das Manöver des Piloten der Startnummer 35 als das Dümmste, was er je gesehen habe: „Die 35 hat mich ohne jeden Grund komplett abgeräumt.“

Als Keselowski aus dem medizinischen Zentrum der Strecke entlassen wurde, konnte er immer noch nicht glauben, was er gerade gesehen hatte: „Er hatte absolut keine Chance, meinen Run zu blocken. Ich hatte einen riesigen Geschwindigkeitsüberschuss. Ich weiß nicht, ob ich die 45 oder die 47 noch bekommen hätte, aber ich hätte es verdammt gerne herausgefunden, denn ich kam extrem schnell angerauscht. Und die 35 hat einfach uns und sich selbst geschrottet. Ziemlich dumm.“

Der Routinier legte nach: „Ich dachte noch: ‚Okay, eine Spur zu blocken ergibt irgendwie Sinn.‘ Aber von ganz unten bis ganz nach oben an die Mauer zu ziehen und dabei sich selbst und alle anderen zu crashen, ist einfach nur dumm. Sehr, sehr dumm.“

Foto: NASCAR Media / Chris Graythen/Getty Images

Jordan hingegen verteidigte Herbst in der Victory Lane und sprach ihm einen maßgeblichen Anteil am Triumph zu und bezeichnete das Ergebnis als Resultat perfekter Teamarbeit.

Am Ende rettete Keselowski den fünften Platz ins Ziel – und das ohne gesundheitliche Komplikationen. Der 42-Jährige war bereits angeschlagen und mit einem verletzten Bein, das sich noch auf dem Weg der Besserung befindet, in das Rennen gestartet. Nach einem Check im Infield-Care-Center gab er jedoch Entwarnung und zeigte sich trotz der Enttäuschung gefasst.

„Ich bin stolz darauf, es so weit geschafft zu haben. Wisst ihr, vor ein paar Wochen wusste ich nicht einmal sicher, ob ich dieses Rennen überhaupt fahren kann. Starten zu können und dann sogar die Chance auf den Sieg zu haben, fühlt sich ziemlich gut an. Ich bin nur enttäuscht, dass ich das Ding nicht nach Hause gebracht habe.“

Mit einem Sieg wäre Keselowski erst der fünfte Fahrer in der Geschichte der NASCAR Cup Series geworden, der alle Crown-Jewel-Rennen gewonnen hat – eine elitäre Liste, die neben dem Daytona 500 auch das Brickyard 400 in Indianapolis, das Southern 500 und das Coca-Cola 600 umfasst. Umso verständlicher war die Frustration des Champions von 2012.

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Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws.

Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.

Erik Resch

Erik ist als Redakteur und Podcaster bei Leadlap.de auf den US-amerikanischen Motorsport spezialisiert. Sein redaktioneller Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Berichterstattung über die NASCAR, die IndyCar-Series und die World of Outlaws. Seinen Einstieg in den Rennsport fand er ursprünglich durch das ADAC GT Masters und regelmäßige Besuche am Sachsenring. Auf diesem Fundament baute er auf. Bevor er sich dem Journalismus zuwandte, kommentierte er im Simracing-Bereich für Virtual Racing und die Abgefahren Community. Heute verbindet er diese praktische Medienerfahrung mit seinem Fachwissen, um die US-Rennszene für das deutschsprachige Publikum aufzubereiten.
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